Luhukay: "Ich mache mir keine Sorgen. Nur Gedanken."

(Seb) – Die großen Themen und Aufreger gehen momentan etwas an Hertha BSC vorbei. Immer kurz bevor ich denke, hier sei nichts los, erinnere ich mich an das Theater vor zwei Jahren. Dann finde ich alles wieder gut und richtig, wie es läuft. So lange die Kameras von SkySportnews um das Vereinsgelände einen Bogen machen, läuft wenig verkehrt. Das jedenfalls ist mein Indikator.

Trotzdem dauerte die obligatorische Pressekonferenz vor dem Spiel über 22 Minuten (Foto: Seb)

Johannes van den Bergh fraglich

Neben den verletzten Ben-Hatira, Langkamp und Baumjohann ist noch Johannes van den Bergh fraglich. Die Oberschenkelverhärtung des Linksverteidigers wird immer noch intensiv behandelt. An Training ist heute nicht zu denken. Morgen wird entschieden, ob es für das Abschlusstraining reicht. „Vielleicht reicht es für Freitag“, meinte Luhukay.

Auf der linken Seite hat der Niederländer mit Holland (defensiv), Kobiashvili (defensiv/offensiv) oder auch Schulz (offensiv) genug Alternativen, so dass er auf der Pressekonferenz sagte: „Ich mache mir keine Sorgen. Nur Gedanken.“ Mal sehen, ob wir demnächst diesen Spruch in weiß auf blauen Shirts betrachten dürfen. Ich persönlich finde, dass der Trainer mittlerweile eine ganz gute Sammlung an Sätzen gebracht hat, die mir im Gedächtnis geblieben sind.

Hertha in Fahrt dank Tandem und Achse

Das letzte Heimspiel des Jahres ist eine Chance für einen eleganten Abschied von den Fans, der natürlich mit einem Sieg süßer schmeckt. Nach zuletzt drei vergeblichen Anläufen für einen Heimerfolg bietet Bremen die Chance, wieder an den Saisonstart anzuknüpfen. „Wir wollen das Spiel gestalten. Aber die Krönung erfolgt durch Tore. Wer sie am Ende schießt, ist mir egal“, sagte Luhukay dazu. Der Niederländer sagte zur Offensive: „An dem Tandem Ronny und Ramos haben wir in Braunschweig viel Freude gehabt. Das gibt auch Hoffnung für Freitag.“ Eine Einsatzgarantie wollte er dem Brasilianer aber nicht geben.

Herthas Defensivarbeit ist in dieser Spielzeit bisher bemerkenswert. Erst 17 Gegentore und noch nicht ein einziges Kontergegentor, obwohl die Mannschaft hoch verteidigt. „Ich finde das selbst beeindruckend. Wie die Mannschaft das als Team umsetzt, ist nicht normal. Aber wir haben auch eine sehr stabile Achse, die bei Thomas Kraft im Tor beginnt, über Fabian Lustenberger und Hajime Hosogai bis hin zum Zielspieler Adrian Ramos. Das funktioniert und überträgt sich auf die Mannschaft. Wir sind ein sehr unangenehm zu bespielendes Team.“

Keine neuen Ziele

Über neue Vorgaben an seine Mannschaft wollte der Trainer nicht sprechen. Hertha hat die 20-Punkte-Marke überschritten, die so etwas wie die Maßgabe für die Hinrunde war. Aber damit hat noch niemand die Klasse gehalten. Luhukay ließ sich nicht locken und sagte dazu klar und offen: „Wir sind Aufsteiger und haben nicht von der Europa League oder der Meisterschaft geträumt. Lasst uns froh sein, dass wir vom ersten Spieltag an gut in der Bundesliga angekommen sind. Wir sind mittendrin und voll dabei!“

Das Video von der Pressekonferenz bette ich hier ein, wenn HerthaTV es online gestellt hat.

Das Video von der Pressekonferenz