Neuer LIVETICKER aus dem ICC - Gegenbauer im Amt bestätigt

(ub) – Dienstag, 29. Mai – dieser Tag wird in die Historie von Hertha BSC eingehen. Nur, mit welcher Wertung: Ein guter Tag? Ein schlechter Tag? Tag der Kontinuität? Ein Befreiungsschlag? Anfang vom Ende? Tag des Chaos? Tag der Vernunft? – Wer Hertha kennt, ahnt: Wahrscheinlich wird es etwas ganz anderes werden.

12 Uhr Also, packen wir’s an: Der Erfolgskollege Marcel Stein und ich begleiten Euch mit einem Liveticker. Vor uns liegt heute ein langer Ritt. Den beginnt Hertha BSC mit der Vorstellung von Jos Luhukay (48), dem neuen Trainer. Dann wird’s etwas Zeit am Nachmittag geben. Ab 19 Uhr steigt im Saal 1 des ICC die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung. Die Neuwahl des Präsidiums steht an. An der Zusammensetzung des Gremiums hängt, mit welchem Personal und vor allem mit welcher Ausrichtung der Zweitligist in die kommende Saison geht. Warum ich mich hier schon mal auf die Rubrik ‚Zweitligist‘ festlege, erkläre ich später noch

12.35 Uhr Pressekonferenz Hertha BSC, Präsentation von Jos Luhukay. Tohuwabohu vor dem Podium. Ein dutzend Fotografen und Kamera-Teams balgen sich um Fotos vom neuen Cheftrainer. Der nimmt dort oben Platz an der Seite von Manager Michael Preetz und Mediendirektor Peter Bohmbach (Fotos: ub)

Luhukay über die Kontaktaufnahme:

In der Woche nach Bundesliga-Saisonende mit dem FC Augsburg habe ich mehrere Anfragen bekommen, eine war von Michael Preetz. Das war noch vor der Relegation. Ich konnte nicht wissen, ob es die erste oder die Zweite Liga wird. Ich hatte nach den Gesprächen ein gutes Bild von Hertha und habe zugesagt. Was dann gekommen ist, das konnte ich nicht vorhersehen. Aber das beeinflusst meine Arbeit nicht so sehr. Ich will jetzt die Mannschaft auf die Saison vorbereiten. Trainingsaufstart ist am 24. Juni.

Luhukay über die zusammenzustellende Mannschaft:

Wir haben jetzt schon zwei Wochen verloren. In den nächsten Tagen werden wir die Planung angehen für die Zweite Liga.

Luhukay über das Saisonziel:

Wir wollen den Betriebsunfall Abstieg korrigieren. Mein Ziel ist es, die Saison auf einem der ersten drei Plätze zu beenden, am liebsten auf einen der ersten beiden, weil wir dann direkt aufsteigen würden. Aber das wird unglaublich harte Arbeit.

Luhukay über Manager Michael Preetz:

Ich denke, dass es für jeden Trainer wichtig ist, dass ein Verein Kontinuität und Stabilitaät hat. Für mich ist wichtig, welcher Manager mir zu Seite steht. Ich habe vollstes Vertrauen in den Mensch Michael Preetz und den Manager Michael Preetz. Die Führung war sehr offen zu mir, auch was die finanziellen Möglichkeiten betrifft.

13.01 Uhr Soviel an dieser Stelle (muss mir noch ein wenig für die Zeitung aufheben). 26 Minuten dauerte die erste Pressekonferenz von Luhukay, eine eher ausgedehnte Veranstaltung.

Christian Lell geht definitiv nicht mit in die Zweite Liga

14.30 Uhr Ehe ich es vergesse: Eine Frage ging an den Manager, ob es Spieler gibt, deren Vertragssituation so ist, dass sie definitiv nicht mit in die Zweite Liga gehen. Antwort Michael Preetz: „Das betrifft nur Christian Lell, der ist im Fall des Abstieges vertragsfrei.“

Christian Lell. Der einzige Profi, der in der letzten zusätzlichen Trainingswoche gefehlt hat, alle drei Mal ohne Entschuldigung. Jener Profi, der beim letzten Training vor dem Relegationsrückspiel sich mit mehreren Mitspielern angelegt hat sowie mit den Trainern Rehhagel und Tretschok. Zufälle gibt es . . .

