Hexenschuss verdirbt Thomas Kraft die Generalprobe

(ub)– War richtig was los. Die Hanns-Braun-Allee komplett zugeparkt, die Rominter Allee zu großen Teilen. Die vielen Besucher im Olympiapark waren wegen Fußball da. Jut, nicht wegen Hertha. Es gab ein großes Turnier von Freizeitkickern, für die Zweitliga-Profis interessierten sich nicht so viele. Gab auch nicht so viel zu sehen. Die Spieler, die beim 2:1 gegen Jahn Regensburg im Einsatz gewesen waren, liefen etwas kürzer aus. Jene, die nicht gespielt hatten, durften ein längeres Laufprogramm von Konditionstrainer Henrik Kuchno abspulen: Laufen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, jeweils abgestimmt auf die eigene Herzfrequenz.

Die Mannschaft schätzt realistisch ein, was da am dritten Spieltag der Zweiten Liga passiert war. Innenverteidiger Maik Franz sagte:

„Das war keine große Fußballkunst, sondern ein Pflichtsieg. Mit dem Ergebnis kann man zufrieden sein, an allem anderen arbeiten wir.“

Trainer Jos Luhukay lobte den Willen der Mannschaft und setzte dann aber zu einer längeren Ausführungen an, was ihm nicht gefallen hatte. Zu wenig Tempo, zu wenig Ideen. Kein Rhythmus. Viel zu viele lange Pässe.

„Zum Glück haben wir die Effizienz vor dem Tor wiedergefunden.“

Er lobte zwei Spieler besonders: Peer Kluge („er wird ein wichtiger Spieler für uns“) und Sandro Wagner. Der Stürmer war wegen einer Prellung am großen rechten Zeh nicht auf dem Platz. Hubnik hat Hertha nach dessen K.o. im Martin-Luther-Krankenhaus durchchecken lassen. Resultat: Soweit alles in Ordnung, ’nur‘ eine Gehirnerschütterung.

Morales sieht Gelb-Rot

Einer, der mit dem Schlußpfiff vom Regensburg-Spiel seine Sperre abgesessen hat, wollte heute seine Generalprobe hinlegen, ehe er am Montag in einer Woche seine Zweitliga-Premiere gegen den 1. FC Union geben wird. Doch daraus wurde für Thomas Kraft nichts. Ein Hexenschuss sorgte dafür, dass der Torwart entgegen der Planung bei der U23 in der Regionalliga nicht zum Einsatz kam. So verlor Herthas zweite Mannschaft mit Sascha Burchert im Tor bei Optik Rathenow mit 1:2 (1:0).

Herthas U23: Burchert – Leinau, Morales, Syhre, Neumann – Perdedaj, Diring (88. Neuendorf) – Beichler (59. P. Breitkreuz), Mukhtar, Knoll (81. Brecht) – Stephan
Tore: 0:1 Beichler (45.), 1:1 Delvalle (63.), 2:1 Kapan (87.) – Zuschauer 468.

Morales wurde nach 56 Minuten wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Die Hertha-Homepage zitiert Trainer Karsten Heine: „Diese Niederlage ist sehr ärgerlich.“

Bei Herthas Zweitliga-Profis weist die Statistik nach drei Runden einen Sieg, ein Unentschieden, eine Niederlage aus. Was seht Ihr: Der Trend-ist-your-friend? Oder nur einen glücklichen Sieg, der nix über die wahren Qualitäten aussagt? Bei wieviel Prozent des Leistungsvermögens steht Hertha derzeit? Und wo immer Ihr Euer Kreuz macht: Was heißt die Prozentzahl für Hertha: Ist es ein gutes Zeichen, wenn zu diesem Saisonzeitpunkt noch ‚viel Luft nach oben‘ ist?