Erstes Training von Peer Kluge. Trainer Luhukay sieht seinen Neuen nicht als reinen Sechser

(ub) – Für die Profis von Hertha BSC war es der vierte Trainingstag, für Peer Kluge (31) der erste mit den neuen Kollegen. @catro hatte sich ebenfalls auf den Weg zum Schenkendorff-Platz gemacht, hier kommt sein Bericht vom 10-Uhr-Training (Fotos: ub).

(@catro) – So ganz ist der Sommer noch nicht in Berlin angekommen, aber ohne Regen, mit milden Temperaturen und einem lauen Lüftchen war es ganz angenehm, unseren Jungs bei der Arbeit zuzuschauen. Dank einiger Jugendmannschaften und der Hertha-Fußballschule waren rund 80 Zaungäste Zeugen des ersten Trainings mit Peer Kluge. Die Knirpse hatten ihre Freude, als ein Ordner ihnen den Ball zur neuen Saison hinhielt. Die „Torfabrik“ der dritten(?) Generation. Aber nur Anfassen, die Steppkes hätten die Pille lieber behalten.
OK, ich schweife ab.


Die Personalien: Franz und Janker anwesend, aber noch immer mehr mit individuellem Training beschäftigt. Während Franz schon ordentlich am Ball ist, lief Janker ein paar Runden auf der Finnbahn, bei der Erwärmung haben beide mitgemacht. Torwart Maikel Aerts kuriert weiter seine Innenbanddehnung aus. Fabian Holland fehlte erneut wegen seiner Magen-Darm-Probleme.

Diring überzeugt erneut

Mit Neuzugang Kluge und dem U23-Probespieler Diring standen also 17 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung. Teil der Erwärmung waren ganz lockere Ballübungen, wie Jonglieren, enge Ballführung mit Richtungsänderung, usw. Die Intensität wurde dann mit Passübungen erhöht, immer noch erstaunlich, die teilweise schlampigen Abspiele oder Ballannahmen. Fußball-ABC und scheinbar muss es immer noch bis zum Erbrechen geübt werden. Damit endete die Erwärmung und die Spieler spendeten sich selbst Applaus dafür. Aaah, ja.
Vor dem Trainingsspiel wurde die Truppe (jetzt ohne Janker und Franz) in zwei Mannschaften
eingeteilt.
Blau: Kraft; Morales, Brooks, Knoll, Diring, Lusti, Djuricin, Kachunga
Gelb: Burchert; Neumann, Bastians, Ronny, Niemeyer, Perdedaj, Beichler, Kargbo
Freier Mann im Roten Leibchen (und damit stets auf Seite der ballführenden Mannschaft) war Kluge. Vor dem Spiel wurde Ballbesitz, Balleroberung und Überwinden des Mittelfelds ohne Tore und nur mit zwei Ballberührungen geübt. Danach kamen die Tore auf den Platz und der Höhepunkt des Trainings stand an, Spielchen.


Obwohl die gelbe Truppe nominell über viel Defensivpotential verfügte, war es ne recht einseitige Angelegenheit – 4:0 für die Blauen.
Der junge Franzose Diring machte wieder einen guten Eindruck und belohnte sich mit zwei Toren, auch defensiv wußte er zu gefallen, klärte per Kopf, eroberte Bälle, spielte kluge Pässe. Wenn er so weiter macht, wird er eher in den Profikader rücken, als zu unserer U23. „Katsche“ Kachunga durfte sich über sein erstes Trainingstor freuen, war auch etwas lebhafter, ich warte weiter ab.

Burchert pariert Djuricin-Elfmeter

Djuricin vervollständigte den Torreigen, aber was für Chancen er davor ausließ, tsss. Krönung war ein verschossener Elfer, Burchert parierte. Zuvor hatte Neumann Knoll umgesenst. Insgesamt wurde die Partie bissig geführt, der Kampf um die Kaderplätze kommt langsam ins Rollen.
Noch ein Wort zum Trainer, J-Lu macht sehr viel selbst, ich glaube da kommt nicht mal Favre ran, wozu aber dann zwei Co-Trainer? Mal sehen, vielleicht schlägt deren große Stunde erst noch. Das Training morgen ist schon im Terminkalender, das „Leuchtturm“-Treffen noch in der Schwebe.
Blauweiße Grüße

Danke an @catro. Trainer Luhukay hat später uns Medienvertretern gesagt, dass er Kluge nicht als reinen Sechser sieht, sondern als Umschaltspieler. „Peer hatte bei seinen Vereinen meist einen Abräumer an seiner Seite.“

Was Kluge gesagt hat und welche Rolle sich aus seiner Verpflichtung für andere defensiven Mittelfeldspieler ergibt – dazu mehr in der Donnerstags-Ausgabe der Morgenpost

Nur soviel: Kluges Reaktion, ob er für die immerhertha-Gemeinde einmal Schauen möge . . .

. . . wie war das mit dem Bild, das mehr sagt als 1000 Worte

Ein Satz zum Spielsystem für die kommende Saison. Luhukay sagte, dass er in seinen beiden Aufstiegsjahren mit Gladbach und Augsburg jeweils ein 4-4-2 mit flacher Sechs gespielt habe. „Aber das hängt von den Spielern ab. Situativ kann das auch ein 4-2-3-1 werden.“ Wie er das bei Hertha halten will, „hängt davon ab, wen ich ich zur Verfügung habe.“

Training morgen/Donnerstag: Nur am Nachmittag um 16 Uhr (kein Vormittagstraining).

P.S. Schaut später hier nochmal vorbei. @Abseitsfalle hat im vorangegangenen Blog schon darauf hingewiesen: Es könnte sein, dass das DFB-Sportgericht heute seine Entscheidung zu den Fan-Ausschlüssen von Hertha BSC bekannt gibt.