LIVE von Hertha im Dialog

(ub) – Wie angekündigt gibt es an dieser Stelle Unterstützung von Kollegen. Stelle deshalb hier vor, Tusch, Trommelwirbel:

Marcel Stein.

Wir mussten ihn ein klein wenig überzeugen. Er sei es gewohnt, Erfolgsmannschaften zu betreuen, hat er gesagt. Als Reporter der Eisbären, von Olympiasiegern im Kanu, Rudern und Eisschnelllauf hat er da Recht. Und wird uns nun in der Hertha-Berichterstattung helfen sowie in diesem Blog. Sein erster Auftritt ist heute der Liveticker von Hertha im Dialog. Übergebe hiermit an den Kollegen.

19 Uhr Hallo zunächst und auf gute Zusammenarbeit. Langsam versammelt sich die Geschäftsführung auf dem Podium, Manager Michael Preetz im dunklen Anzug. Es gibt leichten Applaus, aber auch ein paar Buh-Rufe. Axel Kruse hat vor allem Angst, dass ihm die Bockwurst weggegessen wird.

19.06 Uhr Kruse stellt klar, dass er alle Fragen zulässt. Beleidigungen und Fragen, die nach bestellter Kritik klingen, will er nicht hören. Zuletzt bei einer Förderkreis-Veranstaltung hatte es solche Fragen gegeben.

19.13 Uhr Zunächst geht es um die Aussichten am Freitag vor dem DFB-Schiedsgericht. Preetz sagt, dass die Umstände irregulär waren. Er hofft darauf, dass diesmal die Umstände richtig bewertet werden bzw. die Beweismittel richtig gewürdigt werden.

19.15 Uhr Die erste richtige Frage dreht sich um Lizenzthematik. Geschäftsfürher Ingo Schiller erklärt, dass die Lizenz für beide Ligen gesichert ist. Natürlich sei Sparen angesagt, doch die strategisch wichtigen Abteilungen wie der Nachwuchs sollen davon möglichst nicht betroffen sein.

19.18 Uhr Die Schulden werden zum Thema. Zuletzt wanderte ja eine Summe von 40 bis 60 Millionen Euro durch die Medien. Schiller hält fest, dass die Verbindlichkeiten bei den bekannten 34,7 Millionen liegen. Freude im Publikum kommt auf, als Schiller die weitere Zusammenarbeit mit der Bahn erwähnt und sagt, dass auch sonst die Sponsoren zum Klub stehen.

19.22 Uhr Wann wurde Markus Babbel erstmals ein Angebot zur Verlängerung unterbreitet, wollte ein Fan wissen. Anfang Mai 2011 wurde zum ersten Mal mit ihm gesprochen, erklärt Schiller.

19.25 Uhr Aus seiner Sicht reiche es nicht aus, sich eine Hertha-Fahne auf den Arm zu tätowieren, sagt Preetz über Babbel. Im Publikum wird es unruhig. Einige finden, dass Babbel zu Unrecht beleidigt wird, sie buhen. Kruse muss eingreifen.

19.30 Uhr Eine Zusammenarbeit sei nach dem Spiel gegen Hoffenheim nicht mehr möglich gewesen, er habe sich zuvor schon sehr oft weggeduckt, aber da sei es nicht mehr gegangen. „Natürlich weiß ich, dass ich schlechte Argumente habe“, sagt Preetz. Es gibt Beifall für die Ehrlichkeit dieses Statement.

19.34 Uhr Die Diskussion gleitet über zu Michael Skibbe. Preetz erklärt, dass zunächst alles gut gepasst hatte, im Traininglager gut gelaufen sei. Und am Ende sei bei sechs Niederlagen in sechs Spielen keine andere Wahl als die Entlassung geblieben. Dass sich der Verein dann für Rene Tretschok und Ante Covic als Interimstrainer entschieden hat, bringt Preetz viel Beifall.

19.39 Uhr Es geht um Preetz‘ Schicksal. Kruse konfrontiert ihn mit den allgemeinen Rücktrittsforderungen. Aber Preetz übernimmt natürlich Verantwortung. Von allein geht er sicher nicht.

