LIVETICKER: DFB-Bundesgericht weist Hertha-Einspruch ab

(ub) – Hertha gegen den DFB, heute wird die zweite Instanz vor dem DFB-Bundesgericht verhandelt. Hertha BSC will erreichen, dass die Wertung des chaotischen Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2) aufgehoben wird. In der ersten Instanz hatte das DFB-Sportgericht den Protest aus Berlin abgelehnt. Immerhertha ist live im Verhandlungssaal, uns hilft der Kollege Andreas Jürgens.

10.30 Uhr Der Heidelberger Sportanwalt Michael Lehner rechnet in der Verhandlung um das Düsseldorfer Skandalspiel mit einem Erfolg der Fortuna vor dem Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Die erste Entscheidung des Sportgerichts werde aufrechterhalten, sagte Lehner. Der DFB hätte bei einer Zurückweisung des Hertha-Einspruchs gegen die Spielwertung des Bundesliga-Relegationsrückspiels „seine Ruhe und kein Wiederholungsspiel, und man könnte natürlich, das ist ja auch nachvollziehbar, in die neue Saison geregelt schauen.“ Hertha BSC will in der heutigen Verhandlung Verfahrensfehler nachweisen. Im Sportgerichtsverfahren hatte Richter Hans E. Lorenz keine TV-Bilder zugelassen. Die Videobeweise zeigen Hertha zufolge aber, dass die chaotischen Umstände zu einer Schwächung der Mannschaft geführt haben. „Ob ich das im Detail durch ein Video näher beleuchte und vielleicht eine Stelle erwische, wo ein Hertha-Spieler besonders angegriffen oder mit reingezogen worden ist, das wage ich zu bezweifeln“, meinte Lehner.

11.30 Uhr Mit 30 Minuten Verspätung landete die Delegation von Hertha BSC in Frankfurt. An Bord der Lufthansa-Maschine waren neben den Spielern Andre Mijatovic, Peter Niemeyer und Raffael auch Trainer Otto Rehhagel. Der Trainer-Routinier ist zum ersten Mal dabei und soll heute vor dem DFB-Bundesgericht aussagen. Die Verhandlung in der DFB-Zentrale soll um 12.30 Uhr beginnen. WEiter gehören zur Hertha-Delegation: Präsident Werner Gegenbauer, Manger Michael Preetz, Vereinsjurist Thomas E. Herrich sowie Anwalt Christoph Schickhardt.

11.32 Uhr Goetz Eilers (70), der Einzelrichter, weilt bereits seit 10 Uhr in der DFB-Zentrale. Nun schaut er im Verhandlungssaal vorbei und inspiziert die Räumlichkeit, ehe er sich wieder zurückzieht.

11.55 Uhr Der Tagungsraum „Sepp Herberger“ in der DFB-Zentrale füllt sich, rund 70 Journalisten inklusive diverser TV-Teams erwarten den Ausgang der rechtlichen Auseinandersetzung zwischen Hertha und dem DFB.

14 Zeugen werden aufgeboten

12.10 Uhr Jetzt trudeln die Beteiligten ein: Schiedsrichter Wolfgang Stark ist da, Markus Wingenbach, der Vierte Offizielle bei der Partie in Düsseldorf. Auch Paul Jäger, der Finanzchef von Fortuna Düsseldorf ist mittlerweile vor Ort.

12.15 Uhr Günter A. Pilz, Deutschlands bekanntester Fanforscher ist ebenfalls beim DFB. Zwar in ganz anderer Mission, eine Meinung zum Hertha-Protest hat er vor der Schar der Journalisten trotzdem. „Ich hoffe, dass das Gericht zu dem weisen Schluss kommt, dass das Urteil aus der ersten Instanz nicht revidiert wird. Hertha hat das Spiel nicht in Düsseldorf verloren, sondern in Berlin.“

12.30 Uhr Alle Delegationen haben Platz genommen im Sitzungssaal „Sepp Herberger“, alle haben sich untereinander begrüßt, Richter Goetz Eilers ist da, Getränke und Kekse auf dem Tisch, die Videowand ist bereit – es geht los.

12.35 Uhr Das DFB-Bundesgericht besteht aus dem Vorsitzenden, Goetz Eilers (Darmstadt), dem Stellvertreter Oskar Riedmeyer (München) und als Beisitzer. Michael Gerlinger (München).

12.40 Uhr Als Zeugen heute aufgeboten, für den DFB: Stark, Wingenbach, Pickel.

Für Hertha: Rehhagel, Covic, Raffael, Mijatovic, Kraft, Niemeyer

Für Düsseldorf die Spieler: van den Berg, Juan Antonio Gonzales Fernandez, Physiotherapeut Jan Speckenbach und Geschäftsführer der Sicherheitsfirma Michael Lindemann. Eilers schickt die Zeugen aus dem Saal, sie werden der Reihe nach im Verlauf der Verhandlung angehört.