Wetten, dass Hertha beim DFB nicht in die dritte Instanz geht?

16.30 Uhr Stichwort Hertha und der Rechtsstreit mit dem DFB wegen der Wertung für das Relegationsspiel in Düsseldorf (2:2): Mein Eindruck ist, dass der Verein noch ein wenig auf Zeit spielen wird. Manager Michael Preetz sagte heute, dass die schriftliche Begründung für das Urteil der zweiten Instanz „unter der Woche“ bei Hertha eintreffen werde. Und, dass Hertha die Begründung sorgfältig prüfen wird. Zuvor wird heute Abend bei den Mitgliedern ein Meinungsbild eingeholt. Wenn ich diese Puzzlesteine zusammenlege mit dem Umstand, dass die Mannschaft seit Freitag im Urlaub weilt. Dass Luhukay heute nur und ausschließlich über die Zweite Liga und das Ziel direkte Rückkehr in die Bundesliga gesprochen hat + dem, was ich sonst im Hintergrund höre, aber nicht sagen darf – bin mir relativ sicher, dass Hertha die dritte Instanz nicht mehr anrufen wird.

Aus juristischen Gründen wird Hertha das aber nicht sofort hinausposaunen. Ein ganz anderer Nebeneffekt ist, dass Fortuna Düsseldorf seine Mannschaft immer noch unter Spannung und im Trainingsbetrieb hält. Und Probleme bei der Verpflichtung mit Neuen hat. Aber da wird sich das Mitleid in Berlin in Grenzen halten: Dass Fortunas Bundesliga-Abenteuer schon vor dem Saisonstart in Schräglage gerät.

17.15 Uhr Wer sich schon mal etwas warmlaufen möchte für heute Abend, anbei die Tagesordnung für die Mitgliederversammlung. Die Präsidiumswahlen finden sich unter Punkt 7.

Tagesordnung:

  1. Eröffnung, Begrüßung und Festlegung der Tagesordnung
  2. Ehrung verstorbener Mitglieder
  3. Bericht des Präsidiums
  4. Bericht des Aufsichtsrates
  5. Bericht des Ältestenrates
  6. Aussprache zu den Berichten des Hertha BSC e.V.
  7. Wahl des Präsidiums auf Vorschlag des Aufsichtsrates des Hertha BSC e.V.
  8. Bericht der Geschäftsführung der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA
  9. Bericht des Beirates der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA
  10. Aussprache zu den Berichten der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA
  11. Anträge
  12. Verschiedenes

18.35 Uhr Himmel, der erste Parkplatz vor dem Palais am Funkturm ist bereits voll. Es scheint viele Hertha-Mitglieder ins ICC zu ziehen.

18.45 Uhr Am Sonderschalter der Mitglieder ist eine sehr lange Schlange. Ansonsten bei den einzelnen Buchstaben ist alles im Flow.

18.50 Uhr Rene Tretschok erscheint im dunkelblauen Anzug mit weißem Hemd. Ein knappes „Guten Abend“, dann strebt er dem Saal 1 zu.

18.55 Uhr Im Saal 1 wird die Empore oben geöffnet. Habe von dort mal ein Springsteen-Konzert gehört (Solo und accoustic), wieviel Jahre ist das schon wieder her? Na, der Boss verfolgt mich: Am Freitag in Frankfurt hat Springsteen mit seinem Konzert im Stadion dafür gesorgt, dass die Technik der Medien-Kollegen in der benachbarten DFB-Zentrale in die Knie ging. Die berichteten von der Verhandlung Hertha vs. DFB. Immerhin spielt Springsteen morgen im Olympiastadion.

