Jos Luhukay und Cotrainer Gellhaus führen Herthas Nachwuchs-Offensive an

(ub) – Das Thema ist ein Klassiker dieses Blogs. Wenn es um Pflege und Aufzucht der Jungen geht, schlägt das Hertha-Herz regelmäßig höher. Hertha und die Jungen – dazu hat der Kollege Meyn einen ausführlichen Text in der Sonntagsausgabe der Morgenpost verfasst. Was sagen die Talente? Wie spricht der Trainer? Ich finde das Thema wichtig, weshalb wir uns mit Blick auf die Länderspiel-Pause etwas Zeit nehmen sollten. Ich möchte das Thema mit Euch gern über zwei Tage, also über das Wochenende, sich entwickeln lassen.

Einige Basisdaten: Neun Saisonpartien (= 810 Minuten) sind gespielt. Die Einsatzstatistik der Jungen (für @apoll zählen wir Fabian Holland noch dazu):

Philip Sprint (19 Jahre), 2 Einsätze, 130 Minuten

John Brooks (19), 6, 280

Nico Schulz (19), 6, 300

Fabian Holland (22), 7, 630

Alfredo Morales (22), 0

Marvin Knoll (21), 2, 140

Hany Mukhtar (17), 2, 13.

Wenn wir uns das Thema anschauen, gehört dazu: Am Ende der Vorbereitung wurden aussortiert die Junioren-Nationalspieler Sebastian Neumann (jetzt VfL Osnabrück), Fanol Perdedaj (ausgeliehen an Lyngby BK) und Marco Djuricin (ausgeliehen an Jahn Regensburg).

Der BVB und sogar die Bayern machen es vor

Um das Thema noch etwas weiter anzugehen: Hertha wird sich auf Jahre hinaus keine Stars kaufen können. Also geht es darum, sich Stars selbst auszubilden. Wir wissen alle, dass der Verein seit 2001 eine sehr aufwendige, sehr kostenintensive Ausbildungsarbeit betreibt. Und die Konkurrenz macht es vor: Ob die jungen Wilden beim VfB Stuttgart, die Hotguns von Doppel-Meister Borussia Dortmund, die Ron Zieler (Hannover 96) oder Bernd Leno (Bayer Leverkusen), sogar bei den Bayern schaffen Nobodys den Durchbruch (Badstuber, Müller, Alaba).

Auf der letzten Mitgliederversammlung hat Hertha-Manager Michael Preetz als eine Lehre der vergangenen zwei Spielzeiten verkündet: Die Durchlässigkeit zwischen Nachwuchs und Profiabteilung müsse verbessert werden. Unterhalb der oben aufgeführten zehn Spieler und damit unterhalb des üblichen Radarschirmes passiert einiges bei Hertha. Weiter treffen sich alle Trainer einmal zu Wochenbeginn (inklusive Jos Luhukay) zur großen Trainer-Runde.

Spezialtraining für die Super-Talente

Neu ist die Regelmäßigkeit, mit der Luhukay und seine beiden Cotrainer Rob Reekers und Markus Gellhaus den eigenen Nachwuchs scouten: Wenn möglich, ist immer einer aus dem Trio bei den Spielen der U23, der U19 und der U17. Eine weitere Neuerung, achtung @dan: Cotrainer Markus Gellhaus lädt die Hotspots dieser drei genannten Mannschaften einmal in der Woche zu einem, wie wollen wir es nennen, Spezial-Training. Es handelt sich um zehn bis zwölf Spieler, die besonders im Fokus stehen. Diese neue Einheit wird in Absprache mit den jeweiligen Jahrgangs-Trainern vorgenommen. Vorab erhält Gellhaus Informationen, wie ’seine‘ Kandidaten bei den Wochenendspielen jeweils in Form waren. Aus diesem Pool kommen dann, für uns Außenstehende überraschend, Jungs wie Anthony Syhre (17), die im Fall von Verletzungsausfällen, plötzlich mal in den Profikader rutschen. Vorrangiges Ziel jedoch ist es, die individuelle Entwicklung noch stärker zu fördern. Und den Jugendlichen den Eindruck zu vermitteln, dass ‚die da Oben‘ (meint das Trainer-Team der Profis) wissen, wer sich ‚da unten‘ in welcher aktuellen Verfassung tummelt.

Wie geht Hertha mit seinem Nachwuchs um ?

Mit diesem Hintergrund-Wissen ausgesattet: Wir reden über (mindestens) zwei Ebenen: Wie geht Trainer Jos Luhukay im Profikader mit den Nachwuchskräften um? Wie beurteilt Ihr das Interesse der Profiabteilung für die Nachwuchsteams? Und wie schätzt ihr die Entwicklung ein, die Herthas Nachwuchsarbeit derzeit nimmt?