Alle wieder da und keine Strafe für Adrian Ramos

(Seb) – Regenschirm an Regenschirm und alle Spieler auf dem Platz. Alle Spieler? Nein, drei weitgereiste Profis blieben dem nasskaltem Wetter fern. John Brooks, Per Skjelbred und Hajime Hosogai kamen heute nach den Länderspielen zurück und meldeten sich gleich bei Hertha. Die beiden letztgenannten strampelten sich 20 Minuten auf dem Fahrrad in der Kabine die Müdigkeit aus den Knochen.

Für den Rest hieß es: Viel bewegen und gegen Nässe und Kälte ankämpfen. Das wichtigste Werkzeug der zahlreichen anwesenden Journalisten seht ihr auf dem Bild (Foto: Seb).

Wann ist zu spät zu spät?

Auffällig dabei auch Adrian Ramos, der etwas länger als abgemacht in Madrid verblieb. Strafen hat der Kolumbianer dafür allerdings keine zu befürchten, sagte Trainer Jos Luhukay nach der Einheit: „Er stand die ganze Zeit mit mir und dem Manager in Verbindung. Das heißt, dass er entschuldigt fehlte.“ Warum Ramos den Rückflug nach Berlin nicht antreten konnte und warum er keinen zeitnahen Ersatzflug fand, wollte der Niederländer aber nicht ausführen.

Die Vereinsdarstellung lautet: Ramos verpasste den Rückflug und fand keine schnellere Möglichkeit, nach Berlin zurückzukommen. Von Geldstrafen hält der Coach persönlich nichts, ließ aber durchblicken, dass er in dieser Saison schon einmal Strafen aussprach. Sämtliche Nachfragen perlten an dem sonst so auskunftsfreudigen Niederländer ab wie Kritik an der Geheimdienstüberwachung in Deutschland an Kanzlerin Merkel.

Zurück zum Sport

Änis Ben-Hatira wurde noch geschont und verließ den Trainingsplatz nach etwas mehr als einer halben Stunde. Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ich habe den Eindruck, dass alle gerade vermeiden wollen, dass aus den Schambeinbeschwerden des tunesischen Nationalspielers eine wirkliche Entzündung entsteht, die zu einem längerfristigen Ausfall führt.

Beim Training legte Jos Luhukay viel Wert auf präzises und schnelles Spiel über die Außenbahn, bei dem die Profis von der Grundlinie in den Rückraum auf zwei mitlaufende Spieler flanken sollten. Der Niederländer wurde ab und an sehr laut und forderte mehr Genauigkeit bei den Zuspielen: „Ansonsten ist der ganze Spielzug umsonst!“ Wie ein guter Pädagoge dachte Luhukay auch daran, nicht das Lob zu vergessen. Adressat der freundlichen Worte war vor allem Ronny. Der Brasilianer brachte sogar einen Kopfball im Tor unter. Für die ungewohnten Abschlüsse mit dem Kopf nahm er vor jedem Angriff die Mütze ab. Um den heutigen Blogpost mit einem Kalauer zu beenden: Vielleicht wird Leverkusen am Sonnabend mit Köpfchen besiegt.

Ausgehtipp

Für die Kurzentschlossenen: Heute um 20 Uhr wird aus den Büchern „111 Gründe, Hertha BSC zu lieben“ und „111 Gründe, den 1. FC Union zu lieben“ gelesen. Und zwar von den Autoren selbst. Das ganze findet für 3 Euro Eintritt in der Magnet-Bar, Veteranenstraße 26 (Mitte, U Rosenthaler Platz), statt.