19.08 Uhr Das Podium an der Stirnseite füllt sich mit den Mitgliedern des Präsidiums. Präsident Werner Gegenbauer begrüßt alle Anwesenden und einen Ehrengast, Klaus Böger, den Präsidenten des Landessportbundes. Gegenbauer stellt das Präsidium vor und übergibt die Versammlungsleitung an Dr. Lentfer.

19.20 Uhr Die Versammlung stimmt gerade darüber ab, ob die Presse ausgeschlossen werden soll. Begründung: Die Berichterstattung über Hertha war in den letzten Monaten nicht so dolle. Aufsichtsratschef Bernd Schiphorst spricht.

19.40 Uhr Wegen technischer Probleme schnell noch der Nachtrag, dass die Presse doch im Saal verbleiben darf. Der Antrag eines Mitglieds auf Ausschluss wurde mit 1171 zu 1358 Stimmen abgelehnt. Das ganze hat den ohnehin langen Abend noch einmal um 20 Minuten nach hinten verschoben.

19.43 Uhr So, die große Frage um die neue Richtung wird sich deutlich verzögern. Die für den Tagesordnungsunkt sieben vorgesehene Wahl des Präsidiums wurde auf Antrag gerade auf Punkt zehn verlegt. Es wird sicher spät werden.


19.45 Uhr Nach der Verabschiedung der neuen Tagesordnung tritt Preetz vor, er wird teilweise ausgepfiffen, und stellt den neuen Trainer Jos Luhukay fort. Jubel im Saal. Vor allem, als er sagt, dass er wieder Fußball spielen lassen will, der allen Freude macht.

19.48 Uhr Ansonsten erzählt Luhukay, was er am Mittag bei seiner offiziellen Vorstellung vor der Presse schon gesagt hat. Aber die meisten kennen das ja noch nicht, er kommt an, punktet schon mal mit Worten.

19.50 Uhr Beim Thema Talentförderung wird es laut, offenbar gibt es eine große Sehnsucht bei den Hertha-Fans, nach Spielern aus dem eigenen Hause.

19.53 Uhr Jetzt werden die verstorbenen Mitlglieder geehrt.

19.56 Uhr Präsident Werner Gegenbauer eröffnet den dritten Punkt der Tagesordnung.

19.59 Uhr Die aktuelle Mitgliederzahl beträgt 29.300, davon sind 5195 Frauen. Hertha ist stolz.

20.20 Uhr Hoffentlich läuft die Technik jetzt flüssiger. Der dritte Tagesordnungspunkt ist darüber Geschichte. Vor allem der Mann von der Tischtennisabteilung tat sich hervor mit sehr knappen Aussagen. Dafür gab es viel Applaus für Gerd Welker. Überdies steht jetzt fest, dass 3199 Teilnehmer im Saal sind, 3057 stimmberechtigt. Rekord für Herthas Mitgliederversammlungen. Sogar Erich Beer ist da und wird von den Fans gefeiert.

20.25 Uhr Bernd Schiphorst als Chef des Aufsichtsrates spricht. Er sagt, dass sein Gremium dem Präsidium stets zur Seite stand. Er konstatiert ein Bild der Zerrissenheit bei Hertha im Vorfeld der Mitgliederversammlung. „Mit dem heutigen Tag muss Schluss damit sein.“ Schiphorst fordert, dass Vertrauliches im Verein bleibt. Das Präsdium müsse loyal sein.

20.28 Uhr Noch mehr in Scouting und Nachwuchs investieren. Das ist das Credo, das Schiphorst vorgibt angesichts der finanziellen Bedingungen von Hertha.

