Trainer Luhukay: Barcelona ist das Vorbild

(ub) – Erst wurde in großer Gruppe gelaufen. Dann setzte Trainer Jos Luhukay in zwei kleineren Gruppen fort. Jene Profis, die am Dienstag beim 5:3 der Hertha-Profis gegen die U23 im Einsatz waren, absolvierten ein ausgedehntes Auslaufen rund um den Schenkendorff-Platz (Foto: ub /Kündigt sich der Herbst schon wieder an? ).

Die Spieler, die beim 2:2 gegen Paderborn am vergangenen Freitag unterwegs waren, absolvierten diverse Passübungen. Den Parcour hatte Luhukay selbst abgeschritten und mit diversen Hütchen aufgestellt. Dreimal umrundete er sein Werk, rückten die Hütchen nochmal zehn Zentimeter nach rechts oder links, bis alles zu seiner Zufriedenheit aufgestellt war. Die Übungsform war in drei Teile gegliedert:

1) Passen in zügiger Geschwindigkeit.

2) Passen, laufen, Ball annehmen mit Richtungsänderung, weiter passen

3) wie Punkt 2, nur mit zweimaliger Richtungsänderung.

Der Trainer machte alles vor. Und kommentierte lautstart.

„Jetzt alle mal richtig aufdrehen.“ „Nicht so langsam. Patsch, patsch, feste Pässe spielen.“

Wenn dann mal ein Zuspiel weit vorbei ging am Adressaten, Luhukay:

„Stop: Qualität geht über Schnelligkeit.“

Irgendwann wurde das Geschehen dem Trainer zu lahm:

„Alle mal richtig aufdrehen. Feste Pässe. Barcelona ist das Vorbild.“

Habe es im vorigen Treat schon angerissen: Dann hieß es Fünf-gegen-Fünf auf sechs Mini-Tore. Weil da aber aus praktisch jeder Ballberühung ein Treffer fiel, wurden rasch zwei Tore beiseite getragen .

Ein oder zwei Stürmer – was hilft Hertha im Moment?

@Ties hat es vorhin erwähnt: Er hat Luhukay in der Presserunde nach der Vormittagseinheit so verstanden, dass er bis auf weiteres bei seinem System mit einem Stürmer bleibt. Ich habe den Trainer anders verstanden: Dass er es sich offen lässt, ob er mit einem oder mit zwei Angreifern spielt. Und, dass er das Thema weniger personalisiert angeschaut haben will.

Also nicht: Spielt Allagui? Oder Wagner? Oder Kachunga?

Sondern, Luhukay will Breite: Vier, besser fünf Stürmer, die für mindestens 40 Tore gut sind. Damit sei Hertha weniger abhängig von der Form/Fitness eines Torjägers. Und für die Gegner weniger berechenbar.

Eure Meinung: Ob in der Vorbereitung, gegen Paderborn oder gegen die eigene U23 – Herthas Stürmer treffen derzeit reichlich: Allagui, Kachunga, Wagner, Ben-Hatira, Sahar . . . Eine hübsche Auswahl für den Trainer? Oder am Ende doch zuviele Spieler für zu wenige Positionen (Adrian Ramos Nikita Rukavytsya gehören auch noch dazu). Was meint Ihr: Hat Hertha im Kader einen 20 + x-Tore-Stürmer? Oder wer sind die vier, fünf Angreifer, auf die sich in der Zweiten Liga mehr als 40 Tore verteilen werden?

Trainer Luhukay hat ein Zahlen-Gedächtnis. Er zählte locker auf. Das sei die Situation gewesen, wie er sie bei seinen beiden Aufstiegen gesucht habe:

„In Gladbach hat Rob Friend 18 Tore geschossen, Neuville 15 und Sascha Rösler zwölf. In Augsburg waren das Nando Rafael mit 14, Hain mit zehn, Thurk mit neun und Öhrl mit sieben Toren.“

Nicht dabei: Peer Kluge, der an einer Bänderdehnung laboriert. Bis Freitag muss er den Fuß ruhig stellen. Fraglich, ob der Mittelfeldspieler bis Sonntag zur Partie beim FSV Frankfurt fit wird. Daniel Beichler weilt bis auf weiteres in Österreich, um seiner Mutter in einer familiären Angelegenheit beizustehen. Änis Ben-Hatira war am Vormittag nicht da. Dessen Mutter war ohnmächtig geworden, Ben-Hatira hat sich ins Krankenhaus gebracht. Am Nachmittag stand ÄBH wieder auf dem Trainingsplatz.

Immerhertha sagt Danke

P.S. Im übrigen vollenden wir mit dieser Immerhertha-Ausgabe das zweite Jahr im Blog und gehen ins dritte. Finde, wir haben gemeinsam etwas geschaffen, was es bisher nicht gab. Für Witz, Ideen, Kreativität, Input und die gemeinsame Zeit – vielen Dank an Euch