Kobiashvili über müde Beine, Fehler und Erfahrung: Ich bin glücklich

(ub) – Ostermontag, außer „Zecke“ Neuendorf (38) hatten bei Hertha alle frei. Habe nach dem 2:0 gegen den VfL Bochum, dem 17. Saisonsieg von Hertha, mit Levan Kobiashvili (35) gesprochen. Der blickt auf 336 Bundesliga-Spiele zurück, auf 81 Zweitliga-Partien und 100 Länderspiele. Und eine unfreiwillige sehr, sehr lange Pause.

Immerhertha: Levan, wie geht’s einen Tag danach?

Levan Kobiashvili: Wie immer nach einem Spiel: Die Beine sind etwas schwer, bin etwas müde. Also alles ganz normal. Hauptsache, ich bin gesund und es gibt keine Verletzung.

Du bist selten verletzt.

Kobiashvili: Ihr hört es im Training ja auch, dass der Trainer oft sagt: Ihr müsst den Ball rechtzeitig abspielen, damit es gar nicht erst zu solchen Situationen kommt. Ich weiß das.

Du musstest sieben Monate wegen der DFB-Sperre aussetzen. Jetzt hast Du vier Partien in Folge durchgespielt, wie sieht es mit dem Spielrhythmus aus?

Kobiashvili: Es ist nicht leicht. Immerhin bin ich nicht so lange wegen einer Verletzung ausgefallen oder weil ich krank war. Ich habe alles mitgemacht: Training, Trainingslager, alles. Aber mir hat die Spielpraxis gefehlt. Dann bin ich in der Rückrunde zwei, dreimal eingewechselt worden. Das hat mir gut getan. Jetzt bin ich drin in der Mannschaft. Ich freue mich riesig.

Im Spiel gegen 1860 bist Du bei ein, zwei scharfen Flanken vorbeirutscht. Hat das noch mit der langen Pause zu tun?

Kobiashvili: So etwas darf eigentlich nicht passieren. Vor allem nicht bei meiner Erfahrung. Ich wollte da zwei Sachen gleichzeitig machen: Ein Auge auf meinen Gegenspieler haben und meinem Innenverteidiger in der Mitte helfen, indem ich etwas einrücke, um ihn abzusichern. Dann kam der Pass, der war gut gespielt. Und wir hatten Glück, dass der Ball nicht im Tor landete. Keine Frage, mein Fehler.

Wie sehr ärgert es Dich, wenn Du mal überlaufen oder überspielt wirst?

Kobiashvili: Klar ärgert mich das. Aber Erfahrung hilft. Man muss die Situation abhaken und sich auf die nächste Szene konzentrieren. Wenn man im Spiel oft nachdenkt über eigene Fehler, machst Du gleich einen zweiten Fehler hinterher. Meine Erfahrung lehrt mich: Du kannst nicht ändern, was eben passiert ist. Aber du kannst ändern, was gleich passieren wird.

Es passiert Dir selten, dass Du zwei Fehler hintereinander machst.

Kobiashvili: Das hat mit Erfahrung zu tun. Wenn es eine komische Situation gab, versuche ich danach einen sicheren Ball zu spielen. Auch zu Anfang eines Spiels versuche ich immer mit drei, vier sicheren Bälle reinzukommen, um mich sicher zu fühlen. Junge Spieler versuchen manchmal nach einem Fehler etwas Besonderes zu zeigen. Aber das ist riskant. Manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Wenn etwas nicht gut war, versuche ich immer ruhig zu werden, Sicherheit bekommen. Dann läuft es wieder.

Luhukay: Ich bin mit Kobi sehr zufrieden

Habe auch den Trainer zu seinen linken Verteidigern befragt.

Jos Luhukay: Ich bin mit Kobi sehr zufrieden. Wir haben einige richtig gute Charaktere in der Mannschaft, er ist einer davon. Er hat in seiner Karriere schon das eine oder andere erlebt. Dass er sich so zurückgekämpft hat, spricht für Kobi und seine Einstellung. Er hat mehrfach von Anfang an gespielt und seine Form nachgewiesen.

Der Trainer hat sich zudem positiv über Fabian Holland (22) geäußert, dass er ihn wieder problemlos für die Startelf nominieren würde, das habt Ihr gestern schon gelesen – Immerhertha wünscht Frohes Ostern. Und Luhukay erklärt seine Wechsel hier.

Daten von Kobiashvili zum Bochum-Spiel (Quelle: Impire)

Gewonnene Zweikämpfe: 69 %

Passquote zum eigenen Mann: 77,1 %

Ballkontakte: 95 (die meisten aller Spieler)

Laufstrecke: 10,1 km

Sprints: 11

Jetzt Ihr: Sieben Spiele verbleiben Hertha in dieser Saison. Wie würdet Ihr das Personal hinten links aufstellen? Und wie hoch seht Ihr die Notwendigkeit, dass für die mutmaßliche Bundesliga-Saison ein neuer linker Verteidiger geholt wird. Falls ja: Der Bundestrainer tut sich seit Jahren schwer für diese Position jemanden zu finden. Wer könnte das sein? Oder gilt die alte Fußballer-Regel: ‚Geld gibt man für Offensivspieler aus, Außenverteidiger bildet man selbst aus‘? Womit uns sofort der Name des heutigen Geburtskindes einfällt, Nico Schulz (20).