Babbel vs. Preetz - welche Auswirkung hat die Schlammschlacht für Hertha?

(sto) – Sonn-tack, ticktack, ticktack… – die Zeit rennt. In weniger als einer Woche wissen wir, ob Hertha BSC nach einer absurd schlechten zweiten Saisonhälfte mittels der Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten tatsächlich noch auf den Klassenerhalt hoffen darf. Oder ob miserable Leistungen in Folge mit dem zweifellos nicht unverdienten Abstieg aus der Bundesliga bestraft werden.

Seit seinem Einstieg in Hoffenheim war das Szenario auf dem Markt, ihr habt es nebenan auch schon lang und breit diskutiert: Zum Richter über Herthas Schicksal wird jetzt tatsächlich ausgerechnet Ex-Trainer Markus Babbel.

Spieler und Trainer – sie sahen sich jeden Tag. . .

Ihr, die ihr vielleicht auch mal Fußball gespielt habt oder euch zumindest mal in die zarten Seelen von Fußballern einfühlen mögt: Mit Ausnahme des erst im Winter verpflichteten Felix Bastians haben alle, wirklich ausnahmslos alle Spieler im blau-weißen Kader eineinhalb Jahre oder zumindest ein halbes Jahr beinahe tagtäglich mit Babbel zu tun gehabt (naja, bis auf die Sonntage und Montage und Dienstagvormittage, an denen er. . . – aber lassen wir das ;-)). Er trainierte sie, er hielt die Ansprachen vor und nach den Spielen – na, wie das eben so ist, wenn ein Trainer und eine Mannschaft den Weg zusammen gehen.

Jetzt sind sie für einen Nachmittag lang Gegner.

Was glaubt ihr: Wird Babbels Präsenz auf der Hoffenheimer Trainerbank seine ehemaligen Schützlinge besonders anstacheln? Oder wird, wo die Herthaner in Heimspielen in aller Regel ohnehin schon gehemmt sind, es sie noch zusätzlich hemmen? Oder ist beides falsch, weil Profis mit solchen Situationen umgehen können?

Was tun mit dem Thema Babbel, Herr Rehhagel?

Wenig bis nichts mit Babbel zu tun hat auch dessen Nach-Nachfolger Otto Rehhagel. Jetzt ihr als Monday-Morning-Trainer: Wie würdet ihr an seiner Stelle mit dem Thema umgehen? Würdet ihr es einmal in extensio zur Sprache bringen, damit ein jeder seine Befindlichkeiten zu der Sache aussprechen kann? Oder umgekehrt es zum Tabuthema erklären? Was, nebenbei gesagt, nur wenig sinnhaft sein dürfte ob des zu erwartenden medialen Trommelfeuers in der Causa Babbel vs. Preetz. . .

Denn wie wir alle wissen, ist das Verhältnis Trainer/Mannschaft nur eine eher kleine Komponente dieser brisanten Partie. „Ich will mit aller Macht die drei Punkte“ – diese Aussage Babbels macht deutlich, dass er das für Hoffenheim an sich bedeutungslose letzte Saisonspiel keinesfalls abzuschenken bereit ist.

Im besagten Tagesspiegel-Interview hat er („Ich will die Sache nicht unnötig aufbauschen“) die Debatte um seinen Streit mit Michael Preetz weiter befeuert. Im selben Blatt hat auch dieser Hertha-Manager zu Protokoll gegeben, er lasse sich seinen Ruf doch nicht von einem wie dem Babbel kaputt machen.

Preetz schweigt zu Babbel – vorläufig

Von einzelnen Aussagen abgesehen, schweigt Preetz jedoch zum Thema Babbel. „Wir spielen nicht gegen Babbel, sondern gegen Hoffenheim“, sagt er. Das ist richtig und doch auch nicht. Manche Themen werden nicht kleiner, indem man sie ignoriert. Also spendierte Preetz der Morgenpost immerhin noch diesen Satz: „Wir haben diese Woche wichtigere Themen.“

Den Subtext, dass nach dem Spiel noch genug Zeit sein wird, sich ausführlich zu Babbels Einlassungen zu äußern – Bei „Hertha im Dialog“ zum Beispiel, oder bei der Mitgliederversammlung am 29. Mai – denken wir uns an der Stelle einfach mal dazu Anders ausgedrückt: Bei beiden Zusammentreffen mit der Basis wird Preetz zum Thema Babbel so deutlich werden, wie er es bis jetzt noch nicht gewesen ist. Wieder ihr: Richtig oder falsch, weil dann zu spät?