"Dieser Derby-Sieg ist auch ein Gruß an die Konkurrenz"

(ub) – Einmal drehen wir noch ein paar Kringel ums Derby. Mir hat die Körpersprache, die Präsenz bei Hertha gefallen. Beginnend mit der allerersten Aktion von Peter Niemeyer, der nach 30 Sekunden einen gewonnen Einwurf feiert wie Boris Becker einen gewonnen zweiten Satz in Wimbledon. Ich teile die Meinung, dass das ‚Kapitänchen‘ in der Wuhlheide als ‚Capitano‘ präsentiert hat. Niemeyer sagte heute:

„Eine geile Sache. Für solche Spiele wird man Fußball-Profi.“

Änis Ben-Hatira humpelte am Montagabend im Dunkel der Försterei zum Mannschaftsbus. Der Busfahrer hupte, die Kollegen riefen: Änis, jetzt komm‘ endlich. Aber der plauderte mit einigen Medienvertretern.

Das war Freude pur. Viel mehr als drei Punkte. Wir waren heiß wie Frittenfett. Der Trainer hat die gesamte Woche über Öl ins Feuer gegossen. Es war ein heißes Derby, hart, aber fair. Das hat richtig Spaß gemacht. Und war auch ein Gruß an die Konkurrenz.“

Wagner nimmt Quiring in Schutz

Über die ‚Causa Quiring‘ hat die Mannschaft vor dem Training in der Kabine gesprochen.

Trainer Jos Luhukay sagte dazu (Fotos: ub, damit alle wissen, wie der übertragende TV-Sender heißt ) :

Das ist ein junger Mann, der total frustriert war, dass sein Tor nicht zu einem Punkt gereicht hat. Mich interessiert das nicht.

Sandro Wagner, seinerseits 24 Jahr alt, sagte:

Ich würde den Jungen gern in Schutz nehmen. Das ist ein junger Spieler, direkt nach dem Spiel waren seine Emotionen hoch, da macht man noch Fehler. Aber wenn er das heute, einem Tag nach dem Spiel, immer noch so meint, dann hat er nicht alle Tasen im Schrank.

Peer Kluge (31), er das Fußballspielen von 1987 bis 199 beim Chemnitzer FC gelernt, sagte:

Wir haben uns heute morgen vor dem Training drüber unterhalten. Ich finde das komisch. Es gab doch genug Sportliches zu reden. Diese Sachen sind lange vergangen, wir leben heute in einem Land. Und der Quiring hat das doch gar nicht mehr mitbekommen.

Peter Niemeyer sagte:

„Ich stempel das als Unerfahrenheit eines jungen Spielers ab. Er hat die Mauerzeiten ja gar nicht mehr miterlebt. Ich finde das eher lustig.“

Die Stimmung bei Hertha war erwartungsgemäß gut. Der Trainer, der seine Mannschaft zum Beginn der vergangenen Woche noch heftig angegangen hatte, lief diesmal entspannt mit der Gruppe aus.

Es waren soweit alle dabei, nur Änis Ben-Hatira fehlte wegen einer Knöchelprellung. Und Thomas Kraft musste sich am Rücken behandeln lassen.