Aufgalopp bei Hertha mit Rune Jarstein, aber ohne Ben-Hatira

(mey) – Das muss sich wohl so anfühlen wie beim ersten Schultag nach den Sommerferien: Man freut sich, die Jungs, mit denen man halt so rumhängt, wiederzusehen. Ein bisschen aufgeregt ist man auch. Aber dann – nach ein, zwei Stunden Bio-Grundkurs vielleicht – steckt man wieder drin in der alltäglichen Routine.

Für die Profis von Hertha BSC begann heute nach genau zwölf Tagen Weihnachtsurlaub wieder der Ernst des Lebens: Trainer Jos Luhukay bat zur ersten Trainingseinheit 2014. Grob geschätz 500 Zuschauer waren gekommen, um dem aktuellen Tabellen-Sechsten der Bundesliga dabei zuzusehen.

Um Punkt 13.57 Uhr, als drei Minuten vor der Zeit, betraten Kapitän Fabian Lustenberger und seine Kollegen den Schenckendorffplatz (übrigens begutachtet auch von @elaine, @bb, @diemitlesendenjutta, @psi sowie @danseinetante und @knüppel). Zunächst wurde ein bisschen der Ball hochgehalten (Foto: @ub). Innenverteidiger Sebastian Langkamp hat übrigens seine Oberschenkelverletzung auskuriert und konnte heute wieder voll mitmischen (ebenso wie Johannes van den Bergh).

Beim Plaudern mit Kraft

Auf einen hatten sich die Zuschauer besonders gefreut: Rune Jarstein. Der bisher einzige Neuzugäng der Herthaner trainierte heute zum allerersten Mal mit den neuen Kollegen. Der 29-Jährige kam ablösefrei vom norwegischen Klub Viking Stavanger und soll den Konkurrenzkampf im Tor der Berliner anheizen. Aus der Kabine kam er übrigens angeregt plaudernd mit Thomas Kraft.

Ein mögliches Klischee, dass sich hier zwei erbitterte Konkurrenten gegenüberstehen, die sich gegenseitig nicht den Schmutz unter den Fingernägeln gönnen, wurde gleich mal torpediert (oder sollte torpediert werden).

Nach der ersten Einheit in Berlin sagte Jarstein in einem ziemlich ordentlichen Englisch (Foto: @ub):

„Es war gut, dass ich endlich die anderen Spieler kennenlernen konnte. Das Wichtigste für mich wird sein, dass ich mich schnell zurecht finde. Ich will jeden Tag hart arbeiten.“

Wie er seine Rolle so im Team sieht, lest ihr morgen in eurer Morgenpost

Frage an euch: Was traut ihr Jarstein in dieser Saison noch zu? Wird er einfach nur eine bessere Nummer zwei hinter Thomas Kraft werden? Oder kann er den bisher nahezu konkurrenzlosen Keeper sogar aus dem Herthator verdrängen?

Schwitzen für den langen Atem

Wer nun aber dachte, die erste Übungseinheit werde ein lockerer Aufgalopp für die Fans, der irrte: Luhukay zog das Training 90 Minuten lang durch. Nach Passübungen (Klatsch-Klatsch) und kleinem Trainingsspielchen ohne Tore mussten die Profis gleich mal noch Dauerläufe absolvieren. Luhukay hat erkannt, dass einer der Hauptgründe für den Aufschwung der Berliner der gute körperliche Zustand war. Das soll auch so bleiben und deshalb wird geschwitzt für den langen Atem.

Nach dem Training sagte Luhukay:

„Ich habe zehn Tage abgeschaltet. Jetzt habe ich mich aber wieder auf das erste Training gefreut. Wir freuen uns auch, so vielen Fans hier zu sehen.“

Dann wurde der Niederländer gefragt, wann denn das Jahr 2014 ein gutse für ihn wäre. Antwort:

„Wenn wir weiter so erfolgreich spielen wie im vergangenen Jahr.“

Am Ende der Trainingseinheit durften die Berliner (hier Adrian Ramos; Foto: @ub) dann noch fleißig Autorgramme schreiben:

Baumjohann trainiert individuell

Nicht auf dem Platz dafür aber in der Kabine trainierte heute Alexander Baumjohann. Der Mittelfeldspieler, der sich in der Hinrunde gegen Wolfsburg bekanntlich das Kreuzband gerissen hatte, befindet sich auf einem guten Weg. Er wird am Donnerstag mit dem Team ins Trainingslager nach Belek reisen. Zwar wird er dort noch nicht mit der Mannschaft trainieren, aber ein individuelles Programm absolvieren können. Immerhin.

Sorge um Ben-Hatira

Ebenfalls in der Kabine machte heute Änis Ben-Hatira seine Übungen. Der Deutsch-Tunesier laboriert immer noch an der Sprunggelenksverletzung, die er sich vor wenigen Wochen im Training zugezogen hatte. Luhukay sagte heute zu ihm:

„Änis kann noch nicht wieder mit der Mannschaft trainieren. Wir machen jetzt ein leichtes Lauftraining und müssen von Tag zu Tag sehen. Wir hoffen, dass er mit nach Belek ins Trainingslager reisen kann.“

Das Trainingsprogramm für die Herthaner in den nächsten Tagen sieht so aus: Morgen, am Sonnabend, bitte Luhukay seine Profis um 10 Uhr und um 14.30 Uhr auf den Schenckendorffplatz. Am Sonntag wird es eine Trainingseinheit geben.