Luhukay ist genervt vom Konkurrenz-Gerede

(mey) – Die Abstimmung zu unserer gestrigen Frage nach Franz, und wo ihr ihn seht, wenn er zurück sein wird, hat mich überrascht: 78% von euch finden, dass Brooks und Lustenberger genug gute Gründe geliefert haben, vorerst nicht auseinander gerissen zu werden. Nur 20% glauben, dass „Iron Maik“ Brooks aus der ersten Elf verdrängen wird. Da bin ich dann mal gespannt: Zwar hat mir Brooks bisher auch zumeist gut gefallen (und ihm gehört sicherlich die Zukunft), aber die Erfahrung und vor allem das Kämpferherz eines Maik Franz sind auch nicht zu verachten.

Bei der ersten von zwei Übungseinheiten am heutigen Sonnabend musste der 31-Jährige wieder das trostlose Einzeltraining absolvieren. Was er sich für sein Comeback (am Dienstag steigt er voraussichtlich wieder ins Mannschaftstraining ein) vorgenommen hat, könnt ihr hier nachlesen.

Ronny fehlt erneut beim Training

Franz Kollegen begannen heute Morgen um 9.30 Uhr mit einer leichten Aufwärmübung, gefolgt von den mittlerweile schon obligatorischen Kurzpassübungen. Es ist sehr auffällig, wie konsequent Trainer Jos Luhukay immer wieder kurze (meist direkte) Pässe und das dazugehörige Freilaufen trainineren lässt. Es scheint mir auf der Erkenntnis zu beruhen, dass die meisten Mannschaften in der Zweiten Liga gegen Hertha überaus tief verteidigen, und die Berliner sich nur mittels eines flüssigen Passspieles durchkombinieren können.

Nicht dabei war heute erneut der Brasilianer Ronny. Der 26-Jährige ist immer noch verschnupft und soll sich erst einmal auskurieren. Am Montag steigt er wieder ein.

Nach den Passübungen, bei denen die Hertha-Profis sichtlich viel Spaß hatten, teilte Luhukay zwei Mannschaften für das Abschlussspiel ein:

Gelb: Sprint, Ndjeng, Lustenberger, Brooks, Bastians, Allagui, Perdedaj, Kluge, Sahar, Wagner und Lasogga

Blau: Kraft, Janker, Hubnik, Kobiaschwilli, Holland, Morales, Fardi, Beichler, Mukhtar, Knoll und Ramos

Als neutraler Spieler in Rot agierte zunächst Niemeyer, später wechselte er mit Kluge.

Allagui und Lasogga treffen

Wenn ich das richtig beobachtet habe, ging die Partie 2:0 für Gelb aus. Zunächst traf Allagui mit einem satten Schuss. Später vollendete Lasogga einen Konter sehenswert. Ersterer spielte in der Abschlusspartie heute wieder auf der rechten Seite, wie er es zuletzt ja auch viermal in der Liga getan hatte. Wie er den verschärften Konkurrenzkampf im Sturm angeht (Lasogga hat ja neben Ramos und Wagner auch den Anspruch, als Sturmspitze aufzulaufen), und wie er seine Chancen in der Rückrunde sieht, erfahrt ihr morgen in der Sonntagsausgabe euer Morgenpost.

Abwarten und Tee trinken

Apropos Konkurrenz: Jos Luhukay zeigte sich heute etwas genervt von diesem Thema. Er machte deutlich, dass er derzeit noch überhaupt keinen Grund sehe, den Wettbewerb im Team übermäßig zu betonen. Er sagte:

„Ich mache mir da am wenigsten Gedanken. Von sechs Spielern, die gefehlt haben, sind ja vier noch überhaupt gar nicht da.“

Die sechs Spieler, die Luhukay meinte, waren Lasogga, Janker, Ben-Hatira, Pekarik, Schulz und Franz. Nur die ersten beiden trainineren ja schon wieder mit der Mannschaft. Dazu kommt noch Kobiaschwilli (trainierte, war aber gesperrt), was aber nichts daran ändert, dass der Trainer natürlich recht hat: Erst einmal müssen alle wieder an Bord sein, dann kann man weiter sehen.

Darüber hinaus, und das finde ich sehr bemerkenswert, hielt der Niederländer heute auch gleich ein Plädoyer für die Mannschaft, die zuletzt auch ohne die Verletzten so erfolgreich war. Er sagte:

„Die Mannschaft, die zuletzt gespielt hat, hat sich stabilisiert und über Monate gute Leistungen gezeigt. Man darf die Spieler, die bisher gespielt haben, nicht vergessen, nur weil andere zurückkehren.“

Jeder von den Rückkehrern müsse erst einmal hart arbeiten, um wieder das Niveau von vor der Verletzung zu erreichen: „Dann sehen wir weiter“.

Als letzte Info vom Trainingsgelände erzähle ich euch noch, dass Sandro Wagner sich heute Morgen leicht den Rücken verrenkt hat und das Training abbrechen musste. In der Kabine wurde alles wieder eingerenkt, und Wagner biss beim nachmittäglichen Lauftraining auf die Zähne.

Morgen ist frei. Am Montag geht es um 9.30 Uhr und um 14.30 Uhr auf dem Schenckendorffplatz weiter.