Peter Pekarik – Herthas unauffälliger Unersetzbarer

(nk) – Bei knackigen Minusgraden bat Trainer Jos Luhukay die Mannschaft heute um 10 Uhr auf den Schenckendorffplatz. Man hatte zwar viel zu gucken, dennoch pfiff einem der Wind so um die Ohren, dass man sich wünschte, der Trainer habe Erbarmen mit seinen Jungs. Doch dieser Wunsch war um sonst. Über volle eineinhalb Stunden wurde gelaufen, gepasst, geflankt und aufs Tor geschossen.

Schönes Wochenende!

Zu Recht, denn die Profis konnten sich heute schon ins Wochenende verabschieden. Denn bis Montag wird nicht trainiert. Die Länderspielpause sei der „ideale Zeitpunkt, um den Jungs eine Pause zu gönnen“, sagte Luhukay. „In der nächsten Woche können wir dann voll durchstarten und uns auf Bochum konzentrieren“, fügte er hinzu. Neben den Nationalspielern und dem weiterhin Grippe erkrankten Stürmer Ramos (sitzt wieder auf dem Fahrrad und sollte nächste Woche wieder dabei sein), fehlte auch sein brasilianisches Gegenstück Ronny. Er laboriert an Knieproblemen und einer Erkältung und wurde heute geschont. Luhukay gab aber Entwarnung: „Ronny sollte am Montag alles auskuriert haben und wieder mit trainieren.“ Dafür stand Peer Kluge nach seiner Verletzung in gewohnten, kurzen Hosen wieder mit auf dem Platz und schien topfit.

Herthas Abwehrspezialist im Kurzinterview

Also viel Zeit für die Profis einmal abzuschalten. Doch der eine oder andere wird sich heute bestimmt vor den Fernseher setzen und die WM-Qualifikation verfolgen. Wohl auch Peter Pekarik. Der Slowake ist Herthas unauffälligster Unersetzbarer in den Defensiv-Reihen. Auf dem Rasen stets zur Stelle, ist er neben dem Platz ein ruhiger und freundlicher Charakter, der im munteren Kader zwischen kleinen Schäkereien und Schneeballschlachten gerne mal untergeht. Doch zurecht stand er in dieser Saison 16 mal von Beginn an auf dem Platz und kam dabei auf insgesamt 1395 Spielminuten. Trotz alledem ist das für den slowakischen Nationaltrainer Stanislav Griga kein Grund ihn für das WM-Qualifikationsspiel gegen Litauen heute Abend in Zilina, und beim Freundschaftsspiel gegen Schweden am Dienstag, zu nominieren. Dabei ist er seit seinem Debüt für die Slowakei im Jahre 2006 einer der Größen in der Nationalmannschaft. 44 Spiele bestritt er seit jeher. Unter anderem auch bei der WM 2010 in Südafrika, wo er sein Team durch die Hinrunde (wer sich errnnert: auch ein sensationelles 3:2 gegen Italien war dabei) bis ins Achtelfinale begleitet hat. Dort war Endstation gegen den späteren WM-Finalisten Niederlande – 1:2. Über seine aktuelle Nicht-Nominierung sprach ich mit ihm nach dem Trainig:

Peter, du bist jetzt seit deinem Debüt das erste Mal nicht bei der Nationalmannschaft dabei. Was glaubst du, ist der Grund dafür, und hat dir der Trainer dies bezüglich etwas gesagt?

„Der Trainer sprach vor etwa einem Monat mit mir. Genau genommen vor dem Freundschaftsspiel gegen Belgien, um sich über meinen Gesundheitsstand zu erkundigen. Ich teilte ihm mit, dass ich mich noch nicht in der Lage fühle, an diesem Spiel teilzunehmen. Seitdem hat sich der Trainer nicht mehr bei mir gemeldet. Den Grund weiß ich persönlich aber auch nicht.“

Ist das ein Problem für dich? Bist du verärgert oder traurig darüber?

„Ich bin immer stolz, wenn ich mein Land repräsentieren darf. Doch der Trainer hat das Recht zu entscheiden welche Spieler er nominieren möchte, und welche nicht. Ich respektiere seine Entscheidung vollkommen und wünsche meinen Team-Kollegen für beide Spiele viel Glück. Und ich denke sie werden auch ohne mich ein gutes Ergebnis erzielen.“

Was möchtest du tun, um schnellst möglioch wieder für die Slowakei aufzulaufen?

„Wie ich schon sagte, bin ich immer sehr stolz wenn ich für mein Land spielen darf. Ich werde daher jede Einladung die ich bekomme mit Freude annehmen. Dafür werde ich im Training weiter hart an mir arbeiten, wie ich das immer tue.“

Bei Aufstieg bleibt Pekarik bis 2015

Noch eine kleine Zusatzinfo zum Schluss: Hertha kann im Falle eines Aufstiegs in die Bundesliga mindestens bis 2015 auf die Dienste von Pekarik bauen. Das berichtete der „Kicker“ am Donnerstag. Der ursprünglich bis 2014 datierte Kontrakt des Slowaken verlängert sich demnach um ein weiteres Jahr. Zudem müsse Hertha nachträglich eine sechsstellig Ablösesumme an den VfL Wolfsburg zahlen, bei dem der 26-Jährige zuvor unter Vertrag gestanden hatte.

Manager Michael Preetz lobt Pekarik:

„Pekarik hat unsere Erwartungen zu 100 Prozent erfüllt.“