UPDATE: Immerhertha oder We want You

(ub) – Versprochen war der letzte Bilanz-Teil, Stichwort Herthas Offensive. Werde das später am Tage an dieser Stelle nachreichen. Ehe es zum Thema geht, eine Frage an Euch. Wir haben knapp zwei Wochen vor uns, wo wir uns weg von der Aktualität in alle Richtungen hin bewegen können. Um das blau-weiße Lagerfeuer bis zum Jahresbeginn im Gange halten, meine Überlegungen: Habt Ihr Lust/Zeit/Muße mich etwas zu unterstützen?

Gesucht werden Themen für einige Tage zwischen den Jahre. Die Idee: Einer schreibt einen Text, mailt ihn mir. Das Thema wird anmoderiert, dann folgen die Einlassungen von ihm oder ihr. Es muss nicht lang sein (bin gestern von Blogerfahrenen Kollegen gerügt worden: Der Manager-Thread sei viel zu lang gewesen für einen Blogeintrag). Für Immerhertha reichen zwei, drei Absätze zu einem Thema.

In der Wahl sind wir absolut frei. Werfe mal ein paar Bälle möglicher Themen in die Luft:

– Karriere-Hemnis oder Karriere-Beschleuniger: Hertha BSC, seine Trainer und nach der Station Berlin aus ihnen geworden ist.

– Die Stimmung in der Kurve: Wie geht es weiter mit den Ultras und den anderen Fans?

– Mein kuriosestes Hertha-Spiel 2012 (bemerkenswerte Auswärtsreise/oder zweistündiger Versuch im Urlaub in der Karibik, einen Hertha-Stream im Internet zu erwischen, der aber partout nicht stabil laufen wollte/oder wie ich Karten zum Derby hatte, aber nicht ins Forsthaus kam, weil . . . /

– mein emotionalster Hertha-Moment 2012

– Der Tag an dem ich beschloss, mich nie mehr mit Hertha zu beschäftigen . . .

Wenn jemand zu einem dieser Themen etwas schreiben möchte: Feuer frei. Mail an mich

vorname.nachname[at]axelspringer.de

Wenn jemand zu mehreren Themen Ideen hat, wunderbar. Wer zu etwas ganz anderem sich äußern möchte, bitt’schön . . .

Einsendeschluss: bis morgen, Donnerstag, 14 Uhr (wer später kommt, ist ebenfalls willkommen. Bin aber im Ausland und weiß noch nicht, wie problemlos der Internet-Zugang dort sein wird).

Bedanke mich im Voraus für Euer Nachdenken und etwaige Unterstützung. Niemand möge sich gedrängt fühlen – take it easy.

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III: Zu gut oder zu schlecht? Das Paradox in der Offensive

Der letzte Baustein in unserem blau-weißen Puzzle für Herthas Hinrunde ist die Offensive. Sie ist das Glanzlicht dieser Mannschaft. 36 Tore, so viele wie kein anderer Konkurrent in Liga zwei. Gleichzeitig ist die Offensive das Sorgenkind. So kompakt Herthas Angreifer verteidigen, beispielhaft seien Adrian Ramos und Sandro Wagner erwähnt, sogar Ronny läuft mittlerweile bei gegnerischem Ballbesitz, die Verteidiger an. Über so viel Qualität Hertha verfügt – jede Einwechselkombination von Trainer Jos Luhukay würde bei allen Kontrahenten in der Startelf stehen -, dafür bietet Hertha zu selten attraktiven Fußball.

Ob Trainer oder Spieler, dieser Einschätzung stimmen bei Hertha alle zu. Marcel Ndjeng sagt:

„Irgendwann kommt auch die Leichtigkeit.“

Um das Thema anzugehen, will ich mal zwei Schritte zurücktreten. In der Abstiegssaison 2011/12 war eines der Probleme: zu wenig Konkurrenz im Sturm. Und wenn von dem damaligen Duo Ramos/Lasogga einer sich eine anhaltende Formkrise nimmt . . .

Konkurrenzkampf XXL

Deshalb haben Manager Michael Preetz und Trainer Luhukay sich diesmal für das Gegenteil entschieden: Konkurrenzkampf XXL. Zumal im Juli/August nicht klar war, ob Ramos Hertha noch verlassen würde. Und bei aller Planung: Wie in der Abwehr (wo eine ganz Formation spielt, als die erwartete) sieht das Resultat im Sturm anders aus als erwartet.

Ronny neun Tore/ sieben Vorlagen

Ramos 6/ 4

Allagui 4 / 2

Ndjeng 3/3

Wagner 3/2

Ben-Hatira 3/2

Sahar 2/1

Bei aller Kritik, die ich hier immer wieder lese: Ronny und Ramos waren an 26 (von insgesamt 36) Toren beteiligt – ohne seine Südamerika-Fraktion sähe es für Hertha um einiges schlechter aus. Aus den Daten geht zudem hervor, was der Trainer im Sommer im Trainingslager im Burgenland angekündigt hatte:

In meinen Mannschaft gibt es nicht den einen Torjäger. Damit wird man ausrechenbar. Bei mir verteilen sich die Tore eher auf viele verschiedene Spieler.

Bei vier und drei Treffern teile ich auch nicht die Meinung derer, die Sami Allagui und Sandro Wagner als Flops einordnen. Die sportliche Leitung hat einen Kader zusammengestellt, um auf verschiedene Situationen reagieren zu können. Bei 0:1-Rückstand wird Wagner als Brecher reingeworfen. Bei einer 1:0-Führung, wenn der Gegner drängt, ist der leichtfüßíge Allagui eine interessante Option. Ich habe Kachunga im Trainingslager gesehen, als er im Sommer mit acht Toren der beste Schütze der Vorbereitung war. Er ist ein interessanter Angreifer für eine Mannschaft, die defensiv ausgerichtet ist und tief steht. Kachunga braucht etwas Platz vor sich, dann ist er ein Eisvogel vor dem gegnerischen Tor. Sein Pech, dass sich gegen Hertha fast alle Teams hinten reinstellen, und die Berliner dann mit Breitwand-Fußball durch eine dichtgestaffelte Abwehr durch müssen.

Passen Lasogga und Wagner zusammen?

Für die Rückrunde hat Hertha mit Wagner und Lasogga sogar zwei Typen, über die jede gegnerische Abwehr genervt ist. Weil beide immer Druck machen, immer draufgehen und immer mit vollem Körpereinsatz spielen. Bin mir nur nicht sicher, ob beide gemeinsam auf dem Platz Sinn machen. Was erwartet Ihr für die Rückrunde? Wird jemand noch einen Sprung machen?

Wo erwartet Ihr Lasogga: Auf Anhieb in der Startelf? Oder wird er sich nach der achtmonatigen Pause schwer tun?

Und was erwartet Ihr in der Offensive auf den Außenbahnen? Auf der linken Seite konkurrieren Änis Ben-Hatira, Nico Schulz, Ben Sahar und Marvin Knoll. Auf der rechten Marcel Ndjeng, Sami Allagui, Sahar und Daniel Beichler.

Für uns Monday-Morning-Manager: Wer ist passende Stellvertreter, sollte Ronny einmal unpässlich sein?