12.50 Uhr Hertha-Anwalt Schickhardt setzt seine Brille ab und reibt sich die müden Augen. Hertha-Manager Preetz und Präsident Gegenbauer trinken Kaffee.

12.55 Uhr Richter Eilers eröffnet die Beweisaufnahme. Als ersten Zeugen ruft er Wolfgang Stark auf. Der Schiedsrichter nimmt vor dem Richter an einem Tisch Platz, sitzt mitten im Raum.

12.58 UhrDFB- und FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark macht Angaben zu seiner Person. Er beginnt, alle Unterbrechungen zu schildern. Eilers unterbricht ihn, sagt der Schiedsrichter solle nur über die letzte Unterbrechung sprechen. Stark:

„Es kamen sehr viele Zuschauer auf das Spielfeld. Mir war es wichtig das Spielfeld zu verlassen um der feiernden Masse zu entgehen. Ich hatte keine Angst. Sie sind einfach zu früh auf das Spielfeld gelaufen. In den Katakomben wurden wir von Berliner Seite bedrängt.“

Schiedsrichter Stark: Es war ein feierndes Publkum

13.03 Uhr Stark über die Fans, die auf den Platz liefen: „Jubelarien, die wollten Party machen. Ich konnte nicht erkennen, dass bengalische Feuer gezündet wurden.“

Er sagt, er habe die Fans am Spielfeldrand „nur beiläufig wahrgenommen“. „Die Personen standen nicht am Spielfeld, sondern hinter der Bande. Solange Sie nicht direkt Einfluss nehmen auf das Spielfeld ist das ok, da muss ich nicht eingreifen.“ Den Moment des Platzsturm beschriebt Stark so:

„Es erfolgte kein Piff! Die Spieler liefen dennoch auf das Spielfeld“

Stark fährt fort, er haben den heranstürmenden Hertha-Profis erklärt, dass das Spiel noch nicht beendet sei.

13.10 Uhr Stark erklärt, dass Spiel sei nach dem Platzsturm nur unterbrochen gewesen. Um erstens, den Innenraum zu räumen. Und zweitens Grünes Licht von der Polizei für die Sicherheit zu erhalten. „Elf, zwölf Minuten nach dem Verlassen des Platzes waren beide Bedingungen erfüllt. Stark:

„Spielfeld und Inneraum waren geräumt, kein Zuschauer mehr im Innenraum. Es bestanden keine Bedenken mehr, das Spiel fortzusetzen.“

13.15 Uhr Richter Eilers bespricht den fehlenden Elfmeterpunkt. Stark „Wir sahen nur zwei Löcher nahe der Mittellinie. Das hatte keinen Einfluss auf das Spiel. Die Gesundheit der Spieler war dadurch nicht gefährdet. Dass der Elfmeterpunkt fehlte, haben wir zu diesem Zeitpunkt gar nicht mitbekommen“.

13.20 Uhr Stark sagt zum Platzsturm nach dem Abpfiff:

„Es waren keine Fans am Spielfeld. Dann kamen sie von allen Seiten. Es war ein feierndes Publikum“.

Der Schiedsrichter wiederholt seine Aussage aus der Vorwoche, dass die Fortsetzung des Spiels ohne Einflüsse von Außen getroffen worden sei: „Niemand hat versucht mich zu beeinflussen. In keinster Weise. Weder Düsseldorfer noch Berliner“

13.30 Uhr Stark wird nun seit 35 Minuten verhört. Der Schiedsrichter macht einen gelassenen Eindruck. Richter Eilers fragt immer wieder genau nach. Nun beginnt Hertha-Anwalt Schickhardt. Er spricht den Elfmeterpunkt und die Eckfahne an. Stark antwortet:

„Hätten wir das Fehlen der Dinge bemerkt, hätten wir die Düsseldof aufgefordert den nicht vollständigen Platzaufbau zu korrigieren“.

Zu den Fans an den Seitenlinie:

“ In meiner Wahrnehmung stand da keiner“.

Schickhardt fragt, ob Stark ein Zeichen zur Beeendigung des Spiels gegeben hat Stark:

„Nein, nur zum Abstoss“.

13.33 Uhr: Der Hertha-Anwalt befragt den Schiedsrichter nach dessen Verhalten nach dem Schlusspiff. Schickhardt stellt fest. „Da haben Sie ja einen unglaublichen Lauf hingelegt“.

Stark: „Ich wollte nur den Platz verlassen um den ankommenden Fans zu entkommen. Ich bin nicht aufgehalten worden.“

Nur gelegentlich wirft Stark Schickhardt einen Blick zu. Er antwortet zum größten Teil nur in Richting der Stirnseite des Gerichts.
Richter Eilers lehnt zum wiederholten Mal eine Frage von Schickhardt ab, weil sie zur Beweisaufnahme keine Rolle spielt. Nun stellt Fortuna-Anwalt Kletke dem Schiedsrichter weitere Fragen.