20.31 Uhr Kein Schiff für Hertha. Der Kahn, auf dem der Klub gegründet worden ist, sollte ja für 200.000 Euro verkauft werden. Der Klub wird es nicht kaufen, a) weil das Geld fehlt, b) weil das Gründungsschiff in einem miesen Zustand ist. Außerdem appelliert Schiphorst an die Anwesenden bezüglich der bevorstehenden Wahlen: „Hertha ist keine Micky-Mouse-Veranstaltung. Denken sie daran, denken sie an die Angestellten.“

20.38 Uhr Der Ältestenrat hat seinen Beitrag geleistet, jetzt beginnt die Aussprache zu den Berichten des e.V. Die ist aber nicht der Rede wert. Dafür hagelt es wieder Pfiffe, als Preetz die Tribüne betritt und mit dem Bericht der Geschäftsführung beginnt.

20.42 Uhr Immer wieder Zwischenrufe, als Preetz spricht. Er unterstreicht, dass man nicht als prozessiere gegen das Relegationsspiel, sondern aus Pflichtbewusstsein gegenüber dem Verein. Er bekommt auch Applaus.

20.45 Uhr Preetz sagt erstmal seit Langem etwas Gutes über Markus Babbel. Der habe seinen Anteil daran gehabt, dass der Klub die Hinrunde recht gut absolviert habe. Doch Babbel wollte sich wohl nicht uneingeschränkt auf den Klub und die Stadt einlassen. Die Affäre um Babbel habe seiner Glaubwürdigkeit geschadet, so Preetz.

20.48 Uhr Inzwischen ist Preetz offenbar so krisenerprobt, dass ihn die Rufer und Buher nicht aus dem Konzept bringen. Er redet sicher und ohne Anzeichen von Nervosität.

20.52 Uhr Luhukay hätte woanders hingehen können, er hatte andere Angebote, betont Preetz. Aber er hat ihn nach Berlin holen können, betont Preetz ebenso. Vielleicht ist das ja wirklich ein guter Schritt. Immerhin hat der Trainer zuletzt gute Arbeit geleistet in Augsburg.

20.56 Uhr Der Nachwuchs liegt den Mitgliedern echt am Herzen. Als Preetz darauf Bezug nimmt, wird er unterbrochen, rechtfertigt sich dann: „Wir wissen sehr genau, wen wir halten wollen.“ Zuletzt gab es viele Wechsel von jungen Spielern zu anderen Vereinen.

20.58 Uhr Demnächst wird es einen Extra-Assistenten für den Trainer geben, der sich um die Top-Talente kümmert, so wie ein Karrierecoach, kündigt Preetz an und erwähnt, dass trotz der Kürzung des Etats nicht bei der Nachwuchsabteilung gespart werden wird.

21.00 Uhr Das neue Trikot wird präsentiert. Mit der „Fahne pur“ auf der Brust. Die Mitglieder sind entzückt. „Fahne pur, Fußball pur“, sagt Preetz, sei ein Zeichen für den Neuanfang, es soll für Herz und Leidenschaft stehen.

Und hier der Exklusiv-Service für Euch, das Bild vom neuen Trikot mit Fahne pur (Foto: ub)

21.05 Uhr Der Manager stellt in Aussicht, dass der Aufstieg in die Bundesliga diesmal schwieriger werden dürfte als beim letzten Mal. Denn die Konkurrenz sei härter geworden.

21.24 Uhr Derweil hat der Finanzgeschäftsführer Ingo Schiller die Lizenzunterlagen für die neue Saison erläutert. Mit 45 Punkten plant Hertha in der 2. Liga, der ersten Runde im DFB-Pokal und 38000 Zuschauern im Schnitt. Der Personalaufwand soll 16,5 Millionen Euro betragen, die Ausgaben bei 45 Millionen liegen, die Einnahmen bei 31,8 Millionen. Es wartet ein großes Defizit, sollten nicht unverhofft Transfererlöse erzielt werden. Immerhin sei die Lizenzerteilung sicher, so Präsident Gegenbauer.

21.27 Uhr Die Aussprache zu den Berichten der GmbH hat begonnen. Ein Fan fragt, ob man nicht aufsteigen will, weil 45 Punkte nicht zum Aufstieg reichen würden. Schiller antwortet, dass man natürlich aufsteigen wolle, die Zahlen seien nur eine Planung und orientierten sich an denen von vor zwei Jahren.

