Von Lady Gaga zu Lasogga oder Was macht einen Publikumsliebling aus?

(ub) – Gründonnerstag. 28. März. Der Blog tauscht sich über Musikvorlieben aus. Habe eine Menge Namen gelesen, deren Musik sich auch in meinem Platten-Regal findet. Und werfe weitere Namen in die Runde. Einen als Erinnerung an den im vergangenen Oktober verstorben Nils Koppruch. Für die Zeile „ich habe Blumen und Pralinen vom Arsch der Hölle mitgebracht“, ein „federleichtes Feedback“ und ein Video, bei dem Crosby, Stills & Nash auch nicht viel zu meckern hätten.

Kid Kopphausen – Das Leichteste der Welt / 2012

Liebhaber von akkustischen Gitarren, Kontrabass und Rockabilly werden bei einer Aufnahme der Mahogany Sessions fündig:

JD McPherson – North Side Gal / 2012

Franz fällt gegen Bochum aus

So – und Hertha? Weiß nicht. Hatte heute frei. Die Nachricht vom Tage hat der Mediendirektor im vorigen Thread eingestellt: Maik Franz wird wegen Fiebers für mindenstens zwei Tage aus dem Training genommen. Damit fällt er für die Partie am Ostersamstag gegen den VfL Bochum in jedem Fall aus.

Der Rest des Kaders hat vollzählig seine Arbeit auf dem Schenckendorff-Platz verrichtet. Mir wurde berichtet: keine besonderen Vorkommnisse.

Herberger, Hertha und das Bankhaus „Fürstenberg“

Womit wir immer noch den 28. März haben. Ein Tag, mit dem einen oder anderen prominenten Geburtstag.

1897 wurde am 28. März in Mannheim-Waldhof Sepp Herberger geboren. Nur wenige erinnern sich, dass Herberger eine prägende Zeit seines Lebens von 1926 bis 1930 bei Tennis Borussia verbracht hat. Warum er beinahe bei Hertha gelandet wäre, am Ende aber bei TeBe angedockt hat, findet sich – hier

1986 wurde am 28. März in New York Lady Gaga geboren.

1985 wurde am 28. März in Fortaleza Raffael geboren. Womit ich beim Thema bin. Wir hatten uns vor zehn Tagen mal verabredet über das Stichwort Publikumsliebling zu reden, wenn die Wogen etwas weniger hoch im Hertha-Wasserglas schwappen.

Was hat Ronny, das Raffael gefehlt hat?

Ging da um Pierre-Michel Lasogga. Es hat in einer Mannschaft meist nur ein, zwei Spieler (wenn überhaupt), die das Zeug zum Publikumsliebling haben. Ich war immer ein großer Fan von Raffael. Von seiner leichtfüßigen Spielweise. Seiner Wendigkeit jeden Verteidiger der Liga vor Probleme zu stellen.

Aber, sorry, ein Publikumsliebling war Raffael nicht. Zu introvertiert. Stichwort ‚Buster-Keaton-Gesicht‘. Und ihm ging irgendetwas ab. Etwas, das sein Bruder schon mit seiner allerersten Einwechslung geweckt hat. Liga-Start gegen Rot-Weiß Oberhausen, Ronny wird vom Warmmachen zur Bank beordert – und durch die Ostkurve raunt der ersten „Rrrroonyyy“-Sprechchor. Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch keinen Ball für Hertha getreten.

Was macht einen Publikumsliebling aus?

In dieser Saison ist es leicht, Ronny zum Publikumsliebling zu erheben. Erfolg macht sexy. Aber wer Michael Preetz in seiner aktiven Zeit erlebt hat: Er war mit seiner staksigen, eckigen, kampfbetonten Spielweise sehr lange kein Publikumsliebling – trotz vieler, vieler Tore.

Woher rührt das Interesse an Lasogga, das Ihr hier formuliert, das aber auch in den Medien regelmäßig bedient wird? Er hat eine sehr gute erste Profisaison in Liga zwei gespielt. Und eine gute zweite, die sein erstes Jahr in der Bundesliga war. Ist es der Becker-Effekt – das Mitleiden, das Mitkämpfen, das Mitjubeln, das Lasogga wie kein Zweiter nach außen bringt? (Für die jüngeren Blogleser: googeln Stichwort ‚Boris Becker‘)

Oder ist Lasogga doch kein Publikumsliebling? Habe neulich bei Facebook die ketzerische Frage gelesen:

Wie sehr kann ein Spieler Herthaner sein, der sich in der Winterpause mit einem anderen Verein über einen sofortigen Wechsel einig war?

Kruse? Marcelinho? Oder doch Pantelic?

Vielleicht lässt sich die Frage einkreisen, wenn man auf vergangene Publikumslieblinge bei Hertha schaut. Um es jetzt nicht völlig auszufern zu lassen, fliege ich über die Mannschaften seit 1997:

Publikumsliebling: Axel Kruse, Jürgen Röber, Gabor Kiraly, Marcelinho, Andreas Neuendorf, Patrick Ebert, Marko Pantelic, Ronny,

Auf dem Sprung zum Publikumsliebling: Sebastian Deisler, „Jolly“ Sverrisson, Michael Preetz, Andreas Thom, Dariusz Wosz, Gojko Kacar, Andrej Voronin, Fabian Lustenberger, Thomas Kraft.

Merke: Als Andreas Schmidt, Josip Simunic oder Arne Friedrich (= Defensivkraft) scheint es schwieriger zu sein. Wer fehlt für Euch in dieser Aufzählung? Wer hätte da noch reingehört?

Jetzt sagt Ihr mir, was für Euch ein Publikumsliebling ist. Und wer aus dem aktuellen Kader das Zeug dazu hat.

Ach ja: Was heißt es für den Trainer und dessen Umgang mit einem Publikumsliebling?

P.S. Als Rausschmeisser für die Heavy Metall-Fans:

Anna Depenbusch – Tim liebt Tina / 2011