Hertha-TV ab nächster Saison gratis

(Seb) – Die Nachricht, die Hertha heute zum eigenen Klub-TV publiziert hat, klingt erst einmal prima: Geschenk an die Fans – HerthaTV gratis

Finanz-Chef Ingo Schiller sagt dazu:

Das ist unser Dankeschön für die tolle Unterstützung der Hertha-Fans allgemein“, sagt Geschäftsfüher Ingo Schiller, „besonders auch in der abgelaufenen Zweitligasaison.

Ich verstehe, dass der Verein das Thema positiv verkauft und habe mich auf den ersten Blick auch gefreut, denn ich zahle brav meine Gebühren. Da ist es natürlich schön das Gleiche für kein Geld zu erhalten. Doch so einfach, wie das auf den ersten Blick scheint, ist das dann doch nicht.

Die Fakten:

  • Hertha TV kostet ab Juli kein Geld mehr
  • die Angebote sind nicht mehr unter herthatv.de, sondern auf dem Hertha-Kanal bei Youtube abrufbar
  • Alle von Hertha eigenproduzierten Inhalte sind dort abrufbar
  • Spielzusammenfassungen gibt es dann erst ab Mittwoch 0 Uhr zu sehen (bisher kurz nach dem Spiel)
  • komplette Spiele zum Nachschauen wird es nicht gratis geben, also wohl gar nicht mehr geben (bisher kurz nach dem Spiel)

Kurz: Es kostet zwar nichts mehr, aber es gibt auch weniger im Gesamtpaket. Der Grund liegt zum Einen darin, dass nur wenige Vereine mit ihrem Klub-TV wirklich Gewinne machen. Das ist bei Hertha ebensowenig der Fall wie beim Stadtrivalen aus Köpenick, der auch in der nächsten Saison sein Bezahlmodell beibehalten wird und im Gegensatz zu Hertha beim Infrastrukturanbieter TVNext bleibt.

Aber auch der neue TV-Vertrag wirkt sich hier aus. Der sieht kostenlose Kurzzusammenfassungen im Netz erst ab Mittwoch 0 Uhr vor. So hat mir das auch Eckart Gutschmidt (Leiter Sportmedien bei der Deutschen Fußball-Liga) am Telefon bestätigt. Bisher gab es die schon Montag 0 Uhr. Außerdem gibt es einige Änderungen in der Anbieterstruktur. Bisher wurde das Klub-TV bei Hertha mit Inhalten von LigaTotal von der Telekom bespielt. Die sind bekannterweise bei der Rechtevergabe ab nächster Saison leer ausgegangen.

Für Hertha hätte ein Beibehalten der bisherigen Bezahlstrategie ein Minus verursacht, dass höchstens durch einen Sponsor zu beheben gewesen wäre. Deshalb dann letztlich die Entscheidung für den gratis Weg, der mit dem Wechsel auf die kostenlos nutzbare Google-Tochter Youtube auch konsequent gegangen wird. Alleine stehen die Blau-Weißen mit ihrer Entscheidung nicht. Vor kurzem wählte der 1. FC Nürnberg den gleichen Weg.

Schon 10.000 Dauerkarten verkauft

Eine andere Nachricht, die ich ganz kurz und knapp wiedergeben kann, ist die über den aktuellen Stand der verkauften Saisontickets: Bisher wurden schon 10.000 Dauerkarten verkauft. Ein imponierender Wert, wenn man bedenkt, dass nur bisherige Dauerkarteninhaber und Mitglieder die Tickets erwerben konnten. Ab dem 10. Juni um 10 Uhr darf dann jeder eine Karte erwerben.