UPDATE Herthas Vorbereitung auf Gladbach: Entwarnung bei Ben-Hatira

(ub) – Jos Luhukay war in Gedanken versunken. Der Trainer stand allein in der Mitte und hatte reichlich Zeit. Angeleitet von Cotrainer Markus Gellhaus lief die Mannschaft eine Konditionseinheit um die beiden Trainingsplätze herum. Ob rechtsherum oder links, jeder Spieler konnte es sich aussuchen. Die Formel, die Gellhaus ausgegeben hatte für diese Vormittagstraining lautete:

„Vier mal vier.“

‚Vier mal vier Minuten‘ waren gemeint. Die Profis trugen ihre Pulsbänder an der Brust, um die Herzfrequenz zu messen. Jeder Spieler lief im Bereich „intensives Intervalltraining“. Grundlagen sind die Daten, die die Trainer-Crew regelmäßig seit Saisonbeginn erhebt . . .

deshalb waren alle in etwas unterschiedlichem Tempo unterwegs. Hier zieht Peer Kluge seine Bahn, hat aber Immerhertha fest im Blick (Fotos in flämischer Malerei-Anmutung: ub). Nach vier schweißtreibenden Minuten wurde jeweils drei Minuten langsam getrabt. Allerdings ließen es es einige – keine Namen – dabei so langsam angehen, dass Gellhaus mahnte:

„Langsam laufen, aber nicht Gehen.“

Bei zwei Spielern ergaben die Zahlen aus dem Computer, dass sie die Einheit Seite an Seite absolvierten . . .

. . . Johannes van den Bergh (mit Blick auf Immerhertha) und Sandro Wagner. Da ich für den Blog am Fotografieren war, musste ich Wagners Angebot sausen lassen: „Läufste mit?“

Zum Leidwesen von Trainer Luhukay hat er nach wie vor nicht die gesamte Mannschaft zur Verfügung. Sami Allagui, am vergangenen Sonntag mit Tunesien in der WM-Qualifikation im Einsatz (0:0 gegen Kamerun) absolvierte ein Schonprogramm. Mit Peter Pekarik (Slowakei), Per Skjelbred (Norwegen), Hajime Hosogai (Japan) und Nico Schulz (U21-Nationalmannschaft) kehren erst nach ihren Länderspiele heute Abend erst morgen nach Berlin zurück. Luhukay:

„Das heißt, dass ich auch Donnerstag nicht voll trainieren kann. Ohne die Länderspiel-Termine würde ich in dieser Woche ganz anders trainieren lassen.“

Am Freitag steht das Abschlusstraining an, bei dem die Intensität ohnehin reduziert wird. Schließlich will Hertha am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach die Topleistung abrufen.

Burchert zügig, Kraft teilt sich die Kraft ein

Zu allem Überfluss droht ein weiteres Problem. Änis Ben-Hatira fehlte wegen eines Arzt-Termines, er hat Schambein-Probleme.

Irgendwie keine idealen Voraussetzungen, aber auch Gladbachs Trainer Lucien Favre hat diverse Länderspiel-Fahrer, die ihm derzeit fehlen. Meine Meinung: Luhukay wird dennoch versuchen die Spannung im Team unter der Woche aufzubauen.

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Nach der Einheit am Nachmittag gab der Trainer Entwarnung. „Änis wird morgen wieder dabei sein“, sagte Jos Luhukay. Der tunesische Nationalspieler hatte am Vormittag einen Arzt konsultiert. Die Diagnose scheint so ausgefallen zu sein, dass Ben-Hatira seinen Beruf ausüben kann.

Zuvor war der Ball gerollt. Der Trainer ließ auf sehr kleinem Feld (mit großen Toren) Sechs-gegen-Sechs spielen. Entsprechend viele Tore fielen, habe da den Überblick verloren. Ben Sahar hat getroffen, Fabian Lustenberger überzeugte mit einer eindrucksvollen Kombination aus Antritt, Gegenspieler austanzen und den Ball gefühlvoll über Thomas Kraft ins Netz lupfen.

Kraft: Das gibt’s doch nicht.

Wie schon am Montag waren auch heute die U23-Youngster Robert Andrich und Yanni Regäsel dabei.Jeweils das andere Dutzend der Spieler schaute am Rand zu. Das heißt, alle, bis auf einen der Torwarte. Kraft, Sascha Burchert oder Philip Sprint – jeweils der Schlussmann, der nicht auf dem Kleinfeld stand, musste um die benachbarten großen Trainingsplätzen Runden laufen. Insbesondere Burchert war zügig unterwegs. Kraft begnügte sich mit ‚Ich-bin-die-Nr.1‘-Tempo.

Verabschiede mich mit einer Abendstimmung von der Budapester Straße, etwa gegen 19 Uhr. Wünsche nun allen viel Spaß beim Länderspiel Schweden-Deutschland. Morgen, Mittwoch, steht das letzte öffentliche Training auf dem Schenckendorff-Platz an (15.30 Uhr).