13.45 Uhr: Schickhardt versucht alles, um Stark zu entlocken, dass der Schiedsrichter beim Platzsturm Angst gehabt habe. Der Schiedsrichter hat die verschieden verklausulierte Frage nun zum wiederholten Male verneint. Richter Eilers lehnt zum wiederholten Mal eine Frage von Schickhardt ab, weil sie zur Beweisaufnahme keine Rolle spielt. Nun stellt Fortuna-Anwalt Kletke dem Schiedsrichter weitere Fragen.

Hertha-Anwalt fährt Fortunen-Anwalt in die Parade

13.50 Uhr Richter Eilers weist die Fragen von Düsseldorfs Anwalt Klettke zu den Geschehnissen nach dem Spiel zurück. Hertha-Anwalt Schickhardt sagt er sei „entsetzt“ über die bisherigen Verfahrensweisen der DFB-Gerichte. Er will nicht, dass Spielerverhalten diskutiert wird. Er möchte das diese Thematik in einem gesonderten Verfahren erörtert wird.

13.52 Uhr Richter Eilers gibt Klettke nun doch die Möglichkeit, seine Fragen vorzubringen. Dessen Absicht ist klar: Der Düsseldorfer Anwalt will zeigen, dass die Berliner Spieler aggressiv gegenüber Stark waren und demnach, so seine Schlussfolgerung, nicht im Angstzustand gewesen sein können. Stark erläutert erneut die bekannten Angriffe, ohne Namen zu nenen: Er sei gehetzt worden und von einem Spieler tätlich angegangen worden (Gemeint ist Levan Kobiashvili, von dem Stark behauptet, geschlagen worden zu sein).

Im Anschluss entlässt Eilers Stark, wünscht ihm einen guten Urlaub und eine gute Europameistersichaft in Polen und der Ukraine.

Die Linienrichter und die Polizeihunde

14.03 Uhr Jetzt kommt Herr Ralf Ziewer in den Zeugenstand. Er war vom DFB als Sicherheitsbeauftragter für das Spiel eingesetzt worden. Er schildert die Bengalo-Würfe aus dem Berliner Fan-Block und das Überklettern der Zäune durch die Düsseldorfer „zum Teil auch vor der Bande“. Eine genaue Anzahl der Fans mag er nicht nennen. Ob die Fans friedlich waren oder nicht mag er nicht beurteilen. Er hatte die Anweisung, „die Mannschaften aus den Kabinen zu holen“. Die Spieler machten einen ratlosen Eindruck auf ihn. Er lobt den Stadionsprecher und bestätigt auf Nachfrage von Richter Eilers, mit diversen Vereinsvertretern gesprochen zu. haben. Der Innenraum war leer „so weit ich es überblicken konnte“. Es gab keine Balljungen mehr. Nach der langen Unterbrechung war angepfiffen worden. Ziewer: „Es waren fünf Polizeihunde im Innenraum. Die Linienrichter konnten mit den Hunden im Nacken ihre Arbeit machen.“

14.15 UhrWährend der Restspielzeit füllte sich der Innenraum erneut mit Fortuna-Anhängern. Die Sicherheitsstrategie sah vor die Düsseldorfer-Fans vom Gästeblock, wo die Hertha-Fans waren, wegzuhalten. Deshalb das hohe Polizeiaufkommen. Dies lässt sich Hertha-Anwalt Schickhardt, der nun seine Fragen an den Zeugen richtet, auch bestätigen. Ziewer: „Es gab keine Anstalten von Berliner-Seite den Platz zu stürmen“. Unzweifelhaft stellt Ziewer fest, die Fortunen-Fans hätten „am Spielfeld gestanden“. Schickhardt zitiert aus Ziewers Bericht, spricht von „Druck an der Außenlinie“.

