Überlebenstraining unter Eis, Gegenbauer schaut, Ramos grinst

(ub) – Um 19.30 Uhr soll die Maschine mit Kjetil Rekdal Richtung Oslo abheben. Bei seinem letzten Trainingsbesuch bei Hertha grinste der ehemalige Kapitän.

Meine Spieler werden mich hassen.

Valeranga IF, die Mannschaft von Rekdal, hat in den zurückliegenden Tagen einen Überlebenstrip in den tief verschneiten Wäldern hoch über Oslo absolviert. Organisiert von der norwegischen Armee galt es, eine Übernachtungsgelegenheit bauen. Wenig zu essen. Zwei Löcher ins Eis zu hacken. Und dann durch das eiskalte Wasser von Loch zu Loch zu tauchen. Bei minus 5 Grad – Bildergalerie und Videoclip (Unterwasser-Szenen von 4:10 bis 6:40 Minuten) . Bin mir nur nicht sicher, ob es für das Teambuilding bei Valerenga eine gute Idee ist, dass alle dabei sind. Nur der Trainer nicht, der sich eine Fortbildungsmaßnahme in Berlin genehmigt hat.

Verglichen damit war das Programm, das Rekdal bei Hertha sah ein konventionelles Fußball-Training. Mit einem sehr engagierten Trainer Jos Luhukay. Der erneut mehrfach und lautstark bei den Passübungen dazwischen ging.

Nicht so halbe Bälle. Die landen dann nur im Niemandsland. Das ist unser Problem. Bis zum Sechzehner ist es gut. Und dann wird es schlampig. Wenn wir das so machen, ist alles umsonst.

Der Holländer bereichert die deutsche Sprache

Oder Luhukay als Sprachkreator:

Das ist Angsthasigkeit.

Trainingskibitz Rekdal wunderte sich. „Genau das hat der Trainer doch gestern schon mal erklärt.“ (Fotos: ub) Ein weiterer Trainingsgast war Präsident Werner Gegenbauer, der sich im Schal eingemummelt das Treiben anschaute.

Luhukay erklärte im Anschluss, worum es ihm vier Tage vor dem 19. Bundesliga-Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg geht:

Unser Spiel bei Ballbesitz muss besser werden. Die Pause hat uns nicht gut getan. Wir müssen wieder auf das Niveau kommen, was wir beim 2:1 in Dortmund hatten.

Jarstein und Wagner müssen vorzeitig in die Kabine

Torwart Rune Jarstein stieg bereits im ersten Drittel der Einheit aus, muskuläre Probleme im Oberschenkel. Kurz vor dem Ende ging Sandro Wagner. Torwart Thomas Kraft hatte dem Stürmer beim Abfangen einer Flanke mit angezogenem Knie ins Gesicht gesprungen.

„Mensch Thomas“, fluchte der Blogliebling.

Der Torwart entschuldigte sich: „Sorry, ich habe Dich nicht gesehen.“

Nach dem sie zuletzt ausgesetzt hatten, waren wieder dabei: Johannes van den Bergh, Ronny und Adrian Ramos. Die Frage, ob er mit dem Einsatz des Trios experimentiert habe, ob es für Sonntag reiche, fand der Trainer nicht so lustig.

Luhukay: „Wir experimentieren hier nicht. Der Mannschaftsarzt hat Grünes Licht gegeben. Alle drei haben das Training von Anfang bis Ende mitgemacht.“

Von den Rekonvaleszenten liefen John Brooks, Alexander Baumjohann und Tolga Cigerci Runden. Diese drei werden Sonntag nicht spielen. Zur Frage, ob er nach Dortmund wechsele, gab Adrian Ramos die Unschuld vom Lande. Nein, er wisse nichts davon.

Ronny und Ramos unzertrennlich

Sprach’s und stellte sich mit Ronny dem Immerhertha-Gruppenbild.

Ihr als Experten des heutigen Fußball-Geschäfts: Wie mutet Euch das Ballyhoo um Ramos und Borussia Dortmund an? Was läuft da? Und wenn bei Hertha niemand etwas aus Dortmund gehört hat: Wie geht Ihr als Trainer und wie als Manager mit der Causa Ramos um?