21.29 Uhr „Machen Sie, ich möchte Sie bitten, den Weg frei für einen Neufang.“ Diese Aussage eines Mitglieds am Mirkofon erhält viel Beifall aus dem Publikum.

21.34 Uhr Da hat einer ganz genau versucht nachzurechnen. Er zählt eine Reihe von Einnahmen auf und möchte wissen, ob nicht viel mehr Geld eingenommen worden ist, als ursprünglich geplant. Schiller gibt ihm Recht, aber genaue Zahlen zur aktuellen Saison werde es erst auf der Novemberveranstaltung geben.

21.40 Uhr Manche verstehen das mit der Aussprachen leider immer wieder nicht ganz richtig. Eigentlich geht es darum, Fragen zu stellen. Einige bringen nur ihre Meinung zum Ausdruck, das auch noch ellenlang. Und am Ende vergessen sie die Frage. Schade.

21.41 Uhr Jetzt vergleicht einer Preetz mit dem Ex-Bundespräsi Wulff. Mal was Neues.

21.50 Uhr Der Nächste fragt nach dem Vertrag von Marko Pantelic. Jetzt geht es doch arg in die falsche Richtung. Zwischenruf: „Was ist eigentlich mit Jürgen Mohr?“ Er will auch wissen, was an der kolportierten Sexaffäre um Markus Babbel dran war. Gegenbauer: „Will das Auditorium diese Frage wirklich beantwortet haben?“ Mit einem lauten Grölen im Saal wird die Antwort gefordert. Gegenbauer will aber nicht. Versammlungsleiter Lentfer gebietet, mit der Zeit der inzwischen 3401 Anwesenden verantwortungsvoll umzugehen.

21.57 Uhr Schiller muss noch einmal erklären, dass die vorhin erwähnten Zahlen nicht das entgültige Ergebnis nach der Zweitligasaison sein sollen. Sie dienten lediglich der Planung.

22.03 Uhr Kritik an der Sache sei ok, aber doch bitte nicht immer persönlich an Preetz, so Gegenbauer, der mal wieder den Manager in Schutz nehmen muss gegen unzufriedene Fans.

22.10 Uhr Inzwischen sind drei Stunden der Mitgleiderversammlung um, aber die Fragen nehmen offenbar kein Ende. Zumindest sind die Schlangen der wissbegierigen Anhänger noch lang. Angesichts von 14 Kandidaten für das neue Präsidium und deren Vorstellungszeit, wäre ein Ende der Veranstaltung vor Mitternacht wohl ein größeres Wunder, als eine Änderung des Urteils zur Relegation in der möglichen dritten Instanz und damit der Verbleib von Hertha in der Bundesliga.

22.13 Uhr Ein Fan: „Ich würde mich schämen, wenn wir für diese Pfeifen noch einmal vors Schiedsgericht zu gehen.“ Für ihn sind nur die Spieler schuld. Ob die wüssten, „was sie uns angetan haben“. Die Stimme bricht immer wieder weg, er ist bewegt, aufgeregt, tief verärgert über den treulosen Spielhaufen. Preetz und Gegenbauer dankt er.

22.22 Uhr Gleich eine Stunde Aussprache rum. Viel davon wurde schon am Donnerstag bei „Hertha im Dialog“ zum Thema gemacht. Aber über Hertha kann man ja gar nicht genug reden.

22.28 Uhr Ein Fan fordert, dass aufgrund mangelnder neuer Erkenntnisse der Aussprache endlich zum Wesentlichen überzugehen sei – zur Wahl. Der folgende Redner fährt ungerührt fort. „Mein erstes Hertha-Spiel war 1975…..“ Großartig.

22.35 Uhr Basisdemokratie. Jemand brachte den Antrag ein, die Aussprache zu stoppen. Fast alle halten ihre Stimmkarten nach oben. Schluss. Jetzt geht es gleich in die Vorstellung der Kandidaten für das Präsidium.