Danach folgte der Platzsturm.
14.20 Uhr Bei der Sicherheitsbesprechung sei ein Platzsturm thematisiert worden. Die Polizei habe in Reaktion auf frühere Ereignisse, mehr Engagement der Sicherheitskräfte gefordert. Daraufhin seien die Sicherheitsmaßnahmen ausgeweitet und verstärkt worden.
14.25 Uhr Hertha-Anwalt Schickhardt erhält von Richter Eilers nach der Entlassung des Zeugen die Möglichkeit Beweisbilder einzubringen. Diverse Fotos wandern über den Richtertisch. Seit mittlerweile fünf Minuten wird debattiert, welche Bilder wie eingebracht werden dürfen.
14.30 Uhr Fortuna-Anwalt Kletke wirkt ungehalten über den Ablauf.
Jetzt die Bilder vom (ersten) Platzsturm:
1. Linienrichter vor der Polizei. mit einem Fuss im Spielfeld
2. Herthas Roman Hubnick, bedrängt von fans
3. Herthas Raffael läuft mit einem Linienrichter über das Feld
4. Hertha-Torwart Kraft wird angegangen von Fortunen-Fans auf dem Weg in die Kabine
5. und 6 Herthas Kobiashavili wird bedrängt von Fans
7. Diebstahl des Elfmeterpunktes durch einen Fortunen-Fan
8. Pyro-Abrennen auf dem Platz, teilweise vermummte Fortunen-Fans
9. Hertha-Trainer Otto Rehhagel in Coaching-Zone mit Polizei
10. Szene während der Spielzeit
11. Polzeihunde auf dem Spielfeld
12. Vemummter mit Bengalo auf dem Feld
13. Pyro-Feuer im Düsseldorfer Block
Nun eine Bild-Serie:
14a Düsseldorfer Fans vor dem Berliner Block
14b gleiche Szenerie
15 Düsseldorfer Fan wird hinter dem Hertha-Tor festgenommen
Ziel der Serie: Damit will Hertha-Anwalt Schickhardt die Argumentation von den angebliche friedlichen Düssseldorfer Fans aushebeln.
14.45 Uhr Fortunen-Anwalt Kletke will wissen, welches Bild wann und von wem gemacht worden. Er will nun auch selber Bilder einbringen. Das überrascht den Richter, dies war nicht angekündigt. Nun wird diskutiert.
14.50 Uhr Der nächste Zeuge: Es ist Götz Bender (49) vom DFL-Spielbetrieb mit dem zusätzlichen Titel: Projektleiter Relegationsspieldurchführung. Bender befand sich in der Nähe des vierten Offiziellen, Markus Wingenbach. Er gibt zu Protokoll, die Zuschauer hätten erst unmittelbar vor dem Platzsturm den Innenraum betreten. Ob die Fans aggressiv waren, kann er nicht: „Da fehlt mir die Wahrnehmung. ich hatte keine Angst, auch wenn ein Platzsturm nie so richtig angenehm ist“. Bender begleitete Stark in die Kabine.
14.55 Uhr Bender hat die Mannschaften nach der Unterbrechung zurück aufs Feld geholt. Die Spieler von Fortuna Düsseldorf kamen sofort. In der Hertha-Kabine teilt Bender mit, dass es weitergehe. Es gäbe keine Sicherheitsbedenken. Die Spieler haben ihn aber kaum zu Wort kommen lassen. Hertha-Trainer Otto Rerhagel sorgte dann für Ruhe. Bender bat die Berliner abermals darum, das Spielfeld wieder zu betreten.
15 Uhr Dennoch folgte Hertha nicht seiner Aufforderung. Dann übermittelt Schiedsrichter Stark den Herthaner, die Sicherheit sei gewährleistet. Unterdessen sei Hertha-Präsident Werner Gegenbauer dazugekommen. Nach einer kurzen Unterredung der Berliner Verantwortlichen sei die Mannschaft dann doch aufs Feld zurückgekehrt.

Ob die Herthaner Angst gehabt hätten?

Bender sagt: Die Berliner wirkten „aufgeregt und unsicher. Sie waren lautstark, nicht aggressiv, aber sehr aufgeregt“.

Angstzustände habe er bei den Spielern nicht festgestellt. Herrich [Geschäftsstellenleiter von Hertha BSC] habe von Angst gesprochen.

„Das Wort Angst ist gefallen, aber eher zu einem späten Zeitpunkt“.

Ein Spieler mit Angst ist ihm nicht in Erinnerung geblieben.

„Stark war sehr strukturiert in der Kabine, ich habe ihn nicht beeinflusst.“

Eine Weigerung der Berliner auf das Feld zurückzukehren, konnte er nicht ausmachen.

