Das Laufen ist des Herthas Lust (und des Tolgas)

(lov) – Der Schnee schmilzt, es wird wieder etwas wärmer. Um des Wortspiels Willen könnte man auch sagen: Zeit für Hertha, so langsam mal aufzutauen. Zumindest bei der Traningseinheit heute Vormittag wurde einiges dafür getan. Passen, köpfen und vor allem: laufen.

Rund 80 Meter hin und her, immer wieder, mal die komplette, mal die halbe Strecke. Co-Trainer Markus Gellhaus zählte gnadenlos mit. Bei „15“ mussten die Hertha-Zugvögel am Ziel sein. Unten sehr ihr sie in geschlossener Formation fliegen. Mit Marathonmann Tolga Cigerci an der Spitze (da ganz hinten). Später mehr zu ihm. (Foto: lov)

Mal abgesehen davon, dass Laufeinheiten bei jedem Bundesligateam natürlich Standard sind: Das Thema ist einigermaßen spannend.

Was sagt die Laufleistung aus?

Der „Kicker“ hat in seiner aktuellen Ausgabe mal analysiert, wie sehr sich die Laufleistung eines Teams auf den Erfolg auswirkt. Ich habe euch das Ding mal abgepaust, hab‘ ja sonst nichts zu tun. (Quelle: Kicker)

Die beiden Bundesliga-Spitzenreiter aus München und Leverkusen belegen in der Lauftabelle also nur Rang 13 und 14. Laufstarke Teams wie Nürnberg und Freiburg stehen in der echten Tabelle hingegen unten.

Lustigerweise ist Hertha das einzige Team, bei dem die Platzierung in der Lauftabelle identisch mit der Punkteausbeute ist. Sprich: Bei Hertha stimmt das Verhältnis zwischen Laufaufwand und Punktertrag.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Auch Luhukay hebt immer mal wieder gern die Laufleistung des ein oder anderen hervor. Doch in der Regel sagt die Laufleistung eines Teams laut „Kicker“ nichts über seinen Erfolg aus:

Die Laufdistanz versagt also als Erfolgsindikator. Gleiches gilt für die Anzahl an Sprints, die eine Mannschaft absolviert. Auch hier gibt es keine signifikate Korrelation. Wie übrigens auch bei allen anderen Laufparametern.

Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel: Beispiel Tolga Cigerci. Der Mittelfeldmotor ist in jedem Spiel Herthas laufstärkster Mann, auch ligaweit ist er immer ganz oben dabei. Das und andere Attribute haben ihm einen Stammplatz beschert und ihn für Luhukay unverzichtbar gemacht:

Er hat eine sehr gute Spielübersicht und ist zum Denker und Lenker zwischen Angriff und Abwehr geworden. Ich hoffe sher, dass Tolga gegen Hamburg zum Kader gehört.

Wie Kollege Fiebrig am Montag bereits berichtete hat, ist Cigerci nach seiner Achillessehnenreizung wieder im Training dabei. Wie gut die Chancen stehen, dass er am Samstag gegen den Hamburger SV wieder ordentlich rennen darf, lest ihr morgen in der „Morgenpost“.

P.S.: Marcel Ndjeng musste das Training heute vorzeitig abbrechen. Nachwirkungen eines Presschlags, den er gegen den Club abbekommen hat. Aber offenbar keine große Geschichte.