22.40 Uhr Der Chef des Revisionsausschusses, Klaus-Dieter Böhlo, hat vorher noch einen Antrag. Er möchte, dass heute nicht gewählt wird. Grund: Die Strukturen im Klub seien zu aufgebläht und die schlechten Strukturen Schuld an der sportlichen Talfahrt.

22.46 Uhr Antrag wird abgelehnt. Es stimmen nur wenige dafür, nicht zu wählen. Jetzt also geht es los. Versprochen.

22.50 Uhr Das Präsidium nimmt im Publikum Platz, viele junge Leute kommen rein, die ersten sind Frauen, das gefällt vielen. Sie werden die Stimmen auszählen.

22.53 Uhr Gegenbauer bekommt als Erster seine drei Minuten. Hertha brauche mehr Eigenkapital und mehr Zusammenhalt, sagt er. Durch seinen Einsatz könne er es schaffen, den Verein wirtschaftlich zu stabilisieren. Er bittet um ein arbeitsfähiges Präsidium.

22.59 Uhr Jetzt wird es wuselig im Saal. Die Leute geben ihre Stimmzettel zum Präsidenten ab.

23.04 Uhr Die Männer, die für den Posten des Vizepräsidenten kandidieren, machen sich warm für ihre Vorstellungsrede. Thorsten Manske, Gegenbauers Kandidat, fängt an: Er erzählt viel aus seinem Leben, was er im Verein macht oder gemacht hat.

23.11 Uhr Am Ende werden einige ungeduldig mit Manske, er überzieht die vorgegebenen drei Minuten um gut 80 Sekunden.

23.15 Uhr Jetzt legt Jörg Thomas, der jetzige Vize und Gegenkandidat, los. Er hat seinerzeit die Jugendakademie mitgegründet. Eigentlich wollte er gar nicht mehr kandidieren, hat sich aber umentschieden. Das fand Gegenbauer im Zuge einer Verjüngung des Präsidiums aber nicht so gut.

23.24 Uhr Es gibt sehr viele Fragen an Thomas, deswegen zieht sich gerade wieder alles.

23.27 Uhr Jetzt wird wieder gewählt. Manske oder Thomas.

23.33 Uhr Der Präsident ist erneut ins Amt berufen worden. Abstimmungsergebnis: 2775 Stimmen wurden abgegeben, mit Ja stimmten 2032, mit Nein 743 Mitglieder. Macht 73,2 Prozent für Gegenbauer. „Ich nehme die Wahl sehr gern an. Ich kann nur versprechen, wir können nicht alles erreichen, aber wir werden alles versuchen.“

23.39 Uhr Die Kandidaten für das Präsidium stellen sich vor. Herr Ahlhoff positioniert sich gegen Preetz.

23.45 Uhr Nun ist Frau Döhmer dran. Sie geht kämpferisch an die Sache, ist für Preetz und gegen Dummschwätzer, die Preetz fies attackieren.

23.50 Uhr Jetzt Kirchhoff. Er steht für Ehrlichkeit und Offenheit, sagt er.

23.57 Uhr Gleich geht es an die Vier-Stunden-Grenze. Alle haben nicht mehr ausgehalten, dabei macht es so viel Spaß. Kirchhoff muss sich gerade für die Degradierung eines U11-Trainers, kein Witz, verantworten. Es ist gleich Mitternacht, und hier wird über die U11 geredet. Das kann kein Stammstich bieten. Viva Hertha!!!!

0.00 Uhr Michael Ottow stellt sich vor, danach nur noch sieben weitere. Ottow will Preetz nicht aus dem Amt jagen.

0.07 Uhr Nun darf Pering ran, man dürfe nicht bagatellisieren, was passiert sei. Er sieht sich als die Abteilung Attacke von Hertha. Er hatte sich ja im Vorfeld deutlich positioniert.

