Wagner ist gerührt von den eigenen Fans

(mey) – Über das gestrige 2:0 (0:0) in Bochum muss man nicht viel mehr Worte verlieren als: „Wer solche Spiele gewinnt, der steigt am Ende auch auf.“ Schön war es nicht, aber die Erkenntnis, dass die Berliner, anders als beim eher etwas schmeichelhaften 2:2 gegen Duisburg Anfang des Monats, auch über den Kampf ein solches Spiel gewinnen können, ist überaus wertvoll. Das hat man beim Auslaufen heute auf dem Schenckendorffplatz auch gemerkt. So sagte Peter Niemeyer:

„Das sind solche Spiele, bei denen du über den Kampf ins Spiel finden musst und das ist uns diesmal sehr gut gelungen.“

Der Kapitän wies darüber hinaus aber auch noch auf einen anderen erfreulichen Fakt hin: die Reaktion der mitgereisten Fans auf Sandro Wagner, nachdem dieser in der Nachspielzeit einen Elfmeter im zweiten Versuch in den Bochumer Nachhimmel geschossen hatte. Wagner war so entäuscht über den Fehlschuss, dass er zunächst sein Trikot wegwarf. Die 1026 Hertha-Fans im Gästeblock aber skandierten seinen Namen, als die Mannschaft sich für die Unterstützung bedanken kam.

Niemeyer sagte:

„Diese Situation sollte man noch einmal besonders herausheben. Das ist in der Mannschaft sehr gut angekommen, nicht nur bei Sandro. Das zeigt, dass es wieder eine Einheit zwischen Fans und Mannschaft gibt und darauf lässt sich aufbauen.“

Wagner selbst, der gestern Abend noch zu enttäuscht gewesen war, um sich zu äußern, zeigte sich heute gerührt von der Fan-Aktion:

„Das war klasse. Respekt. Die Fans hier sind geil. Das habe ich von Anfang an gemerkt. Sie schätzen, dass ich immer alles gebe. Über die Aktion habe ich mich sehr gefreut.“

Am Freitagabend sah es ja so aus, als hätte sich der 24-Jährige besonders über seinen Kollegen Ben Sahar geärgert, der beim ersten Elfmeterversuch zu früh in den Strafraum gelaufen war, woraufhin Schiedsrichter Florian Meyer den Strafstoß wiederholen ließ. Am Sonnabendmittag aber hatte sich Wagner wieder beruhigt:

„Frust ist noch da. Ich bin Stürmer und will treffen. Aber Ben hat sich entschuldigt und damit hat sich das erledigt.“

Letztlich geht Hertha nicht nur mit der Gewissheit, dass man nunmehr auch kämpferisch in der Zweiten Liga angekommen ist, in die Woche vor dem Spitzenspiel gegen Tabellenführer Braunschweig (Sonnabend). Die Berliner haben auch bewiesen, dass es um den Teamgeist gut bestellt ist. Denn es waren zunächst Peter Niemeyer und seine Kollegen, die nach dem verschossenen Elfmeter zu Wagner gelaufen sind, um ihn aufzubauen. Wenn es derart stimmt im Team, dann spüren das auch die Fans.

Morgen ist trainingsfrei. Am Montagnachmittag bittet Jos Luhukay die Seinen um 15 Uhr zum Training. Dann wird aller Voraussicht nach auch Felix Bastians wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Der Abwehrspieler trainierte heute unter anderem zusammen mit Fitnesscoach Henrik Kuchno, Radjabali-Fardi und Beichler.