Preetz dementiert Interesse an Drobny

(Seb) – Die Geschichte der Kollegen der „Bild“, dass Hertha über eine Rückholaktion von Jaroslav Drobny nach Berlin nachdenkt, hat euch in den Kommentaren im Blog elektrisiert. Ich habe gerade mit Manager Michael Preetz dazu gesprochen, der das Thema uns gegenüber entschieden dementiert:

Da ist nichts dran.

So charmant die Idee einer Verpflichtung von Drobny ist, spricht doch aus rationaler Sicht meiner Meinung nach mehr dagegen als dafür. Klar ist: Der Tscheche wäre eine starke Nummer zwei und würde jegliche Sorgen bei einem möglichen verletzungsbedingten Ausfall oder einer Sperre von Herthas Nummer eins Thomas Kraft wegwischen.

Dagegen sprechen die finanziellen Aufwendungen für einen zweiten Torhüter der Kategorie Drobny. Im Zweifelsfall würde der Verein viel Geld ausgeben für einen Spieler, der im besten Fall (kein Ausfall von Kraft) nicht eine einzige Partie bestreitet. Was Herthas Nummer eins betrifft, habe ich das Gefühl, dass Thomas Kraft kein Profi ist, der unbedingt jemanden benötigt, der ihm im Training Dampf macht. Bisher hatte ich den Eindruck, dass er selbst alleine trainierend so viel Ehrgeiz besitzen würde, sich selbst heiß zu machen. Der Verein selbst hat sich durch die Ablösung von Torwarttrainer Christian Fiedler entschieden, an einer anderen Stellschraube zu drehen.

Die Zweifel an Sascha Burchert sind in Berlin schon fast Folklore. Herthas Nummer zwei besitzt einen langfristigen Vertrag bis 2016, der erst Ende des vergangenen Jahres geschlossen wurde. Gerade am Anfang der Zweitliga-Saison hat der Keeper bewiesen, dass er Kraft vertreten kann. Zum Beispiel stand er beim Derbysieg gegen Union an der Alten Försterei im Kasten. Es ist das Schicksal von zweiten Torhütern, dass sie eher wenig Spielpraxis haben. Ihre Qualität besteht darin, dass sie jederzeit einsatzfähig sind und sich nahtlos ins Team eingliedern können. Deshalb kommen aber nicht alle 36 Profiklubs der Bundelsiga und Zweiten Liga auf die Idee, ihre Ersatzkeeper für mehr Spielpraxis auszuleihen. Selbst wenn, wäre die entscheidende Frage auch: Wohin? Naturgemäß sind die vakanten Stammplätze für Torhüter rar gesät.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Idee ist charmant, aber mit dem klaren Dementi von Michael Preetz, würde ich sie erst einmal zur Seite legen. Herthas Prioritäten bei Neuverpflichtungen liegen auf anderen Positionen, auch wenn man bei Entwicklungen am Markt sicher auch über Spieler nachdenkt, die man eigentlich nicht auf dem Plan hat.