19.41 Uhr Warum Jos Luhukay? Preetz lobt die Arbeit des neuen Trainers in Augsburg. Außerdem sei er ein Trainer, der viel auf junge Leute setzt und dafür sorgen soll, dass die Durchlässigkeit der Nachwuchsabteilungen des Klubs nach oben besser wird.

19.44 Uhr Die Außendarstellung kommt zur Sprache. Das selbstgeführte Interview sei gut gemeint gewesen, Preetz wollte sich an die Fans wenden. Dazu sei ja eine Klubhomepage ja auch da. Ansonsten sei in seiner Zeit die Zahl der Mitglieder stark gewachsen, so schlecht könne alles also gar nicht sein. Die Außendarstellung werden oft am sportlichen Erfolg gemessen, so Preetz. Der ist gerade nicht da, also werde alles als schlecht empfunden.

19.47 Uhr Nun ist der Nachwuchs dran, der angeblich wegrennt. Die betreffenden Spieler hätten intern nicht den Status gehabt, wonach sie sich in den nächsten Jahren hätten oben etablieren können. Wo viel ausgebildet wird, wird auch viel abgegeben. Das ist relativ normal, auch in anderen Sportarten. Aber: Der Weg ins Profiteam müsse kürzer werden. Das stellt Preetz klar.

19.55 Uhr Frage an Gegenbauer: Warum knüpfen Sie ihr Schicksal an das von Michael Preetz? Die Thematik mit Babbel sei nicht anders zu lösen gewesen, er habe das alles ganz nah erlebt und habe da keine Zweifel. Zudem bricht er noch einmal eine Lanze für Luhukay. Wer die Arbeit von innen kenne, müsste wissen, dass alles vernünftig erledeigt wird. Auch wenn es sportlich nicht das richtige Ergebnis herauskam. „Sie wollen ein Schlachtfest. Das wird es mit mir nicht geben“, so Gegenbauer.

19 .59Uhr Welches Verhältnis Gegenbauer und Preetz wirklich haben, wollten viele angesichts des Protektorats in ihren vorab eingesendeten Fragen wissen? Kruse fühlt sich angewidert, die Frage stellen zu müssen. Gegenbauer wird sauer. Wenn die Unterstellungen nicht aufhören würden, hätte er bald keine Lust mehr.

20.02 Uhr Die Vorab-Fragen sind vorbei, 608 Leute sind da, erzählt Kruse. Das Publikum ist dran

20.06 Uhr „Wir können nicht verstehen, dass sich die Mannschaft nicht immer auf dem Platz auskotzt“, sagt Preetz auf die Frage nach der schlechten Einstellung des Teams.

20.09 Uhr Jemand will wissen, warum Hertha den Abstieg nicht einfach akzeptiert hat. Gegenbauer sagt, hätten wir diese Verpflichtung nicht wahrgenommen, stünden jetzt mehr Leute am Mirko und würden fragen, ob wir verrückt sind. …Ohne Frage wäre das wohl so gewesen.

20.15 Uhr „Natürlich setzen wir darauf, dass morgen bewegte Bilder als Beweismittel zugelassen werden“, bekräftigt Gegenbauer, nachdem sich eine Anhängerin fragte, was denn noch passieren müsse, bis ein Spiel abgebrochen werden würde. Gegenbauer erläutert noch einmal, dass im Fall einer Niederlage vor dem Bundesgericht die Meinung der Fans auf der Mitgliederversammlung eingeholt werde. Eine richtige Abstimmung werde das jedoch nicht werden.

20.20 Uhr Ein Fan beteuert seine Wertschätzung für Gegenbauer und fühlt sich in die Enge getrieben durch dessen Festhalten an Preetz. Letzterem werde von vielen Fans nicht viel zugetraut. Gegenbauer sagt noch einmal, dass er keine Verfehlungen bei Preetz erkennen könne. Es sei nicht alles falsch, was er getan habe. Ob das in einem halben Jahr noch gelte, könne er nicht sagen.

20.24 Uhr Glauben Sie, dass die Aufbruchstimmung, die für die nächste Saison her muss, mit ihnen zu realisieren ist, Herr Preetz? Preetz: „Ja, ich glaube das.“

20.30 Uhr Jetzt wird es langsam zäh, die ersten gehen schon.

20.35 Uhr „In Stilfragen muss ich mir in Bezug auf Herrn Babbel nichts vorwerfen.“ Preetz auf den Vorwurf, er habe sich gegenüber Babbel stillos verhalten.

