Wagner zurück an alter Wirkungsstätte

(mey) – Sechs Pflichtspiele hat Sandro Wagner nun für Hertha BSC absolviert und man kann sagen, dass sich der 24-Jährige recht ordentlich in das Berliner Team eingefügt hat. Zwei Tore schoss er bereits in der zweiten Liga für Hertha. Dazu kommt noch eines aus dem DFB-Pokalsspiel in Worms. der U21-Europameister von 2009 will die Chance nutzen, die er bei Hertha bekommen hat, nachdem seine Karriere zuletzt bei Werder Bremen etwas stagnierte.

In der vergangenen Bundesliga-Rückrunde war der gebürtige Münchner bekanntlich an den 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen, wo er in elf Einsätzen kein einziges Tor erzielen konnte. Ich habe gestern lange mit ihm sprechen können und dabei ließ er durchblicken, dass er nicht besonders gern an seine Zeit in der Pfalz zurückdenkt: „Letztlich war ich froh, als ich dort weg war“, erzählte mir Wagner. „Es hat nicht gepasst, aber auch daraus kann man lernen.“ Nun kehrt er also mit Hertha zurück an seine alte Wirkungsstätte. Das komplette Interview mit Sandro Wagner könnt ihr morgen in eurer Morgenpost nachlesen

Pfiffe von den eigenen Fans

Das, was seinem Kollegen Adrian Ramos bei den ersten beiden Heimspielen in der aktuellen Saison passiert ist, als der Kolumbianer von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde, kennt Wagner nur zu gut. Denn auch auf dem Betzenberg zog er nach den ersten unglücklichen Auftritten schnell den Zorn der FCK-Anhänger auf sich. Dass derlei Ablehnung nicht gerade leistungssteigernd wirkt, dürfte klar sein. Ich bin mal gespannt, wie ihn die Pfälzer am Samstag empfangen werden.

Bei den Hertha-Fans aber scheint der großgewachsene Angreifer ganz gut anzukommen. Beim Heimsieg gegen den VfR Aalen ist mir eine Situation ganz besonders aufgefallen: Nachdem Wagner in der ersten Halbzeit kurz vor einem Torschuss noch abgegrätscht und der Ball zur Ecke geklärt wurde, peitschte er die Fans in der Ostkurve an. Das zeigte Wirkung: Die Anhänger wurden lauter und mir scheint, dass es genau diese Emotionalität ist, welche die Fans an Wagner mögen. Er haut sich rein, auch wenn ihm oft noch die Konzentration im Abschluss fehlt und das Zusammenspiel mit seinen Kollegen ausbaufähig ist.

Preetz lobt Wagner

Manager Michael Preetz sagte heute auf der Pressekonferenz zur Personalie Wagner: „Sandro hatte sicherlich kein sehr glückliches halbes Jahr in Kaiserslautern. Doch die Qualitäten, die uns bewogen haben, ihn zu holen, hat er bei uns schon gezeigt.“ Preetz, der ja von der Statur her ein ähnlicher Stürmertyp war wie Wagner, schätzt an ihm, dass er permanent anspielbar und immer torgefährlich ist: „Wir sind froh“, so der Manager, „dass er am Wochenende in unseren Reihen stehen wird“. Was haltet ihr von Wagner? Könnte er Herthas bester Torjäger in dieser Zweitligasaison werden? Und wo seht ihr noch Verbesserungsbedarf?

Trainer Jos Luhukay hat heute noch einmal darauf hingewiesen, dass er in Kaiserslautern ein „Duell auf Augenhöhe“ erwartet. Dabei kann er wieder auf Peer Kluge und Änis Ben-Hatira zurückgreifen, auf die der Niederländer ja bekanntlich gegen Aalen wegen Trainingsrückstand nach Verletzung verzichtet hatte. Beide seien „eine Alternative“, sagte Luhukay, der sich ansonsten aber nicht in die Karten gucken lassen wollte.

Duell der Bundesliga-Absteiger

Ich frage mich dann natürlich, wen Luhukay für ÄBH und Kluge gegen Kaiserslautern draußen lassen will? Wen würdet ihr auf die Bank setzten?

Morgen ist wieder Blogpapa ub im Einsatz. Er wird euch ein letztes Update und alle Infos vor dem Absteigerduell geben, bevor ich mich dann am Samstag Richtung Kaiserslautern aufmache. Wie bereits erwähnt wird es mein erstes Auswärtsspiel mit Hertha sein. Mal sehen, ob ich mit drei Punkten zurückkomme.