Es geht wieder los – Auftakt in Herthas Jahr der Wahrheit

(mey) – Es ist soweit. Das Warten hat ein Ende. Hertha BSC beginnt am morgigen Donnerstag mit der Vorbereitung auf die zweite Halbserie in Liga zwei. Um 14.30 Uhr bittet Cheftrainer Jos Luhukay die aus dem Urlaub zurückgekehrten Profis zur ersten Übungseinheit in 2013 auf den Schenckendorff-Platz. Es wird der Auftakt in ein Jahr der Wahrheit für die Berliner.

Aufstieg ist Pflicht

Nach dem Abstieg aus der Bundesliga 2012 war schnell klar, dass es für Hertha nur ein einziges Ziel geben kann: der direkte Wiederaufstieg. Besonders aus wirtschaftlichen Gründen ist der Aufstieg für die Blau-Weißen Pflicht. 42 Millionen Euro Schulden drücken den Klub. Mit der Rückkehr ins Oberhaus würden die Einnahmen deutlich gesteigert (TV-Gelder, Zuschauer, auch Sponsoren). Ob sich Hertha ein weiteres Jahr in Liga zwei leisten könnte, ist fraglich.

Ebenso existenziell wie für den Verein selbst ist der Aufstieg auch für Michael Preetz. Keine Person stand nach dem Abstieg so in der Kritik wie der 45-Jährige. Womöglich entscheidet die Rückrunde auch über die Zukunft des Managers.

Doch auch für den bisher in Berlin so erfolgreich arbeitenden Trainer Jos Luhukay geht es 20123 um sehr viel. Er gilt als Übungsleiter mit dem Nimbus „Aufstiegstrainer“. Schon zwei Mal ist dem 49-Jährigen der Aufstieg in die erste Liga gelungen – mit Mönchengladbach und Augsburg. Gelingt dem Niederländer ein drittes Mal das Kunststück, steigt auch sein Marktwert.

Personalfragen

Doch eigentlich gibt es derzeit kaum Gründe, am Aufstieg der Hertha zu zweifeln. Zehn Punkte Vorsprung hat der Tabellenzweite bereits vor Verfolger Kaiserslautern auf Relegationsrang drei. 17 Mal in Folge hat Luhukays Team nicht mehr verloren.

Darüber hinaus kann Luhukay 2013 personell wieder aus dem Vollen schöpfen. Nicht nur Lewan Kobiaschwilli kehrt nach seiner abgesessenen Sperre zurück. Auch mit dem wiedergenesenen Pierre-Michel Lasogga und bald auch Maik Franz, Peter Pekarik und Änis Ben-Hatira kann der Trainer rechnen. Für Luhukay ergeben sich daraus aber auch neue Herausforderungen: Wohin mit Kobi? Links in der Viererkette hatten sich zuletzt Felix Bastians und Fabian Holland um den Stammplatz „gestritten“. Muss John Anthony Brooks sich erneut ins zweite Glied einreihen, wenn Franz wieder fit ist? Und was passiert mit Lasogga? Lässt Luhukay sich dazu hinreißten, seinen Stoßstürmer Adrian Ramos gegen seine Überzeugung aus dem Angriffszentrum zu nehmen, um Platz für Lasogga zu machen? Oder verändert er doch noch einmal das Spielsystem hin zu einer Variante mit zwei Angreifern?

Oder aber löst sich das Problem auf einem anderen Weg? Wird es das mittlerweile schon obligatorische Wechseltheater um Adrian Ramos auch in dieser Transferperiode (bis zum 31. Januar) geben und am Ende wird der Kolumbianer verkauft? Was glaubt ihr: Verlässt Ramos Hertha in der Winterpause?

Sehr wahrscheinlich ist nur, dass Elias Kachunga, den Hertha bis zum Saisonende von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen hat, noch in diesem Winter Berlin wieder verlassen wird. Zu wenig aussichtsreich ist seine Perspektive bei Hertha.

Außerdem ist da ja auch die noch ausstehende Vertragsverlängerung mit Herthas Überraschung der Hinrunde, Ronny. Fragen über Fragen bei Hertha und eine Menge Arbeit für Jos Luhukay und Michael Preetz.

Der Fahrplan

Am 9. Januar bestreitet Hertha den ersten Test des Jahres gegen die U23 des VfL Wolfsburg im Amateurstadion (Anstoß 14 Uhr), um dann drei Tage später auf die Profis in Wolfsburg zu treffen (12. Januar, 15.30 Uhr). Vom 19. bis zum 26. Januar bereitet sich die Mannschaft im Trainingslager in Belek (Türkei) auf das erst Pflichtspiel gegen den Tabellenletzten Jahn Regensburg vor (3. Februar).