Schlammschlacht reloaded: Hertha gibt Babbel einen Maulkorb, aber der lästert weiter

(mkl) – Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, das Thema „Babbel – Preetz“ für den Rest der Woche (und damit für immer?) zu ignorieren, nachdem vor drei Tagen der Kollge Stolpe ja schon nach den Konsequenzen gefragt hatte. Ist ja irgendwie auch alles Schnee von gestern. Einzig: Die Ereignisse des heutigen Tages lassen mir keine Wahl, als mich mit diesem Thema doch noch einmal zu befassen.

Da wäre zunächst einmal Ex-Trainer Markus Babbel und mit der TSG 1899 Hoffenheim Gast im Olympiastadion, wenn es für Hertha am Samstag um alles geht. In der „Bild“ wird der gebürtige Münchner heute zum wiederholten Male mit geharnischten Worten zitiert:

„Diese ganze Szenario ist wie ein schlechter Film. Ich befürchte, dass das letzte Kapitel für Hertha in der 2. Liga endet. Von uns gibt es keine Schützenhilfe. (…) Wer in der Rückrunde nur acht Punkte holt, von besseren Teams überholt wird und es so sportlich nicht schafft, darf sich nicht beklagen. Dann hat Hertha den Abstieg verdient.“

und weiter:

„Ich würde bestimmt keine Jubelsrpünge machen, wenn Hertha absteigt. Zwischen Hertha-Profis und Trainer passte kein Blatt Papier. Der Aufstieg hat uns zusammengeschweißt. Leider wurden wir auseinander gerissen. (…) Ein Rätsel, wie man nur acht Punkte in der Rückrunde holen kann.“

Das wirklich Interessante aber ist die Reaktion von Hertha BSC. Wie Babbels Klub Hoffenheim inzwischen bestätigt hat, wurde inzwischen ein Anwalt eingeschaltet, der dem Ex-Coach nahegelegt haben soll, sich doch bitte an die Verschwiegenheitsklausel zu halten. Hertha hatte das zunächst weder bestätigt noch dementiert. Und weil manches einfach zu abstrus ist, um wahr zu sein, wurde Babbel am gleichen Tag auch noch in der Sportbild zitiert (also heute):

„Hertha BSC fehlt die nötige Demut. Nach einem Sieg wird von der Champions League geredet, nach einer Niederlage vom Abstieg. Der Mittelweg fehlt im Verein“, meinte er und warf Preetz vor, die Einheit zwischen Trainerteam und Spielern zerrissen zu haben. „Die Folgen sind schwerwiegender, als man sich das gedacht hat.“

Letzteres Thema war ja…hüstel schon einmal Thema hier. Nur: Damals kritisierte Markus Babbel das Umfeld in Berlin. Nicht den Klub und seine Mitstreiter. Das hat sich ganz offensichtlich geändert.

Und Preetz? Der hatte sich ja bereits gewehrt. „Markus Babbel hat meine Glaubwürdigkeit massiv mit Füßen getreten“, sagte er.

Aber reden wir über Sport. Aus der ersten Einheit (die ja unter Ausschluss abgehalten wurde) erreichten ein paar gute Nachrichten: So konnten Thomas Kraft und Pierre-Michel Lasogga die Einheit voll absolvieren und stehen gegen Hoffenheim zur Verfügung. Sie hatten am Vortag pausiert. Einzig Christian Lells Einsatz wird immer fraglicher, der gebürtige Münchner laboriert noch immer an einer Fußprellung.