Trainingsstart mit Ronny, aber ohne Raffael und schwerem Testspiel-Programm

(ub) – Applaus, Applaus. So hörten es Spieler und Trainerteam, als sie heute mit 20 Minuten Verspätung durch ein Spalier von Hertha-Anhängern in Richtung Trainingsplatz schritten. Nicht nur 500 Schaulustige hatten sich am Schenkendorff-Platz eingefunden. Auch das halbe Präsidium war da: Präsident Werner Gegenbauer, sein Stellvertreter Thorsten Manske sowie die Mitglieder Michael Ottow und Marco Wurzbacher. Ehemalige waren da wie Enver Maric, Axel Kruse, Daniel Scheinhardt, Dirk Kunert oder Alt-Physiotherapeut Peter Bentien im offenen Alfa (KORREKTUR nach Hinweis von @sfg) . Und, nicht zu vergessen, ein ganzer Schwung der immerhertha-Rasselbande (Fotos: ub).

Wie erwartet war Elias Kachunga, der Leihstürmer von Borussia Mönchengladbach, der einzige Neue. Unter den 17 Feldspielern und drei Torwarten befand sich alle zu Erwartenden. Beim Laufen waren auch die Rekonvaleszenten Maik Franz und Christoph Janker dabei. Fabian Lustenberger scheint wieder vollbelastbar zu sein. Neu-Trainer Jos Luhukay gestand, dass er zu Zeiten als Trainer in Mönchengladbach ein Auge auf den Schweizer geworfen hatte. „Ich wollte damals Fabian ausleihen. Jetzt hoffe ich, dass er gesund bleibt.“ Janker soll nach seiner Leistenoperation kommende Woche teilweise zurückkehren. Gibt es keine Rückschläge, soll Janker Ende kommender Woche komplett ins Mannschaftstraining einsteigen. Franz liegt nach seinem Kreuzbandriss „voll im Soll, aber da müssen wir uns noch etwas gedulden.“ Wesentlich länger wird es bei Shervin Radjabali-Fardi dauern, der ebenfalls mit einem Kreuzbandriss aus Aachen zurückgekehrt ist. Er wird bis November/Dezember ausfallen.

Überraschend nicht dabei war Raffael. Der Spielmacher hat wegen einer Mittelohrentzündung Reiseverbot und sitzt daheim in Brasilien. Manager Michael Preetz erwartet ihn aber zurück „sobald Raffa reisefähig ist, wird er in Berlin zum Training erwartet.“ Der schmale blonde Spieler, über den am Rande viel gerätselt wurde, heißt Domian Diring (20) vom FC Mulhouse. Er ist Verteidiger und soll für die U23 gecastet werden, die derzeit noch Urlaub hat.

Jos Luhukay ließ 85 Minuten trainieren (Hier in der Mitte, rechts Manager Michael Preetz, links Mediendirektor Peter Bohmbach). Es gab ein Spielchen Sieben-gegen-Sieben, Marco Djuricin war als 15. Spieler im Roten Leibchen jeweils auf seiten der ballführenden Mannschaft. Team „Gelb“ gewann 2:1 nach Toren von Abu Bakarr-Kargbo und Marvin Knoll, für Team „Blau“ hatte Djuricin getroffen.

So sieht es aus, das neue Trainings-Outfit von Hertha: Blau statt grau. Auch wenn es bei Ronny immer etwas schwer ist, vom Gesichtsausdruck auf seine Stimmung zu schließen. Bis Donnerstag wird er zweimal täglich trainieren, um 10 und 16 Uhr. Alle Einheiten sind öffentlich zugänglich. Der erste Test steigt am Freitag gegen den Berliner SC (18 Uhr, Finsterwalder Straße). Grundsätzlich sagte Trainer Luhukay, habe er sich für ein schweres Testprogramm entschieden mit nur zwei unterklassigen Gegnern und dann zumeist erstklassigen Kontrahenden wie den FC Midtjylland/Dänemark, FK Teplice/Tschechien, Hannover 96 oder Norwich City. „Wir brauchen dieser Widerstand, den wir überwinden müssen“, sagte Luhukay. „Das erwartet uns auch bei den Punktspielen. Wenn man immer 14 oder 15 Tore pro Test schießt, dabei wird man nicht ordentlich gefordert.“

Einer zeigt der immerhertha-Gemeinde die neue Fahne: Alfredo Morales.