Raffael im dunklen Sakko, Jeans und weißen Schuhen

15.10 Uhr In einem benachbarten Raum, dem Saal „Jupp Derwall“ sitzt die Hertha-Gruppe. Raffael geht dort hinein im dunklen Sakko, mit Jeans und weißen Schuhen, auch Dolmetscher Alcir Pereira ist dabei. Thomas Kraft sitzt dort, ebenso Trainer Otto Rehhagel. Manager Michael Preetz spricht und gestikuliert angeregt, die Spieler schauen auf den Boden. Um 15.30 Uhr soll es weitergehen.
Vor dem Herren-WC reden dann in der Pause auch die miteinander, die sich im Verhandlungssaal gegenüberstehen. So tauschen sich vor der Toilette ganz ruhig Hertha-Anwalt Schickhardt und Markus Wingenbach, der Vierte Offizielle, aus.
15.31 Uhr Nach der Unterbrechung geht es weiter. Hertha-Anwalt Schickhardt soll angeben, was an den vorgelegten Fotos beweisführend ist. So wird es gemacht. Zuvor merkt Schickhardt an, er bitte darum, Otto Rehhagel (73), der seit 12.30 Uhr in einem Nebenraum wartet, möglichst bald zu befragen.
15.35 Uhr Nun wird Hertha-Trainer Rehhagel gehört. Das Thema seiner Befragung ist: Schwächung der Mannschaft durch die Vorkommnisse. Rehhagel sagt: „Das war der Punkt, wo ich sage, da war es irregulär. Ich konnte nicht mal meinen Spielern etwas sagen. Ich war abgeschnitten von der Mannschaft, konnte keinen Einfluss mehr nehmen.“
15.37 UhrRichter Eilers (70) und Rehhagel (73) scheinen sich zu verstehen, sie sprechen auf Augenhöhe. Rehhagel zitiert ein griechisches Wort: „Es war Chaos“.Er sagt: Ich bin der Chef und die beiden Jungs [gemeint sind die Cotrainer Rene Tretschok und Ante Covic] planen das Training und geben ebenfalls Anweisungen.

Otto Rehhagel: Ich hatte Halb-Angst

15.40 Uhr Rehhagel spricht:

Ich bin ein erfahrener Mensch, wenn die Meute los läuft, gibt es kein Halten mehr. Wir sind dann nach dem Platzsturm schnell in die Kabine. Die Spieler waren wie paralysiert, hatten leere Augen. ich konnte mit keinem sprechen. Die Südamerikaner [gemeint sind Raffael, Ronny und Adrian Ramos] hatten Angst. Ein chaotischer Zustand. Ich hatte Halb-Angst. Ich saß während des Krieges im Keller, ich weiß was da passieren kann. Es war ein Ausnahmezustand“
So einen Zustand habe ich in meiner 40-jährigen Karriere noch nie erlebt. Es gab aber keinen Druck, wieder rauszugehen.“

Rehhagel betont immer wieder den Ausnahme-Charakter der Situation.

„Um eine solche Situation auszuhalten, muss man ein Übermensch.“

Tränen konnte er nicht ausmachen.

Rehagel spricht schnell, gestikuliert macht deutlich, dass er Angst vor Schlimmerem gehabt hat.

„Niemand hat gesagt, Trainer ich geh nicht mehr raus.“ Rehhagel fügt hinzu: „Mit den Beweisbildern ist doch alles gesagt. Die letzten Minuten waren irregulär. So soll kein Spiel ablaufen“.“
Hertha-Anwalt Schickhardt fragt nach den Leuten in der Berliner Coaching-Zone. Rehhagel sagt:
„Da waren Frauen, da waren Kinder. Eine Dame hat mir sogar die Hand gegeben. Überall waren Leute, es war chaotisch. Man darf nicht in seiner Arbeit behindert werden.“
Auf die Idee sich mit einer Beschwerde über die Verhältnisse an die Schiedsricher zu wenden, kam Rehagel nicht… Schiedsrichter um Hilfe zu bitten, bringe nichts, so Rehagel. Das hätte Rehagel im Laufe seiner Karriere gelernt.
16.10 Uhr Es wird hektisch. Fortunen-AnwaltKletke händigt die vorhin angekündigten Bilder aus. Richter Eilers will wissen was mit den jeweiligen Fotos beweisen sein will.
1. Bild: 85. Minute Herthas Coaching-Zone ohne Behinderung
2. 90. Minute Coaching-Zone ohne Behinderung
3. 90+4 Coaching-Zone ohne Behinderung.
Fragt sich nur, was das belegen soll: Der Platzsturm erfolgte, als die Uhr 90.+6:03 Minuten angezeigte
16.12 Uhr: Hertha-Anwalt Schickhardt regt sich über die Bilder auf:
„Da ist kaum was zu erkennen.“
Richter Eilers kritisiert Kletke: „Ohne genauen Beleg, wo die Bilder herkommen, können wir die nicht bewerten“. Schickhardt sagt polemisch zu Kletke „er [Rehhagel] war schon Bundesliga-Trainer, da waren Sie noch Referendar“.
16.18 Uhr Rehhagel hat keine Polizisten wahrgenommen, sondern sich auf das Spielfeld konzentrert. Eine Aufnahme zeigt mehrere Polizisten, die in der Nachspielzeit nach dem Platzsturm in direkter Nähe zu Rehhagel stehen. Rehhagel wird als Zeuge entlassen, der Hertha-Trainer verlässt den Saal.

