Fegefeuer der Eitelkeiten oder Immerhertha lässt sich Hertha erklären

(ub) – Freunde der Beatmusik, Hertha verliert 0:1 in Dresden – und seither wird reichlich diskutiert. 420 Kommentare rings um das Spiel. Über 300 weitere in den 24 Stunden seither – das ist rekordverdächtig.

Will es deshalb am Sonntagabend bei drei Anmerkungen belassen.

1) Reden wir übers System

In Dresden (0:1) hat Hertha zum ersten Mal seit längerer Zeit ein 4-4-2 gespielt. Ebenso wie beim 0:0 gegen Ingolstadt im vergangenen Herbst. Im ersten Saisondrittel gab es in der 4-4-2-Formation Siege gegen Regensburg (2:1) und 1860 München (3:0). Den Bärenanteil der 21-Spiele-ohne-Niederlage-Serie hat Hertha im 4-2-3-1 eingefahren. Die Begründung von Trainer Jos Luhukay dazu lautet:

Ronny kann auf der Doppel-Sechs spielen. Aber dann nimmt man ihm seine Gefährlichkeit, weil es von jener Zone viel zu viel Weg bis zum gegnerischen Tor ist. Er ist am gefährlichsten, wenn er hängend hinter einem Stürmer spielt.

4-2-3-1 oder 4-4-2 : Was legt Ihr dem Trainer nahe, welches System sollte Hertha bevorzugt in den verbleibenden zehn Saisonpartien spielen? Und warum?

2) Reden wir über uns

Mir liegt es nicht, die Qualität der Kommentare zu bewerten. Aber ich fand, dass es gestern und heute eine ungewöhnliche Häufung schwacher Kommentare gab. Die am meisten treffende Bemerkung dazu war:

Fegefeuer der Eitelkeiten

Das war auch mein Eindruck. Konkret: @ursula und @hurdie, gibt es bei Euch kein Gespür dafür, wann der Bogen überspannt ist?

Dass man sich mal streitet, dass es mal rumpelt, ist das eine. Das passiert. Es ist indessen nicht untersagt, auch den Fuß mal wieder vom Gaspedal zu nehmen. Es ist auch nicht untersagt, dass zwei Streitende es gut sein lassen und sich die Hand geben. Habe ich hier schon mehrfach erlebt/gelesen.

Ich bin sicher: Jeder, der bei Immerhertha dabei ist, besitzt diese Größe.

3) Reden wir mit Hertha BSC

Ein Vorhaben, seit längerem geplant, erblickt nun das Licht der Welt. Wir haben in vielen verschiedenen Ausführungen über das Bild debattiert, das Hertha BSC abgibt. Ob Außendarstellung, Selbstintverview, Flashmob-Aktionen wie den „Harlem Shake Hertha Style“, den Umgang mit Social Media . . . an Anlässen mangelt es nicht.

Für Donnerstag, 18 Uhr, gibt es nun folgende Gelegenheit:

Immerhertha trifft den Mediendirektor

Peter Bohmbach, dessen offizieller Titel lautet ‚Pressesprecher von Hertha BSC und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit‘, empfängt uns. Auge-in-Auge. Alle Fragen sind erlaubt. O.k., Peter Bohmbach wird keine Interna ausplaudern. Aber er wird über Situationen berichten, über den Umgang mit Krisen. Über Leitlinien, die Hertha hat. Über gewisse Leitplanken, die den Spielern vorgegeben werden. Welche Medien sind wie wichtig für den Verein? Über Einfluss und Ohnmacht . . . Im gelungene Fall lässt sich Immerhertha Hertha erklären

Wer kann dabei sein?

Jeder, der bei Immerhertha unterwegs ist, Lust hat und neugierig ist. Der Ort wird, sagen wir, weiträumig ums Olympiastadion liegen. Für das Date sind anderthalb, zwei Stunden vorgesehen.

So geht’s: Möchte einen Blick darauf haben, dass wir bei dem Anlass mit einer Gruppe auflaufen, die auch tatsächlich von uns kommt.

Deshalb: Email an meine Mail-Adresse schicken

vorname.nachname (et)axelspringer.de

Warum im digitalen Zeitalter ein old-school-Treffen?

Weil Peter Bohmbach Blogger von Immerhertha kennenlernen möchte. Und auch für Nachfragen oder Diskussionen zur Verfügung stehen will.

Wer von Euch, aus welchen Gründen auch immer, nicht dabei sein kann: Fragen, die in der Runde gestellt werden sollte, bitte ab sofort posten. Ich sammel‘ die Themen und versuche sie, für Donnerstag zu bündeln.

Für jene, die nicht dabei sein können, wird der Kollege Jörn Meyn am Donnerstag einen Imerhertha-Live-Ticker schreiben.

Zum ersten Date dieser Art wollen wir keinen weiteren technischen Aufwand betreiben (Podcast, Google-Hangout, Youtube-Liveschaltung, Brieftaube). Hier gilt das Motto ‚Keep it simple‘.

P.S. Heute/Sonntag steht Fabian Lustenberger beim rbb-Sportplatz ab 22 Uhr Rede und Antwort.