Abu Bakarr Kargbo verlässt Hertha BSC

(ub) -Beim ersten Test in dieser Saison hat sich Abu Bakarr Kargbo (19) so präsentiert, wie bereits in der vergangenen Saison: sehr unauffällig. Der U-20-Nationalspieler hat im Männerbereich bisher nicht nachweisen könnnen, dass er sich dort durchsetzen kann, so zu beobachten beim 3:0 von Hertha am Freitag gegen den Berliner SC. Insofern ist die Pressemitteilung, die Hertha BSC soeben veröffentlicht, keine Überraschung, die Begründung dagegen schon. So heißt der Text:

Hertha BSC und Abu Bakarr Kargbo trennen sich. Nachdem der Offensivspieler ein für die Zweite Liga angepasstes Vertragsabgebot des Vereins nicht akzeptierte, wird er nun mit sofortiger Wirkung den Verein verlassen.

Mal unter uns: Kürzer und knapper kann man einen Spieler nicht verabschieden. Kargbo hatte im Juli 2011 einen Profi-Vertrag bis 2015 unterschrieben. Er hat jedoch in der vergangenen Bundesliga-Saison keine Rolle im Profikader gespielt. Rein juristisch betrachtet ist es das gute Recht eines Profis, Änderungen in seinem Kontrakt nicht zuzustimmen. Doch wenn erfahrene Spieler wie Roman Hubnik, Maik Franz oder Peter Niemeyer einer Umgestaltung zustimmen, hätte Kargbo darüber nachdenken können, ob es nicht auch für ihn Sinn gemacht hätte, die Chance in der Zweiten Liga anzugehen.

Er hat sich anders entschieden. Nachdem Kargbo bei Hertha so gar nicht ins Rollen gekommen war, macht er vielleicht auf seiner nächsten Karrierestationen einen Entwicklungssprung. Allerdings muss Kargbo sich fragen: Für welchen Arbeitgeber hat er sich in den vergangenen beiden Jahren empfohlen?

Wieviel Youngster schaffen den Durchbruch?

Ihr habt das Thema mit den Talenten bereits angesprochen. Ob John Brooks, Marco Djuricin, Fabian Holland, Alfredo Morales, Hany Mukhtar, Sebastian Neumann, Fanol Perdedaj, Nico Schulz, Philip Sprint – Trainer Jos Luhukay hat sie ausdrücklich ermuntert, Gas zu geben und sich anzubieten. Oder, wie Manager Michael Preetz es sagt: „Die Tür steht offen, aber durchgehen müssen die Talente selbst.“ Das gilt übrigens auch für die „Rückkehrer“ Daniel Beichler, Marvin Knoll und Shervin Radjabali-Fardi.

Im Profifußball gibt es nicht den Mechanismus, dass automatisch jeder mal an die Reihe kommt, und in mehreren Punktspielen die Chance bekommt, sich zu beweisen. Der Konkurrenzkampf beginnt im Training. Junge Spieler rücken nicht deshalb in die Startformation, weil Ältere schwach spielen. Der Nachwuchs ist nur dann an der Reihe, wenn er im Training zeigt: Ich bin besser als der Konkurrent.

Wie bewertet Ihr die Trennung von Kargbo? Ich meine, in diesem Fall ist das eine sinnvolle Entwicklung. Wem aus dem Hertha-Nachwuchs traut Ihr zu, dass er regelmäßig in der Zweiten Liga helfen kann? Und was sollte Hertha mit jenen Talenten machen, denen keine tragende Rolle in der anstehenden Saison zugetraut wird – ausleihen, verkaufen, mit durchziehen?