Ben-Hatira schweigt, Franz fällt lange aus

(mey) – Der Tag bei Hertha BSC stand heute ganz im Zeichen eines Spielers: Änis Ben-Hatira. Nach dem nächtlichen Intermezzo auf dem Polizeirevier trainierte der 24-Jährige heute wieder mit seinem Team. Dabei hatte man als aufmerksamer Beobachter das Gefühl, dass sich die Mannschaftskollegen auffällig um den gebürtigen Berliner scharten. Beim Warmmachen nahmen sie Ben-Hatira wie zum Schutz vor den dicken Fotoobjektiven und TV-Kameras liebevoll in ihre Mitte.

Ohnehin habe ich das Gefühl, dass man bei Hertha BSC nach der „Autospiegel-Affäre“ um Patrick Ebert vor drei Jahren äußerst sensibel umgeht mit derlei Vorkommnissen. Als heute in der Pressekonferenz eine freche Journalisten aufstand, um Trainer Jos Luhukay zu fragen, ob man bei bei Hertha nun in Zukunft die Portmonnaies wegschließen werde, reagierte Pressesprecher Peter Bohmbach ziemlich gereizt. Die Frage fände er „offen gesagt ziemlich blöd“ und betonte, dass der Verein sich „natürlich voll hinter Änis stellt“.

Stellt Luhukay ÄBH trotzdem auf?

Jos Luhukay ließ heute noch offen, ob er den Mittelfeldspieler beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Mittwoch aufstellen wird. Zumindest ist ja vorstellbar, dass die Geschehnisse rund um ÄBH für dessen Leistung gegen Dresden nicht gerade förderlich sein werden. Oder was meint ihr? Würdet ihr Ben-Hatira jetzt erst recht aufstellen, damit er sich mit einem Tor vielleicht den Frust von der Seele schießt? Oder sollte Luhukay ihn lieber nicht nominieren, damit sich die Unruhe nicht auf die Mannschaft überträgt?

Ben-Hatira selbst jedenfalls schweigt zu der Affäre. Heute verließ er in Begleitung von Peter Bohmbach wortlos den Trainingsplatz.

Franz fällt drei bis vier Monate aus

Eine unschöne Nachricht habe ich noch: Nachdem Maik Franz sich am Sonnabend ja ein fast episches Duell mit Kaiserslauterns Mo Idrissou geliefert hat, in dem er die Bekanntschaft mit dessen Stollenschuhen machen durfte, wird der 31-Jährige aller Wahrscheinlichkeit nach gegen Dresden nicht einsatzbereit sein. Franz konnte heute nicht trainieren und ließ sich am Montag in München an der rechten Schulter behandeln. Damit wird wohl Roman Hubnik eine neue Chance in der Innenverteidigung bekommen. Gegen Kaiserslautern saß der tschechische Nationalspieler ja überraschend auf der Bank und mir scheint, dass Fabian Lustenberger auf dem besten Weg ist, ihm den Rang bei Jos Luhukay abzulaufen. Was meint ihr, ist das eine Schwächung für Hertha? Oder wird Hubnik gegen Dresden den „Laden“ dicht halten?

Kleiner aber wichtiger Nachtrag: Hertha BSC hat auf seiner Homepage mitgeteilt, dass Maik Franz für mindestens drei Monate ausfallen wird. Der gebürtige Merseburger hat sich beim Spiel in Kaiserslautern eine Gelenklippen- und knöcherne Pfannenverletzung in der rechten Schulter zugezogen. Franz wird bereits am Mittwoch in München operiert. Auf der Homepage sagte Franz: „Ich bin total am Boden zerstört. Diese Diagnose tut richtig weh. Erst die lange Kreuzbandverletzung, jetzt der nächste Tiefschlag. Das muss ich erst einmal verdauen.“ Das ist nicht nur bitter für Franz sondern auch bitter für Hertha.

P.S. Auf Wunsch von @L.Horr eine Clickshow zur besten, verständlichsten und hollywoodträchigsten Kurzform für den Namen von Hertha-Trainer Jos Luhukay.