Die Ruhe vor dem Sturm, oder: Was jetzt geschehen muss. . .

(sto) – Montag. Freier Tag. Für Journalisten, weil am Feiertag (1. Mai) keine Zeitungen erscheinen. Und auch für die Profis. Ehe am Dienstag ab 10 Uhr die Vorbereitung auf das nun wirklich finale Endspiel (klassischer Fall von „weißer Schimmel“, ich weiß aber wir hatten in den vergangenen Wochen nun mal schon so viele Do-or-die- und Endspiele) um den Klassenerhalt beginnt.

Montag. Zeit zum Durchatmen. Für euch, für uns – für die Profis? Ich weiß nicht, ob die wirklich das schöne Wetter genießen können. Zumindest jene nicht, die mit dem Herzen bei der Sache sind. Denen es nahe geht, was da draußen gerade passiert.

Davon gibt es einige, glaubt mir.

Samstag ist Hoffenheim im Olympiastadion zu Gast. Das sind die mit dem Trainer. . . – na, ihr wisst schon ;-). Frage: Was hilft jetzt noch? Trainer hat Hertha ja genug, also kommt es auf ein paar mehr Monday-Morning-Trainer nun auch nicht mehr an. Im Gegenteil. Was würdet ihr machen in dieser Woche, von der zu einem gerüttelt Maß das mittel- bis langfristige Wohl oder Wehe eines mittelständischen Unternehmens mit seinen vielen, vielen Mitarbeitern abhängt?

Was bleibt jetzt überhaupt noch zu tun? Die Werke deutscher Dichter zu rezitieren hat sich als eher nicht so probates Mittel erwiesen. Ante Covic hat mich in seiner Rolle als emotional leader auch nur medium überzeugt. Sehr gut gefällt mir dagegen der analytische Verstand von Rene Tretschok, der die Dinge klar beim Namen nennt, dabei aber – zumindest nach außen hin – niemals unsachlich oder gar persönlich wird; ganz im Gegenteil, der Tretschok, den wir bis hierhin erlebt haben, taugt sehr gut auch für den diplomatischen Dienst. Und da ich ihm durchaus zutraue, dass ihm einiges gelegen ist an diesem Verein, nehme ich mal an, dass auch er beim einen oder anderen seiner Schutzbefohlenen ganz schön die Faust in der Tasche ballt.

Aber bleiben wir bei euch, euren Ideen. Was tun? Wer oder was kann helfen? Zecke als Muntermacher, so wie zur Zeit der November-Krise im Aufstiegsjahr? Oder eher Pal Dardai als Kampfschwein, der dem einen oder anderen mal was erzählt bezüglich Einstellung, Leidenschaft und Berufsauffassung? Aber spricht der gute Pal denn überhaupt Spanisch?

Was fiele mir noch ein? Für solchen Popanz wie Hochseilgarten etc. ist es jetzt zu spät. Das Vertrauen in den Nebenmann ist jetzt entweder da, oder es ist schon vor vielen Wochen verloren gegangen.

Auch an die Wirkung einer flammenden Rede von Manager Michael Preetz vor versammelter Mannschaft glaube ich nicht mehr so recht.

Aber irgendetwas muss ja geschehen, denn ein einfach-weiter-so allein – das haben die vergangenen Wochen zum Teil aufs Schmerzlichste dokumentiert – wird nicht ausreichen.

Welche Wirkung, beispielsweise, könnte ein Externer auf das Teamdenken und -gefüge haben? Und wer könnte so jemand sein? Oder würde Hertha das in dieser Phase auch nur als die allerallerletzte Form von Aktionismus ausgelegt werden?

Zusammengefasst: Was kann, was muss geschehen, dass diese zu Teilen unfassbar schlechte Berliner Mannschaft die wahrlich genauso schlechten, chaotischen und, entschuldigt, dusseligen Kölner noch abfängt und das letzte verbleibende Ziel, den Relegationsplatz 16, erreicht?

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