Verletzungssorgen um Herthas Ben-Hatira

(mey) – Änis Ben-Hatira dribbelte auf das Tor zu, schickte den ersten Kollegen mit einer feinen Finte ins Kino, dann den zweiten. Nun stand Herthas Mittelfeldspieler sieben Meter allein vor dem Tor. Doch anstatt den Ball ins Netz zu dreschen, kullerte dieser am Pfosten vorbei ins Aus, und ein markerschütternder Schrei schallte über den Schenckendorffplatz. Ben-Hatiras Kollegen liefen sofort zu ihm (Beweisfoto @mey: Kann man was erkennen?):

Ohne Fremdeinwirkung war der 25-Jährige bei der heutigen Nachmittagseinheit mit dem rechten Fuß umgeknickt. Als er mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Kabine humpelte, sagte Ben-Hatira: „Ich bin im Rasen hängen geblieben.“

Wie schwer die Verletzung ist, konnte Herthas Cheftrainer Jos Luhukay nach dem Training noch nicht sagen. „Wir müssen abwarten.“ Gestern schon hatte der Flügelspieler bereits beim Training gefehlt, weil er sich am Chiemsee erneut am Schambein behandeln ließ. Ob Ben-Hatira für das Auswärtsspiel am Sonntag gegen Eintracht Braunschweig (17.30 Uhr) zur Verfügung steht, ist offen.

Ohnehin, das habe ich gestern schon angedeutet, wirkte Ben-Hatira zuletzt auf mich überspielt. Vielleicht geht Luhukay nach der Verletzung heute beim Training erst recht kein Risiko mehr ein und schont den Flügelspieler gegen die Niedersachsen.

Frage an euch: Wie schlimm wäre ein Ausfall Ben-Hatiras gegen Braunschweig? Wen würdet ihr als Ben-Hatira-Ersatz sehen wollen? Nico Schulz, der auch gegen Augsburg zuletzt für ihn eingewechselt wurde und das auf der linken Seite schon des Öfteren in dieser Spielzeit recht ordentlich gemacht hat? Oder würdet ihr endlich einmal Ben Sahar eine Chance geben? Der Israeli kam in der Liga noch keine Sekunde zum Einsatz in dieser Saison.

Torschüsse für das Feeling

Ansonsten hatte es Luhukay heute augenscheinlich auf eine Sache abgesehen: Der Niederländer ließ seine Mannschaft verstärkt Torschüsse üben. Torschüsse nach Flanken. Torschüsse aus dem Spiel heraus. Nach zwei Bundesligaspielen ohne eigenen Treffer soll es gegen Braunschweig nun wieder klappen – und dafür soll im Training schon mal das Feeling zurückkommen.

Allerdings hatte heute erstaunlicher Weise nur Maik Franz so richtig Zielwasser getrunken. Der Verteidiger haute eine Flanke nach der anderen in die Maschen. Bei seinen Kollegen klappte dagegen nicht so viel.

Eine Beobachterin fragte ihren Nebenmann: „Warum schießen die denn keine Tore?“ Trockene Anwort: „Haben se ja am Sonnabend auch nicht gemacht.“

Brooks mischt wieder mit

John Anthony Brooks trainierte heute übrigens wieder voll mit der Mannschaft. Wegen Knieproblemen hatte der 20-Jährige ja in der vergangenen Woche pausiert. Ganz ausgeheilt scheint das allerdings noch nicht zu sein. Bei einem Zweikampf mit Sandro Wagner hatte der Deutsch-Amerikaner Schmerzen und fluchte.

Die Frage, wie es seinem Knie gehe, wollte Brooks nicht beantworten (er redet derzeit nicht mit der Presse). Ich wiederhole mich hier gern: Ich denke nicht, dass Brooks spielen wird.

Bei den Spielformen teilte Luhukay heute Christoph Janker als Nebenmann von Fabian Lustenberger ein. Das muss kein Hinweis auf Sonntag sein. Aber irgendwie glaube ich nicht, dass Luhukay Hajime Hosogai aus dem Mittelfeld zurück ins Abwehrzentrum beordern wird, sondern eher auf Janker oder eben Franz setzen wird.

Zu Janker sagte Luhukay heute: „Nachdem Marcel Ndjeng zurückgekommen ist und wieder im Training auf der rechten Abwehrseite spielen kann, trainiert Christoph wieder in der Innenverteidigung. Er fühlt sich da am wohlsten.“ Auf die tägliche Frage, wer denn neben Lustenberger auflaufen werde, sagte der 50-Jährige:

„Ich kann und will mich noch nicht festlegen. Es ist noch viel zu früh dafür.“

Wir bleiben natürlich für euch dran. Morgen trainieren die Herthaner zum letzten Mal in dieser Woche um 14 Uhr öffentlich, bevor es dann am Sonntag gegen Braunschweig geht.