Niemeyer empfiehlt sich als Ramos-Konkurrent, Luhukay droht mit Horst Hrubesch

(ub) – Ihr denkt, Ihr kennt Euch bei Hertha aus? Kann nur vom Training am heutigen Mittwochnachmittag Donnerstag berichten: Es gibt immer was Neues zu entdecken.

Und das kam so: Die Länderspiel-Teilnehmer sind soweit alle kurz ausgelaufen – nur Marius Gersbeck und Hany Mukhtar kehren erst heute Abend vom Kurz-Lehrgang bei der U19 zurück. Der Rest der Mannschaft – mit Steve Breitkreuz, Shaun Kauter und Maxim Pronichev waren drei Nachwuchskräfte dabei – hatte diverse Aufgaben zu meistern. So ist Trainer Jos Luhukay seit einigen Wochen nicht zufrieden, mit der Konsequenz der Mannschaft auf den letzten 30 Metern, also in der Zone vor dem gegnerischen Tor. Deshalb verlangte j-lu volle Konzentration, sowohl beim Flanken, als auch beim Torabschluss.

Drei Talente trainieren bei den Profis

Diese Übung lautete: Über jeweils eine Seite leiten zwei Spieler eine Aktion ein – hier Fabian Holland und Nico Schulz. Es wird in die Mitte geflankt, dort warten zwei weitere Spieler auf einen Abschluss (Fotos: ub).

Der Trainer schaute genau hin – und monierte schwache Flanken:

„Nico – und wieder ist eine Chance vertan.“

Wenig später wiederholte sich die Szene. Luhukay schüttelte den Kopf:

„Nico, Horst Hrubesch sieht das alles.“

Kopfball-Ungeheuer Ronny

Auch Ronny wurde nicht verschont. Nach einer präzisen Vorlage von Johannes van den Bergh stieg Ronny zum Kopfball hoch, überlegte sich aber im letzten Moment, dass das wehtun könnte und zog ein wenig zurück. Nun klatschte der Ball seitlich gegen die Schläfe und ging mehrere Meter am Tor vorbei.

Luhukay: Superflanke, Johannes. Und Ronny ist unser Kopfball-Ungeheuer.

Ronny rieb sich beim Zurücklaufen den Kopf, bedeutete aber van den Bergh im Vorbeilaufen, im Spiel würde er einen echten Kopfball versuchen: „Guter Ball, Jojo.“

Wagners Liaison mit dem Aluminium

Sehr konzentriert präsentiert sich der Blogliebling. Sandro Wagner jagt gleich den ersten Ball aus 17 Metern aufs Tor – Latte.

Luhukay: „Weiter, weiter.“

Wagner nimmt den Abpraller direkt: Pfosten.

In der nächsten Runde ist Wagner wieder an der Reihe, schließt aus 15 Metern ab: Innenpfosten, Tor.

Luhukay: „Geht doch, Sandro.“

Wager war erfolgreich, aber einer stellte alle in den Schatten. Ob als Flugkopfball oder als Aufsetzter, ob Volley mit Kraft oder gefühlvoll – Peter Niemeyer versenkte jeden Ball traumwandlerisch im Netz.Cotrainer Markus Gellhaus, einer der ebenfalls genau hinschaut, war angetan:

Peter, das waren jetzt 10 von 10.

Zehn Tore nach zehn Flanken, vielleicht hat Hertha einen etwaigen Ramos-Nachfolger schon gefunden, und zwar in den eigenen Reihen?

Hej, Ihr meint, ich übertreibe?

Bitt’schön, hier der Videobeweis für Peter ‚Gerd‘ Niemeyer von heute via @hertha-TV:

Die Haltungsnote des Tages . . .

. . . geht an Johannes van den Bergh, Kapitel ‚Sprinten fürs Lehrbuch‘.

Mehr als ein Freundschaftsspiel

Nico Schulz hatte geschmunzelt über die Anspielung auf Horst Hrubesch, bekanntlich hat der Nationaltrainer der deutschen U21 Schulz gerade am Dienstag im Länderspiel gegen Spanien (0:2) aufgestellt. Schulz berichtete von der Reise:

„Das war eindrucksvoll. Spanien ist im Moment das Beste, was es gibt, weltweit. Sich mit einem so starken Gegner zu messen, macht Spaß.“

Die Partie vor 8000 Zuschauern in Palencia war für ein Freundschaftsspiel relativ hart geführt. Auf der Frage danach runzelt Schulz die Stirn:

Wenn Deutschland auf Spanien trifft, das sind keine Freundschaftsspiele.

Ramos über Kolumbien, Pekerman und seine WM-Chance

P.S. Auf www.herthabsc.de gibt es ein aktuelles Interview mit Adrian Ramos. Auszug:

herthabsc.de: Du hattest, kurz vor Schluss, eine große Chance den Siegtreffer zu erzielen. Was lief schief?
Ramos: Oh Mann, ich weiß es nicht. Ich hatte einfach kein Glück. Ich wollte den Ball links vom tunesischen Torwart vorbeischieben, aber es klappte nicht. Pech, einfach Pech. Aber so ist es eben. Schade trotzdem, es wäre unser Siegtreffer gewesen…

Das ganze Interview – hier.