UPDATE: Sofian Chahed oder Herthas Deutscher Meister auf Job-Suche. Brooks fällt aus

(ub) – Nach ihm gesucht, hatten wir seit längerem. Heute stand er unverhofft vor mir: Sofian Chahed. Er verließ gerade die Geschäftsstelle von Hertha. Und wirkte entspannt. Gut gehe es ihm. Er sei gesund. 30 Jahre ist Sofian mittlerweile. Ein echtes Hertha-Eigengewächs. Deutscher Meister mit der B-Jugend (Siegestor-Schütze im Finale gegen den FC Bayern zum 1:0: Chahed / Aufstellungen mit Lahm und Lell – hier ). Er gab gemeinsam mit Malik Fathi seinen Bundesliga-Einstand in schweren Hertha-Zeiten unter Hans Meyer im Februar 2004. Bis 2009 stand er in Berlin unter Vertrag, zumeist war er als rechter Außenverteidiger im Einsatz, hin und wieder auch im defensiven Mittelfeld.

Gesucht haben wir von der Morgenpost ihn, weil seine Karriere nach der Station Hannover 96 ins Stocken geraten war. Seit Juni 2013 ist er ohne Job. Und wir wollen wissen, wie es ihm geht. Chahed:

„Ich fühle mich gut und habe vor, noch einige Jahre als Profi zu spielen. Aber heute ist man als Profi mit 30 nicht mehr so leicht zu vermitteln.“

Der Markt für ältere Profis wird komplizierter

In der Tat ist der Markt für ‚ältere‘ Profis komplizierter geworden. Jahr für Jahr drängen aus den Nachwuchszentren der Vereine neue Profis in die Branche. Jung, talentiert, hungrig. Und nicht so teuer. Für Ausnahmespieler gibt es, unabhängig vom Alter, immer Interessenten.

Chahed gehört zum Typus gut ausgebildeter, solider mannschaftsdienlicher Spieler, zwölf Jahre Berufserfahrung in der Bundesliga – für diese normalen, ordentlichen Spieler gibt es mittlerweile keinen Automatismus mehr auf Weiterbeschäftigung. Alexander Madlung, ehemaliger Teamkollege von Chahed in Berlin und Deutscher Meister mit dem VfL Wolfsburg, war ein halbes Jahr ohne Job, ehe er heute bei Eintracht Frankfurt einen neuen Arbeitgeber fand.

Für den Blog Immerhertha stellte sich Sofian Chahed zum Bild (Foto: ub).

Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berlin. Er hat den großen, vom 96-Sponsor gestellten SUV gegen einen Golf getauscht. Und hat sich fit gehalten. „Zunächst bin ich viel gejoggt. Aber das bringt es nicht. Damit kommt man nicht in den Zustand, den die Jungs haben“, er deutet hinüber auf den Schenckendorff-Platz, wo zuvor die Profis von Hertha BSC trainiert hatten.

Unterstützung vom SV Babelsberg

Seit Anfang September hat sich Chahed beim SV Babelsberg fit gehalten. Er sieht schmal und drahtig aus.

„Fünf mal die Woche Training mit einer Mannschaft, den Trainingseffekt bekommt man allein nicht hin.“

Momentan ist Chahed elektrisiert. Das Wintertransferfenster ist noch bis zum 31. Januar geöffnet. Natürlich hofft er auf einen Job.

„Ich merke, dass sich was bewegt. Noch ist nichts konkret, aber ich bin guter Hoffnung, dass sich etwas tut bis Monatsende.“

Die Frage, mit Blick auf seine in Berlin ansässige Familie, ob nur ein Klub aus Deutschland in Frage kommt, erstaunt den gebürtigen Berliner mit tunesischen Wurzeln:

„Der Markt ist in Deutschland, aber auch im Ausland. Zum Glück habe ich eine weltoffene Familie, wir würden das auch außerhalb von Deutschland angehen.“

Was traut Ihr Chahed zu? Was wünscht Ihr ihm?

John Brooks bricht ab

Aktuell in Kürze vom 11-Uhr-Training: Anwesend war reichlich Frauen-Power mit @elaine, @moogli und @dermitlesendenJutta, auch @BlauerMontag war vor Ort. Bei strahlendem Sonnenschein wurde eine Stunde Basics trainiert: Pässe auf kurze Distanz mit rechts. Mit links. Ballannahme mit einer Körpertäuschung zur einen Seite, um dann zur anderen weiter zu passen. Pässe auf mittlere Distanz mit rechts . . .

Im Anschluss wurde 10 Minuten gespielt (Foto ohne Schnickschnack-Filter: ub).

Blau: Kraft – Janker, Franz, Langkamp, van den Bergh – (Hosogai), Kobiashvili – Mukhtar, Kluge, Schulz – Allagui.

Rot: Gersbeck – Ndjeng, Lustenberger, (Brooks), Holland – Niemeyer, Cigerci – Skjelbred, Ronny, Sahar – Wagner.

Diese Formationen kamen aber rasch durcheinander, weil John Brooks nach wenigen Momenten das Feld verließ und Richtung Kabine ging. Wie Trainer Jos Luhukay sagte, hat Brooks Knieprobleme, er war am Vortag mit Sandro Wagner zusammengestoßen. Deshalb hieß es: kein Risiko eingehen, Ende für Brooks.

Um ein Gleichgewicht herzustellen, wurde Hosogai aus dem Team Blau abgezogen und war fortan im gelben Leibchen bei der jeweils ballführenden Mannschaft.

Tor: 1:0 Skjelbred. Sehr zum Missfallen von Torwart Kraft, der mit den Vorderleuten haderte, weil die in der Situation den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekommen hatten.

Pause für Ramos und Pekarik

In der Kabine gepflegt wurden Adrian Ramos und Peter Pekarik. Trainer Luhukay: „Adrian und Peter haben fast alle Spiele gemacht. Ich brauche sie nicht heute fit, sondern für die gesamte Rückrunde. Deshalb wurden sie heute geschont.“

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Am Abend gibt Hertha BSC bekannt, dass die Verletzung bei John Brooks eine Zwangspause nach sich zieht. Die Meldung im Wortlaut:

John Anthony Brooks hat sich im Training eine Innenbandzerrung im linken Knie zugezogen. Dies ergab eine MRT-Untersuchung bei Teamarzt Dr. Uli Schleicher. Herthas Innenverteidiger muss 10 bis 14 Tage pausieren und wird demzufolge am Donnerstag nicht mit ins Trainingslager nach Belek (Türkei) mitfliegen.

Training am morgigen Mittwoch: 10 und 14.30 Uhr auf dem Schenckendorff-Platz.