Hertha mit 25 Punkten: Glühwein, Gesang und ein Schuss Demut

(Seb) – Die Damen und Herren, die heute Morgen gegen 10.30 Uhr auf dem Trainingsgelände ihrem Team einen Besuch abstatteten, hatten richtig gute Laune. Erst begrüßten sie mit einem langen Transparent die Spieler direkt an der Mannschaftskabine. Dann sangen sie ein Ständchen. Schaut es euch an (Kamerakind: Seb)

Dazu boten die Fans noch Glühwein an. Für diejenigen, die am frühen Morgen dem Alkohol noch abgeneigt sind, gab es auch Roibuschtee.

Neben der guten Laune gab es auch noch gute Nachrichten. Alle angeschlagenen Spieler sind nicht ernsthaft verletzt. Für Dortmund sollte es also passen. Adrian Ramos hat eine leichte Prellung an der linken Schulter und etwas Oberschenkelprobleme gehabt, lief aber schon wieder mit. Sandro Wagner ist erkältet. Zudem ist Sebastian Langkamp nach seinem Muskelfaserriss heute erstmals gelaufen.

Aktive Erholung in der Schwimmhalle

Per Skjelbred nahm einen Bluterguss am linken Oberschenkel und eine leichte Oberschenkelzerrung aus der Partie mit. Doch der Norweger nahm das mit einem Achselzucken hin und verabschiedete sich zum Schluss in die Schwimmhalle mit seinen Kindern. Ich nenne das mal aktive Erholung, denn mit Kindern kommt man beim Baden eher selten zur Ruhe.

Der Trainer durfte heute noch einmal erklären, was der Unterschied zwischen dem Ziel Klassenerhalt und Abstiegskampf ist. Dem Kollegen von Sky erklärte er vor der Kamera: „Wir haben nie von Abstiegskampf geredet. Wir wollten von Anfang an guten und erfolgreichen Fußball spielen.“

In Sachen Demut hat Berlin noch Nachholbedarf

Das Kuriose an Herthas aktueller Situation ist, dass der Platz sechs auf die Mannschaft gerade steht, am Ende zur Teilnahme am Europapokal berechtigen würde. Einerseits. Aber ganz ehrlich: Ich habe noch keinen einzigen Herthafan getroffen, der aktuell von Europa League oder Champions League reden würde. Angesichts der letzten Jahre ist das eine geradezu absurde Vorstellung. Die Spieler werden trotzdem gefragt.

Ich mochte die Reaktion von Peter Niemeyer, der etwas verdutzt schaute. So, als würde man einen Fahrer, dessen Fahrzeug auf der Autobahn gerade ganz gut mithält, nach der Teilnahme an einer Rennserie fragen. „Ganz ehrlich: Daran habe ich bis eben noch keine Sekunde gedacht. Demut ist das richtige Wort für unsere aktuelle Situation. Da haben die Berliner insgesamt noch etwas Nachholbedarf.“