20.38 Uhr Tretschok geht auf die Bühne, um als direkt Beteiligter zu erklären, warum die Mannschaft so schwach aufgetreten ist. „Wir haben es leider nicht immer geschafft es so hinzubekommen, dass die Jungs cool sind“, sagt er.

20.43 Uhr Frage: Gehört ins das neue Präsidium mehr Fußballkompetenz? Das Präsidium müsse vorrangig die wirtschaftlichen Belange begleiten, heißt es.

20.48 Uhr Gegenbauer wehrt sich gegen den Vorwurf, in der Vereinsführung werde nicht genug getan, man würde sich zurücklehnen Das war wohl mehr ein Missverständnis. Eigentlich ging es um eine ganz spezielle Szene, Gegenbauer versteht es allgemein.

20.55 Uhr Es geht noch mal um Preetz, es wird laut. Ein Fan ist nicht zufrieden mit den Gegenbauer-Antworten. Fragt: Was hat Preetz Ihnen gesagt, dass er weitermachen kann? Gegenbauer erregt: Er habe sich für Preetz entschieden, „weil er der richtige Mann für Hertha BSC ist“. Und weil die Zusammenarbeit zwischen Finanz- und Sportbereich funktioniert. Für den Fan ist das nicht genug. … Verständlich, aus meiner Sicht.

21.04 Uhr Gegenbauer weist darauf hin, dass ein Schuldenabbau in der zweiten Liga nicht möglich ist. Ein Fragesteller hatte gesagt, er würde zwei Jahre in der unteren Klasse akzeptieren, wenn damit der Verein konsolidiert werden könnte. .. In der zweiten Liga haben sich bislang wirklich die wenigsten konsolidiert.

21.15 Uhr Jemand beschwert sich darüber, dass die Kandidaten für die Präsidiumswahl nur unzureichend bekannt sind und über den Verein auch kaum die Möglichkeit besteht, etwas über sie zu erfahren. Dem stimmt Gegenbauer zu.

21.18 Uhr Preetz habe sich nie überfordert gefühlt, sagt er. Seine Gesichtsausdrücke diesbezüglich seien fehlinterpretiert worden. …Alles andere hätte wohl auch jeden gewundert.

21.20 Uhr Jetzt wird es lockerer, Axel Kruse muss aufs Klo, das freut die Fans.

21.27 Uhr Die Schlangen der Fragenden sind nur noch kurz, vielleicht ist das Ende nah. Viele haben es schon erreicht und sich verabschiedet. Jetzt gibt es aber noch mal eine Lobrede von Preetz auf Otto Rehhagel. Kurz: Der beste Trainer, den Hertha je hatte. Also zumindest habe ich es so verstanden.

21.31 Uhr Jetzt ist der Höhepunkt erreicht. Verschwörungstheorien. Die Typen im Berliner Block mit den Bengalos sollen verkleidete Kölner und Düsseldorfer gewesen sein, sagt ein Fan. Helau und Alaaf!!!

21.39 Uhr Jetzt wird Vizepräsident Jörg Thomas angegangen als jemand, der mit Dreck geschmissen habe im Zuge des Wahlkampfs. Der hatte sich gegen Preetz gestellt, Thomas wehrt sich, dass nicht alles gleichgeschalten sein müsse in einer Demokratie

21.44 Uhr Kruse wollte schon den Schluss einläuten, plötzlich erheben sich noch mal einige und bewegen sich zum Mirko.

21.54 Uhr Jetzt will noch mal jemand wissen, wie es genau abläuft bei der Trainerfindung. Es geht wohl doch noch länger.

22.04 Uhr Endlich. Jetzt erfahren alle, wie Hertha sich in einer beliebigen Wochen auf das Wochenende vorbereitet hat. Das bringt jetzt wirklich alle nach vorn. Warum kommt so etwas immer zum Schluss?

22.09 Uhr Es ist geschafft. Kruse beendet die Veranstaltung und fand es großartig von der Gesprächskultur her. Wir lassen das einfach so stehen.

Morgen am späten Vormittag beginnen wir mit der Live-Berichterstattung von der Gerichtsverhandlung in Frankfurt.

Vielen Dank und bis dann