Jos Luhukay oder Aller Anfang ist schwer

(ub) – Trainingsfreier Dienstag bei Hertha. Mediendirektor Peter Bohmbach weilt auf der Pressesprecher-Tagung der Deutschen Fußball-Liga. Was für eine Ruhe bei Hertha BSC nach den Aufregungen des Sonntags und Montags. Will die Gelegenheit nutzen, um das, was bisher los war, etwas einzuordnen. Wie Ihr wisst, war ich im Trainingslager in Stegersbach im Burgenland dabei. Und habe von Jos Luhukay mehrfach und mit leichten Abwandlungen die immer gleiche Botschaft vernommen:

Wir haben eine neue Liga. Wir haben eine neue Mannschaft. Der Saisonstart wird holprig. Das war immer so bei mir. Ab Oktober sind wir dann unschlagbar. Und am Ende wird alles gut.

Dem ersten Teil der Ausführungen wird jeder zustimmen. Hertha spielt derzeit mit sieben, acht oder gar neun Veränderungen in der neuen Mannschaft verglichen mit der Formation, die zum Ende der vergangenen Saison in der Relegation das blau-weiße Trikot getragen hat.

Die Beschreibung des ‚holprigen Starts‘ findet unsere ebenfalls ungeteilte Zustimmung. Nach den Partien gegen den SC Paderborn (2:2) und beim FSV Frankfurt (1:3) weist das Hertha-Konto ein Pünktchen und 3:5 Tore auf.

Habe mir Luhukay Aufstiegsanläufe als Trainer eines neuen Teams angeschaut. 2008 ist er mit Borussia Mönchengladbach aufgestiegen, 2010 mit dem FC Augsburg Dritter geworden (und in der Relegation gescheitert am 1. FC Nürnberg 0:1/0:2). Seine Startphasen:

2007/08 Zweite Liga, Luhukays Start mit Mönchengladbach:

1. Spieltag: 1:1 beim 1. FC Kaiserslautern

2. Spieltag: 0:0 gegen die TSG Hoffenheim /

3. Spieltag: 1:4 beim FSV Mainz

– dann 6 Siege in Folge.

Am Ende Aufstieg als Zweitliga-Erster.

2009/10 Zweite Liga, Luhukays Start mit dem FC Augsburg:

1. Spieltag: 1:3 bei Energie Cottbus

2. Spieltag: 2:2 gegen Rot-Weiß Oberhausen 1 Punkt 3:5 Tore

3. Spieltag: 2:1 bei Arminia Bielefeld.

Fazit: Luhukay kämpft mit Herthas Vergangenheit. Und mit seiner Vergangenheit. Er scheint ein notorischer Spätstarter zu sein. Oder anders: Er weiß, was er sagt. Luhakay ist ein Trainer, den man vertrauen kann. Oder noch anders: Hertha hat in den ersten beiden Runden unwiederbringlich fünf Punkte liegenlassen. Aber es bleiben 32 Spieltage bis zum Saisonfinale im Mai 2013.

Ich erlebe den Trainer derzeit vor allem kämpferisch. So verstehe ich seine Serie an Donnerwettern, die Luhukay am Sonntag und Montag losgelassen hat. Wie ist es um Eure Gemütslage bestellt: Beunruhigt? Sorgenvoll? Gelassen? Zuversichtlich?

P.S. Trainiert wird morgen/Mittwoch um 10 Uhr und 16 Uhr angesetzt (ohne Gewähr/zur Sicherheit nochmal checken )