Der Vierte Offizielle: Ich hatte keine Angst

16.22 Uhr Nächster Zeuge ist Markus Wingenbach, der Vierte Offizielle der Partie. Thema ist ein Telefonat von Wingenbach zum Einsatzleiter der Polizei während der langen Spielunterbrechung. Vom Einsatzleiter erhielt Wingenbach folgende Informationen:
1. Der Innenraum des Stadions sei frei.
2. Die Sicherheit sei gewährleistet.

Richter Eilers fragt nach: „Wie war die Sicherheit gewährleistet?“ Wingenbach antwortet: „Ja absolut“.

Wingenbach spricht mit leiser Stimme. Ähnlich wie Rehhagel berichtet der Vierte Offizielle, dass „alles relativ chaotisch zugegangen ist.“ Dennoch bewertetet er das Geschehen als „einen ordnungsgemäßen Spielablauf“.

16.35 Uhr Richter Eilers will jetzt wissen, wer in der Coaching-Zone war. Wingenbach sagt:

„Leute, die in Richtung der Coaching-Zone gedrängt haben. Der Innenraum war völlig überbevölkert.“
Wingenbach sagt: „Ich hatte keine Angst, dass mir was passiert. Ich habe die Spieler nicht verängstigt erlebt. Eher aggressiv und aufgebracht.“
Hertha-Anwalt Schickhardt fragt: „Warum haben Sie nichts unternommen. DIe Coaching-Zone war überfüllt. Leute auf dem Platz.“
Wingenbach: „Zuschauer sind Aufgabe des Sicherheitsdienstes“.
16.45 Uhr Schickhardt beantragt einen Fünf-Minuten-Pause: Der Hertha-Anwalt will Otto Rehhagel beruhigen. Der Hertha-Trainer ist völlig außer sich, weil Fortunen-Anwalt Kletke die Rehhagel-Aussage bezweifelt hat, er habe in seiner Coaching-Zone nicht ordentlich arbeiten können. Richter Eilers gibt dem Anliegen statt, Schickhardt verläßt den Raum.
Kleines Lob für den Richter: Eilers leitet die Verhandlung bis zu diesem Zeitpunkt absolut souverän und neutral. Auch Rehhagels geballte Rethorik brachte ihn nicht aus der Ruhe.
17.12 UhrRichter Eilers erkundigt sich nach dem Wohlbefinden von Rehhagel. Laut Schickhardt, der wieder Platz genommen hat, hat sich der Hertha-Trainer wieder beruhigt.
17.15 Uhr Ante Covic (36), Assistenz-Trainer von Hertha BSC ist der nächste Zeuge. Covic beugt sich mit verschränkten Armen über den Tisch und spricht über die allerletzten 93 Sekuden der Nachspielzeit. Er beschreibt seinen Versuch, Anweisungen an Mittelfeldspieler Peter Niemeyer weiterzugeben. Dieses Vorhaben scheiterte. „Er hat mitbekommen, dass ich etwas von ihm wollte, jedoch nicht was“. Immer wieder seien Leute durch die Coaching-Zone gelaufen.
Eilers will genau wissen wer die Berliner beeinträchtigte. „Fans, zwei Kinder, ein Vater und andere fremde Leute hielten sich dort auf.“ Covic sagt, er habe sich „bedroht gefühlt“. Die Situation „war insgsamt nicht angenehm“.
Covic berichtet, dass vom Dach der Trainerbank Personen herunter in den Innenraum gesprungen sind.
17.40 Uhr Die von Richter Eilers schon mehrfach gestellte Frage, ob Hertha-Spieler geweint hätten, kann auch Covic nicht bejahen. Er berichtet jedoch von den aufgelösten Brüdern Raffael und Ronny. „Tränen in den Augen und Weinen sind aber zwei verschiedene paar Schuhe“, stellt der Assistenz-Trainer fest.

17.55 Uhr Nun tritt Hertha-Torwart Thomas Kraft auf. Er schildert die Szenerie unmittelbar vor dem Platzsturm. „Ich habe gegen Jovanovic geklärt und hatte danach Schwierigkeiten, den Ball wiederzubekommen, weil ein Fan den Ball festhielt. Ich habe den Ball zum Abstoss bereitgelegt, dann sah ich Leute auf mich zurennen. Ich habe versucht zu fliehen, wurde ein paar Mal von Leuten aufgehalten.“

„Ich bin beschimpft und angerempelt worden, habe mich losgerissen. Ich wusste nicht, was die Leute mit mir machen. Da waren auch ein paar Leute dabei, die nicht unbedingt freudig gestimmt waren.

