UPDATE: Luhukay schwört auf "dreckiges Spiel" in Dresden ein. HarlemShake Hertha-Style

(mey) – Schluss mit Feiern! Der Erfolg im Spitzenspiel gegen Kaiserslautern ist abgehakt. Alle Konzentration gilt dem Auswärtsspiel gegen Dynamo Dresden am Sonnabend (13 Uhr). Denn das wird es in sich haben. Diesen Eindruck jedenfalls konnte der interessierte Beobachter beim heutigen Nachmittagstraining von Hertha BSC gewinnen. Cheftrainer Jos Luhukay nutzte die Einheit, um seine Mannschaft auf die anstehende Aufgabe einzuschwören.

Der Niederländer wollte zunächst das Passspiel mit Freilaufen üben lassen. Als aber der Ball ein ums andere Mal auf dem holprigen Geläuf des Schenckendorffplatzes versprang, unterbrach Luhukay:

„Hier könnt ihr sehen, was euch in Dresden erwartet. Da wird der Platz zweimal so schlecht sein. Mehr Konzentration! Mehr Kontrolle!“

Danach lief es besser. Doch mit der Laufarbeit seiner Profis war der 49-Jährige immer noch nicht zufrieden. Nach der Übung nahm er das Team zusammen und hielt eine lange Ansprache:

„Ihr seid zu statisch. Ihr müsst euch besser vom Gegenspieler lösen, sonst habt ihr zu früh den Ballverlust. Unsere Offensiv- und Mittelfeldspieler bewegen sich im Moment noch zu wenig. Gegen Dresden ist es wichtig, dass wir wieder Laufbereitschaft haben.“

Luhukay wollte seine Mannschaft dafür sensibilisieren, dass trotz des beruhigenden Vorsprungs von 13 Punkten auf Platz drei dennoch vieles zu verbessern ist im Hertha-Spiel. Vor allem im Spiel nach vorn sieht Luhukay noch Verbesserungsbedarf. Sein Team müsse den Ball schneller in die Spitze bringen, so der 49-Jährige.

Obwohl am Sonnabend der Erste gegen Drittletzten spielt, erwartet Luhukay gegen die Sachsen ein extrem schweres Spiel. Er sagte seinen Spielern:

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass es mit das schwerste Auswärtsspiel für uns wird.“

Nicht nur die Platzverhältnisse, sondern auch die Kulisse, die in Dresden ja speziell ist, werden dazu beitragen, dass auf Hertha ein hartes Stück Arbeit zukommt, will man Platz eins verteidigen. Und darum geht es Luhukay auch weniger um den „spielerischen Glanz“, wie er es ausdrückt. Er sagte seinen Spielern:

„Am Sonnabend geht es in erster Linie darum, zu gewinnen. Das wird ein dreckiges und schwieriges Spiel, und wir brauchen 110 Prozent Einstellung.“

Ich persönlich finde den Ansatz des Trainer komplett richtig. Nachdem Hertha der Big Point gegen Kaiserslautern gelungen ist, kommen nun mit Dresden und Duisburg Gegner, für die es ums Überleben in der Liga geht. Hertha muss es nun wieder gelingen, im Zweitligaalltag mit tief stehende, hart spielenden Mannschaften zurecht zu kommen. Mit Sicherheit braucht niemand vor Dresden Angst zu haben. Sie haben daheim erst ein einziges Spiel in dieser Saison gewinnen können. Dennoch werden sie mithilfe ihrer lautstarken Anhänger zumindest kämpferisch alles von Hertha abverlangen. Darauf gilt es die Spieler einzustellen.

Was glaubt ihr: Bleibt Hertha weiter so konzentriert wie zuletzt? Gelingt auch im Elbflorenz ein neuerlicher Sieg und damit ein weiterer Schritt Richtung erste Liga?

Morgen und übermorgen trainiert Hertha noch zweimal unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

P.S. (von ub) Von wegen Schluss mit Feiern: Stelle den Link ein, auf den vorhin schon hingewiesen wurde:

HarlemShake Hertha BSC Style

38 Sekunden, die ich einfach mal so habe laufen lassen. Mein Rat: Schaut Euch das zwei- , dreimal an. Es gibt einiges zu entdecken. Und (mit einer Ausnahme) werden alle Figuren im Raum von Herthanern gespielt.

Der Kapitän und Bibiana

Es gibt da etwa rechts im Bild ein Techtelmechtel des Kapitäns mit Bibiana Steinhaus. Eigentlich ist Profifußball aber eine ernste Sache. Weshalb der Vizekapitän die Felge putzt. Die ist – Sponsor ist Sponsor – natürlich von Audi. Zugleich meint die Felge aber die Zweitliga-Meisterschaftsschale, die Hertha am Ende der Saison hochhalten will. Der Hauptsponsor ist vertreten, in Form eines ICE-Bobbycars, der von einer Defensivkraft gefahren wird – wer verbirgt sich dahinter?

Welcher Spieler gibt den J-Lu?

In der Mitte des Bildes wird der Trainer parodiert. Die kurze Haare von J-Lu wurde in eine Langhaar-Perücke verwandelt. Zu erkennen ist aber die Pose der verschränkten Arme, mit der J-Lu des öfteren das Spielgeschehen verfolgt. Euer Tip: Welcher Spieler gibt den Luhukay?

Dann ist da der Pink Panther, der eigentlich auf der Brust stehen hat: Ich bin ein Schwein. Das letzte Wort ist durchgestrichen, stattdessen steht dort ‚Pferd‘ – wer kann das sein? Links drischt einer mit einem Schert auf die Massagebank ein, da kann es sich nur um . . . ?? handeln. Im hellen Kostüm gibt im Vordergrund ein gelenkiger Spieler den Akrobaten – wem traut Ihr das zu?

Hinten links ist noch ein lilafarbener Teletubbie zu sehen. Und mittendrin tragen zwei Akteure einen Boxkampf aus. An welchen Trainingszwischenfall erinnert uns das? Und genau, die Beiden parodieren sich da selbst.

Flashmob in der Hertha-Kabine

Meine Meinung: Eine selbstbewusste fröhliche Aktion. In der Mannschaft geboren, sie wollten diese Art von Flashmob unbedingt umsetzen. Heute ist der Clip produziert worden. Trainer Luhukay, der sicher nicht zur Zielgruppe gehört, gab Grünes Licht: Alles, was den Teamgeist fördert, ist erlaubt.

Eure Meinung: Wie seht Ihr den Harlem Shake Hertha-Style? Und wie wird diese Aktion außerhalb wahrgenommen werden?