UPDATE DFL-Vertreter samt Hertha stimmen den 16 Anträgen zum "Sicheren Stadionerlebnis" zu

(ub) – Nach Informationen des TV-Senders SkyHDNews hat die Deutsche Fußball-Liga allen 16 Anträgen zum „Sicheren Stadionerlebnis“ zugestimmt. Das sei das Ergebnis des Treffens von Vertretern der 36 Vereine aus der ersten und Zweiten LIga in Frankfurt/Main. Das Resultat sei mehrheitlich zustande gekommen.

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandvorsitzender des FC Bayern sagte am Rande der Ligaversammlung. „Wir haben uns von den Fans nicht entfernt, es scheint nur in der Kommunikation etwas schiefgelaufen zu sein.“ Die Vertreter der Vereine einigten sich in der nichtöffentlichen Sitzung auf das besonders bei Fanvertretern umstrittene Maßnahmenpaket.

Reinhard Rauball, Ligapräsident der DFL, erklärt, es sei eine intensive Diskussion gewesen. „Die Mitgliederversammlung hat die 16 Anträge mit großer Mehrheit abgesegnet.“

Wir versichern allen Fans, dass die Beschlüsse von heute die Fußball-Kultur nicht gefährden werden. Im Gegenteil, die angedrohten Maßnahmen bis hin zur Abschaffung der Stehplätze, sind vom Tisch.

Es sei ein gutes Zeichen, dass der Profifußball von sich heraus auf Herausforderungen meistern könne.

Die verabschiedeten Beschlüsse sind Leitplanken, in denen jeder einzelne Klub zuhause, je nach regionalen Begebenheiten, ausgestalten kann, wie die Beschlüsse umgesetzt werden.

Der Fußball hat nicht ein generelles Sicherheitsproblem. Aber es gibt Optimierungsbedarf. Der Dialog mit den Fans muss verbessert werden, die Prävention ebenfalls.

Der Antrag auf Vertagung dieser Thematik heute wurde von fünf Klubs befürwortet, 31 Vereine haben dagegen votiert.

1. FC Union hat gegen alle 16 Punkte gestimmt

Pressemitteilung des 1. FC Union:

Der 1. FC Union Berlin hat den vom Vorstand des Ligaverbandes eingereichten Anträgen des Antragspaketes „Stadionerlebnis“ nicht zugestimmt, da die tatsächliche Sicherheitslage im deutschen Fußball aktuell keine Beschlussfassung erfordert. Der Inhalt der einzelnen Anträge steht dabei im Wesentlichen nicht zur Disposition. Es handelt sich bei den Maßnahmen größtenteils um Selbstverständlichkeiten, die seit Jahren gelebte Praxis bei Spielen des 1. FC Union Berlin und vieler anderer Vereine sind. Hingegen ist in keiner der geplanten Änderungen ein wirklicher Sinneswandel zum Beispiel im Hinblick auf die statuarische Verankerung eines Fandialoges erkennbar. Exemplarisch sei hier auf das Festschreiben des „Bemühens um einen Dialog mit der organisierten Fanszene“ in Antrag 2 verwiesen. Wirksame Veränderungen werden mit solchen Anträgen nicht erreicht, sie sind demnach de facto überflüssig.

Der komplette Text findet sich – hier.

Ein wenig darf man sich wundern, dass Union gegen alle Punkte votiert auch. Kurios mutet die Ablehnung „des Bemühens um einen Fan-Dialog“ an. Wenn ich die Argumentation richtig verstehe, hätte sich Union gewünscht, dass der Dialog in statuarisch hätte verankert werden müssen. Das klingt nun sehr verkopft.

Aber: Warum hat Union dann keinen Antrag dazu eingereicht?

Peter Peters erklärt, dass Vereine die Möglichkeit haben, das Gäste-Kontigent zu reduzieren. Aber nicht als Willkürmaßnahme, sondern mit einer Begründung gegenüber dem betroffenen Gastverein sowie gegenüber der DFL und dem DFB.

Rauball sagt:

Das ist ein schmaler Grad, auf dem wir uns bewegen. Ich wünsche mir, dass der Dialog fortgeführt wird. Ich hoffe, dass die Vereine vor Ort im Austausch mit den Fans die Lösungen finden, die regional angemessen sind.

Klares Nein der DFL zum Thema Pyrotechnik

Aus der Pressemitteilung der Deutschen Fußball-Liga

Zu den beschlossen Maßnahmen gehören unter anderem die Qualifizierung und Zertifizierung von Ordnungsdiensten, ein verbesserter Austausch von Heim- und Gastverein sowie die verstärkte Einbeziehung der Fan-Beauftragten. Das Bemühen um einen verbindlichen Dialog mit den organisierten Fan-Gruppen wird festgeschrieben, wobei der Verzicht auf Gewalt, Rassismus und politischen Extremismus nicht zur Disposition steht. Für den Einsatz von Pyro-Technik gibt es auch künftig keinen Spielraum (Fettung von mir, @ub).

Hertha BSC hat fast allen der 16 Anträge zugestimmt. Reaktionen von der Hertha-Delegation, das waren aus der Geschäftsleitung Ingo Schiller und Thomas Herrich gibt es auf der Hertha-Homepage – hier.