0.13 Uhr Jetzt gibt es neue Ergebnisse, und zwar zum Vizepräsidenten: 2544 Stimmen, davon wollten 161 keinen der Kandidaten, auf Thomas entfielen 1014, auf Mankse 1369 Stimmen. Damit ist der Kandidat von Gegenbauer erfolgreich, er hat die Wahl angenommen.

0.27 Uhr Entweder es ist schon zu spät oder die Wahl des Vize hat die Richtung schon so vorgegeben, dass nicht mehr viel aus dem Publikum kommt, wenn es gegen Preetz geht. Axel Schmidt erntet jedenfalls nur sehr wenig Applaus, als er Preetz bei seiner Kandidaturrede in Frage stellt. Nur noch vier.

0.40 Uhr Zeit für Veränderung. Mit diesem Motto trat Michael Sziedat an, um Preetz als Manager loszuwerden. Aber nach der Nichtwahl von Jörg Thomas hat er resigniert und spricht von Gegenbauer- und Preetz-Festspielen. Er will einen totalen Neuanfang.

0.49 Uhr Es gab ein paar Fragen an Sziedat, er war sehr polemisch, hat aber wenigstens Stimmung in den Laden gebracht. Nicht schlecht um diese Uhrzeit. Aber als Ex-Profi und Aufsichtsratsmitglied Andreas Schmidt an der Reihe war, hatte Sziedat aber keine Lust mehr zu antworten.

0.51 Uhr Jetzt ist der letzte Kandidat an der Reihe.

0.56 Uhr Nun wird gewählt. Mal sehen, wie lange es dauert, bis alles ausgezählt ist.

1.05 Uhr Die fünfte Stunde ist vollendet, in der Tagesordnung wird zu Punkt elf übergegangen: Anträge

1.10 Uhr Es geht darum, ob der Gang vor das Ständige Schiedsgericht vollzogen werden und damit versucht werden soll, den Abstieg noch einmal anzufechten oder nicht.

1.19 Uhr Ein Meinungsbild wird eingeholt, aber es sind deutlich mehr, die nicht weiter prozessieren möchten. Dem Hertha-Vorstand geht es wohl ähnlich, Liga zwei ist also ganz nah.

1.23 Uhr Tagesordnungspunkt zwölf, der letzte. Zeitvertreib bis zum großen Finale der Wahl. „Was ist mit dem 49er Bus?“, wird gefragt. Ich würde mal sagen, der fährt heute nicht mehr.

1.32 Uhr Warten und hoffen, dass es keinen zweiten Wahlgang gibt bei den Präsidiumsmitgliedern. Aber ein zweiter erscheint realistisch.

1.42 Uhr Der Notar begutachtet die Ergebnisse noch, es ist also gleich soweit.

1.51 Uhr Es zieht sich.

2.01 Uhr Der Saal hat sich deutlich geleert. Falls ein zweiter Wahlgang nötig sein sollte, dürfte die Auszählung nicht lange dauern.

2.20 Uhr Endlich, die Resultate für die Präsidiumsmitglieder: 1946 Stimmen insgesamt. Wolter (1055), Ottow (1230), Dömer (1187), Pering (1008), Wurzbacher (1124) sind ins Präsidium gewählt. Damit fehlen noch zwei. Ahlhoff, Sziedat, Sauer, Kirchhoff, Schmidt, Schultze-Petzold haben es nicht geschafft. Sie müssen in den zweiten Wahlgang.

2.30 Uhr Die Stimmen sind nun abgegeben. Auf die Verkündung warten nur noch sehr wenige. Gegenbauer hat wohl ohnehin seine Leute durchbekommen. Damit dürfte der Weg für Preetz frei sein.

2.46 Uhr Der Rest steht fest. Abgegebene Stimmen: 524. Sauer (271) hat es als einziger geschafft. Alle anderen bekamen nicht die erforderliche einfache Mehrheit. Acht Kandidaten sind im Präsidium, zwar sind neun Plätze vorgesehen, doch die Mindestanzahl ist erreicht und das Präsidium fix.

Hiermit verabschiedet sich der Ticker nach einem Marathontag. Bis bald