Ramos' Erlösung, wohin mit Allagui?

(mey) – Zu Beginn erst einmal einen herzlichen Dank für eure Willkommenswünsche. Das hat schon mal gut getan. Einen besonderen Dank an Sir Henry: ub hat die Grüße gestern pflichtbewusst ausgerichtet.

Weil beim 10-Uhr-Training heute Morgen nicht viel mehr zu bestaunen war, als ein paar sichtlich entspannte Profis beim Auslaufen und ein Trainer, der dabei besonders intensiv das Gespräch mit Zugang Peter Pekarik suchte, gibt es hier eine Nachbetrachtung zum gestrigen Sieg gegen Aalen.

Bei Adrian Ramos ist also der Knoten geplatzt, sollte man meinen. Nach gefühlten 1000 Tagen (es waren eigentlich nur 176) hat der sympathische Kolumbianer mal wieder getroffen und seine Teamkollegen überschütteten ihn gestern in der Mixedzone mit Lob. So sagte Torwart Thomas Kraft nach der Partie: „Adrian ist Gold wert für uns. Nachdem das Wechseltheater um ihn beendet war, ist er unglaublich konzentriert und stark im Training.“ Und: „Seine Formkurve geht unglaublich stark nach oben und ich hoffe, dass es noch weiter geht, ihm das Tor geholfen hat und er an seine Leistungen von vor zwei Jahren anknüpfen kann.“ Für Ramos war es eine Befreiung und ich denke, dass ihm besonders das gemeinsame Feiern nach dem Spiel vor der Ostkurve gut getan hat. Wie er das ganze Theater um sich gesehen hat, könnt ihr morgen in eurer Morgenpost nachlesen

Doch bei all dem Jubel um den wiedererstarkten Ramos macht mir einer bei Hertha derzeit etwas Sorgen: Sami Allagui. Der Deutsch-Tunesier war gestern gegen Aalen zwar bemüht (und hätte mindestens einen Elfmeter verdient gehabt), aber letztlich war wieder einmal auffällig, wie sehr ihm noch die Bindung zu seinen Kollegen fehlt. Das Zusammenspiel mit Sandro Wagner hat kaum richtig funktioniert und es ist irgendwie bezeichnend, dass kurz nach seiner Herausnahme der entscheidende Treffer für Hertha fiel.

Stark fand ich, dass Allagui sich nach dem Spiel sichtlich für Adrian Ramos gefreut hat (immerhin ja auch ein möglicher Konkurrent um die Position in der Spitze). Er sagte mir später: „Ich freue mich für ihn. Das war eine Erlösung.“ Und man konnte ihm ansehen, dass er es ernst meint.

Heute beim Training bekam Allagui etwas Unterstützung in Gestalt seines Vaters Leggi. Der war extra aus Düsseldorf für das Aalen-Spiel angereist und schaute seinem Sohn heute beim Auslaufen zu. Ich bin mal gespannt, was Luhukay sich für das Spiel in Kaiserslautern am kommenden Samstag überlegt. Kommt Änis Ben-Hatira zurück, wird er womöglich den Vorzug vor Ramos auf der linken Seite bekommen. Stellt Luhukay diesen dann anstatt Allagui in den Sturm? Es würde mich zwar wundern, aber eigentlich kann der Niederländer Ramos nicht einfach wieder auf die Bank setzen.

Thema Nummer drei: die Abwehr. Wie hat euch die Innenverteidigung um Maik Franz und Fabian Lustenberger gestern gefallen? Jos Luhukay begründete die Herausnahme von Roman Hubnik auf der PK ja damit, dass er mit Lustenberger einen „flexiblen Spieler“ aufstellen wollte, der „auch ins Mittelfeld durchschieben kann“. Der Schweizer ist ja durch seine Ballsicherheit prädestiniert dafür und hat das aus meiner Sicht gestern ganz ordentlich gemacht. Zwar habe ich nicht allzu viele Vorstöße ins Mittelfeld von „Lusti“ gesehen, aber gegen tiefstehende Mannschaften ist das in der Zukunft sicherlich ein probates Mittel (für die Barcelona-Fans unter euch ist diese Abwehrvariante ja nichts Neues ;)). Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass Luhukay dies auch in Kaiserslautern beibehalten wird. Dafür ist „Lautern“ im Sturmzentrum mit Mo Idrissou doch etwas zu kopfballstark und ein Mann wie Hubnik könnte da sicherlich besser dagegen halten. Oder was meint ihr?

Ein Abschließendes Wort noch zu Peter Pekarik: Der Slowake hat mir gut gefallen auf der rechten Außenverteidiger-Position. Das, was sich Luhukay von dem 25-Jährigen erhofft hatte, nämlich die Defensive stabiler zu machen, hat er erfüllt. Natürlich kann Aalen bei allem nötigen Respekt kein Maßstab sein. Gestern kam ja kaum wirklich etwas über die Flügel beim VfR. Doch die Ansätze, ein passabler Lell-Ersatz zu werden, hat Pekarik. Woran er meiner Meinung nach noch etwas arbeiten muss, sind die offensiven Vorstöße. Da kamen gestern nämlich ziemlich wenige und das könnte gegen stärkere Gegner noch wichtig werden.

Morgen hat das Team trainingsfrei. Am Mittwoch bittet Luhukay die Herren dann wie gewohnt um 10 Uhr zur Übungseinheit. Das Abschlusstraining am Donnerstag wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, bevor es dann am Freitag nach Lautern geht. Übrigens: Die Partie bei den „Roten Teufel“ wird mein allererstes Auswärtsspiel mit Hertha. Wenn einer von euch einen Tipp hat, wo man bei den Pfälzern das beste Bier bekommen kann, dann immer her damit!

Beste Grüße und bis morgen an selber Stelle.