Hertha unter Hochspannung: Lell zofft sich mit Ben-Hatira und den Trainern

(ub) – Reiner Calmund hat sich festgelegt: „Düsseldorf wird es machen“. Thomas Berthold und Mario Basler sagte, sie trauen Hertha BSC die Wende nicht mehr zu. Die Fußball-Experten im Sport-1-Doppelpass waren sich einig, wie die Relegation zwischen Düsseldorf und den Berlinern ausgehen wird. Rund 150 Fans, so viel wie noch nie in diesem Jahr, hatten das Handtuch hingegen nicht geworfen. Sie verfolgten bei letzten öffentlichen Training dieser aufmerksam, was sich abspielte. Zunächst gab es vor allem Fußball zu sehen (Fotos: ub).

Hier spielt Tunay Torun Levan Kobiashvili an. Gespielt wurde Zehn-gegen-Zehn auf sechs kleine Tore. Bei 19 Feldspielern vervollständigte Ante Covic (in Dunkelblau) die Mannschaften.

Hier passt Kobiashvili den Ball vorbei an Patrick Ebert zu Felix Bastians.

Adrian Ramos lässt sich weder von Kobiashvili noch von Perdedaj aufhalten (Immerhertha ist für Euch wirklich dicht dran ). Am Rande waren übrigens auch Maik Franz und Fabian Lustenberger dabei, die seperat mit den Konditionstrainern arbeiteten.

Ben-Hatira mit einem Kopfstoß

Wer von den Trainingskibitzen ausharrte, erlebte gegen Ende einen Vorfall, der die Stimmung widerspiegelte. Christian Lell beharkte im Trainingsspiel mehrfach Änis Ben-Hatira. Der schubste erst zurück. Als Lell ihn erneut trat, drehte sich Ben-Hatira um und ging in klassischer Kopfstoß-Marnier auf Lell los. Die Streithähne belegten sich mit Trash-Talk, Trainer Rehhagel unterbrach das Ganze und versammelte alle im Kreis. Irgendwie hatte Lell jedoch die Teufelshörnchen auf. Und pöbelte gegen jeden, der ihm etwas sagte, inklusive der Trainer. Da sich das Ganze vor versammelte Mannschaft abspielte, griff Lell damit direkt die Autorität von Rehhagel und Tretschok an. Wenig später brach Lell einen weiteren Zoff mit einem anderen Mitspieler vom Zaun. (Was Rehhagel genau gesagt hat, wie Lell geantwortet hat, wie Cotrainer Tretschok schimpfte und wie sich die Beteiligten nach dem Training geäußert haben, lest Ihr in der Montagsausgabe der Morgenpost ).

Um es abzukürzen: Manager Michael Preetz, der das Training gemeinsam mit Präsident Werner Gegenbauer verfolgte, sagte später, solche Vorfälle seien nicht schön. Sie zeigten aber, dass „richtig Dampf im Kessel ist. Die Mannschaft steht unter Hochspannung. Sie weiß, dass wir um Alles oder Nichts spielen. Deshalb bewerten wir so etwas nicht über.“

Ich verstehe das so, dass Lell sowohl am Montag beim Abschlusstraining dabei ist, als auch im 18er-Kader für das Relegations-Rückspiel in Düsseldorf stehen wird.

Eure Meinung: Richtige Entscheidung? Oder ein verkehrtes Signal an die Mannschaft? Was reitet Christian Lell: Zu viel Adrenalin? Ein ‚Hallo-Wach-Effekt‘ für die Mannschaft? Oder will sich da jemand vorzeitig raussprengen, um in Düsseldorf nicht spielen zu müssen? Davon abgesehen: Würdet Ihr Lell für die Startformation aufbieten? Oder Christoph Janker als rechten Außenverteidiger belassen?

P.S. Heute/Sonntag um 22 Uhr ist Trainer Otto Rehhagel Gast im rbb-Sportplatz