Richter Eilers fragt Kraft: „Sind sie verletzt worden?“

Kraft: „Nein. Aber ich wurde beschimpft als ‚Scheiß Berliner‘ und ‚Scheiß Absteiger‘.“

Eilers berichtet von einem Foto, auf dem ein Fan den Arm um Kraft legt. Der Torwart sagt: „Ich wusste nicht, was der von mir wollte. Ganz geheuer war mir die Geschichte nicht.“

18.10 Uhr Einmal mehr echauffiert sich Hertha-Anwalt Schickhardt über seinen Düsseldorfer Kollegen Kletke. Der setzte die Hertha-Profis unangemessen unter Druck. Der wütende Schickhardt steht auf und beruhigt sich nur langsam. Nach einer kurzen Weile bittet er um Verzeihung. Richter Eilers reicht es langsam: „Das Entschuldigungspotenzial neigt sich dem Ende zu.

Andre Mijatovic: Ich hatte Fußball-Angst

18.20 Uhr Jetzt tritt der Hertha-Kapitän in den Zeugenstand. Andre Mijatovic sagt, für ihn sei es eine „Ausnahmesituation“ gewesen. Er gibt an, er sei „schockiert“ gewesen, über „die Hunde ohne Maulkorb an der Seitenlinie.“

„Der Fußballplatz gehört den Fußballern“, sagt er. Einige häten ihn angeschrien und angefasst. Er sei nur um seine eigene Sicherheit bemüht gewesen.

„Als Kapitän habe ich gesehen, dass keiner der Spieler den Anweisungen des Tariners folgen konnte“. Er frage sich, was wäre passiert wäre, hätte Hertha noch ein Tor erzielt. „Das hatte nichts mit Fußball zu tun.“

„Es war bedrohlich“

„Ich hatte Fußball-Angst“
Einige Herthaner hätten eine Garantie haben wollen über die Sicherheit. Die habe ihnen nach Aussage von Mijatovic niemand gegeben.

Niemeyer: Alle Südamerikaner hatten Tränen in den Augen

18.35 Uhr Herthas Mittelfeldspieler Peter Niemeyer, sagte, eine Reporterin habe ihm gesagt, der Platz sei nicht mehr zu betreten. „Während der langen Spielunterbrechung hatte ich Sorge um meine Freundin und meinen Vater, die ich zuvor auf der Tribüne nicht mehr hatte sehen können.“ In den Katakomben wusste er zunächst nicht was los ist. Und: „Alle Südamerikaner [gemeint sind Raffael, Ronny und Adrian Ramos] hatten Tränen in den Augen. Alle drei.“
18.40 Uhr Nun hört sich das DFB-Bundesgericht Herthas Mittelfeld-Star Raffael an. Der Brasilianer wird von einem Dolmetscher begleitet. Raffael sagt:
„Als die Fans kamen, habe ich mich erschrocken. Ich bin in den Kabinentrakt geflohen. Dort habe ich mich versteckt. Auf dem Weg dorthin gab es keine Probleme. Ob meine Mannschaftskameraden Probleme hatten, konnte ich nicht sehen. Wir haben abgewartet. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass dieses Spiel wieder angepfiffen werden würde. Darüber habe ich mit Adrian Ramos und meinem Bruder Ronny gesprochen.“
„Ich hatte natürlich Angst, nach allem, was passiert war. Auch um meine Familie, die hinter der Trainerbank saßen“. „Mein Bruder hatte gerötete Augen, Ramos schien stark mitgenommen. Später haben wir kurze Anweisungen vom Trainer-Team bekommen. WIr sollten Ball direkt nach vorne schlagen um durch einen kopfballstarken Spieler ein Tor zu erzielen.“ „Ich war überrascht, dass das Spiel angepiffen wurde. Was wäre passiert, wenn wir ein Tor erzielt hätten?“

Hertha-Anwalt Schickhardt fragt nach, wen Raffael mit seiner Familie meint.

Raffael: Meine Frau war da, meine beiden kleinen Kinder und meine Nichte.

19 Uhr Zwei Minuten Pause.

Durchsage für @Backs: Bei allen Medien, die in der DFB-Zentrale aktuell arbeiten, geht die Technik in die Knie. Grund: Nebenan im Stadion spielt Bruce Springsteen, 54.000 Zuschauer . . . und für die Medien-Meute gibt es kaum noch funktionierende Funkzellen . . .

19.06 Uhr Zum ersten Mal wird ein Fortunen-Profi aufgerufen. Der Spanier Juanan hat sich während des Platzsturmes mit Herthas kolumbianischen Stürmer Adrian Ramos unterhalten. Angeblich ganz in Ruhe. Richter Eilers unterbricht die Verhandlung. Er bemängelt, dass Düsseldorfs Betreuer (und Übersetzer) Marcel Goncalves kein vereidigter Dolmetscher ist.

19.10 Uhr Fortuna Düsseldorf will das Geschehen insofern abkürzen, die Spieler van den Bergh und Juanan werden als Zeugen zurückgezogen. Seither streiten Herthas Anwalt Schickhardt und Fortunen-Anwalt Kletke, ob Bewegt-Bilder vor dem DFB-Gericht zugelassen werden. Und wenn ja, welche TV-Aufnahmen.

19.40 Uhr Im Saal „Sepp Herberger“ haben sich alle Beteiligten von ihren Sitzen erhoben. Alle wollen gute Sicht haben auf die drei-Meter-mal-vier-Meter große Leinwand. Dort wird zweimal hintereinander der Platzsturm aus der Totalen gezeigt, die Sequenz ist 1:17 Minuten lang. Deutlich ist zu sehen, dass beinahe 100 Fortunen-Fans auf den Platz laufen, als Hertha-Torwart Kraft einen Abstoß ausführen will.

19.45 Uhr Es gibt zehn Minuten Pause. Richter Eilers fordert die Anwälte auf, ihre Plädoyers vorzubereiten. „Und bitte fassen Sie sich kurz.“ Eilers will, wenn möglich, heute Abend noch zu einem Urteil kommen.

Schickhardt fordert Sieg am Grünen Tisch

20.10 Uhr Nach kurzer Pause folgen die abschließenden Reden der Anwälte. Für die Hertha-Seite beginnt Christoph Schickhardt. Routinier, der er ist, lobt der Anwalt zunächst die gründliche Beweisführung des DFB-Bundesgerichtes. „Das war ein guter Tag für den Fußball.“ Schickhardt begründet Herthas Antrag auf ein Wiederholungsspiel damit, dass die gesamte Spielordnung in den letzten Minuten der Relegationspartie ausgehebelt gewesen sei. Sämtliche Bestimmungen des DFB sind aufgehoben worden. Da steht drin: Kein Zuschauer auf dem Platz und im Innenraum. All dies hier ist aufgehoben worden.

20.34 Uhr Auch Schickhardt scheint es ein langer Tag gewesen zu sein. Er fordert entweder einen Sieg am Grünen Tisch für Hertha. Oder die Neuansetzung der Partie. Entweder auf neutralem Platz. Oder in Düsseldorf unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es folgt Fortuna-Anwalt Kletke. spricht.

20.40 Uhr Fortunen-Anwalt Kletke hält sein Plädoyer: „Was nicht in Ordnung ist, Herr Schickhardt, ist dass Sie dem Gericht gesagt haben: Wenn Sie nicht so urteilen, nämlich wie wir wollen, ist die Werteordnung aufgehoben. Er kritisiert die Aussage von Hertha-Trainer Otto Rehhagel. Der hatten von „halber angst“ gesprochen und Vergleiche zum Zweiten Weltkrieg gezogen. Kletke: „Psychische Beintraechtigung kann kein Grund sein für die Aberkennung des Resultates.“

Würden solche Gründe zugelassen vom DFB, wäre das „ein Horrorszenario“ für den Fußball. Kletkes Fazit der Verhandlung vor dem DFB-Bundesgericht:

„Es besteht keine Möglichkeit, die Spielwertung abzuändern. Der Einspruch ist abzuweisen.“

20.55 Uhr Es spricht Herr Weise, Stellvertretender Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses. Er gibt ein bisschen Hertha recht. „Ein Platzsturm ist das Schlimmste, was passieren kann.“ Der Platzsturm müsse bestraft werden, aber in einem anderen Verfahren. Trotzdem ist er dafür, die Wertung [2:2] beizubehalten, weil Schiedsrichter Stark nichts verkehrt gemacht habe.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer wippt stoisch in seinem Lederstuhl. Mit verschränkten Armen.
21.15 Uhr Nachdem alle Seiten ihre Meinungen vorgetragen haben, ist die Sitzung unterbrochen. Die drei Richter ziehen sich zur Beratung zurück. Eilers sagt, er kann nicht sagen, wie lange es dauern wird. „Wir sind bemüht noch heute ein Urteil zu fällen.“
21.45 Uhr Schickhardt sagt immerhertha.de : „Es steht Spitz auf Knopf, es hängt alles an der Frage, ob das Coachen noch möglich war.“
22.37 Uhr Es geht weiter. Eilers kehrt zurück.+
Hertha-Protest wird abgelehnt
22.39 Uhr Das DFB-Bundesgericht weist den Hertha-Einspruch ab. Die Kosten gehen auf Hertha BSC.
Begründung: Eine Schwächung der Psyche ist zurückzuweisen. Es herrschte zwar Ausnahmezustand auf dem Platz. Aber eine Spielumwertung bleibt die große Ausnahme.
Eilers räumt ein, dass das Coaching beeinträchtig war, aber nicht ausreichend. Rehhagel und Covic konnten tätig werden.
22.48 Uhr Die Hertha-Delegation hat sich noch einmal zurückgezogen im Saal „Jupp Derwall“