Otto Rehhagel und die "Entscheidungsschlacht" gegen den SC Freiburg

(ub) – Ostermontag, Nachmittag. Schon lange nicht mehr lag der Olympiapark so verlassen da. Die ersten Profis rollen heran, die meisten chauffieren einen Wagen von Auto-Sponsor Audi vor die Kabine. Christian Lell fährt im schwarzen Sportwagen vor, ein anderer Profi im weißen Range Rover. Luft holen am Tag dazwischen. Nach dem 0:0 in Mönchengladbach am Ostersamstag steht ein ruhiges Abschlusstraining an. Im Anschluss geht es ins Mannschaftshotel, um sich für die Partie am Dienstag gegen den SC Freiburg vorzubereiten (Olympiastadion, 20 Uhr). 30. Bundesliga-Spieltag, Hertha ist nach wie vor Tabellenvorletzter. Die Lage ist ernst. Auf der Pressekonferenz sagte Otto Rehhagel:

Wir müssen unter allen Umständen gewinnen, um weiter im Rennen zu bleiben.

Am Abend zuvor hatte der Trainer im rbb-Sportplatz die Messlatte noch höher gehängt: Drei Siege aus den verbleibenden drei Heimspielen (gegen Freiburg, Kaiserslautern und Hoffenheim) müssten her. An anderer Stelle hatte Rehhagel zur Freiburg-Partie gesagt:

«Das wird eine Entscheidungsschlacht.»

Manager Michael Preetz hatte zunächst seinen Lieblingsblog immerhertha.de im Visier (Foto: ub) . . .

. . . dann sprach der Manager davon, dass die Mannschaft vor „fünf Finals“ stehe. Er hat die Auswärtsspiele in Leverkusen und auf Schalke also mitgerechnet. Personell hat sich die Lage entspannt. Franz, Lustenberger, Mijatovic und Janker fallen weiter aus, alle anderen stehen zur Verfügung.

Freiburg fehlen zwei Schlüsselspieler

Freiburg ist gut drauf: Ungeschlagen seit sechs Spielen, seither 14 Punkte. Die letzten beiden Auswärtsspiele wurden gewonnen (3:1 beim HSV, 2:0 in Leverkusen). Allerdings fallen in Berlin mit Kapitän Julian Schuster (Nasenbein- und Kieferbruch) sowie Cedrik Makiadi (Gelb-Sperre) zwei Schlüsselspieler aus, die sonst im defensiven Mittelfeld den Rhythmus des SC bestimmt haben.

Bei Hertha decken wir über die Resultate und das Torverhältnis der letzten beiden Heimspiele den Mantel des Schweigens. Trotzdem ist die Otto-Truppe in den letzten drei Partien besser in Schwung als zuvor. „Die Mannschaft hat sich gefunden“, sagte Trainer Rehhagel.

Eure Meinung: Hertha oder Freiburg, wer das Momentum auf seiner Seite?

Terminkollision in der Relegation?

Hier noch eine Info zur Relegation, falls Hertha die Saison als Liga-16. beenden sollte: Das Relegations-Hinspiel hat die DFL auf Freitag, den 11. Mai beim Bundesligisten terminiert. Der DFB lässt aber am Samstag, den 12. Mai, das Finale im DFB-Pokal im Olympiastadion spielen. Manager Preetz zu dem Thema:

Wir würden im Olympiastadion spielen.

Und an welchem Termin? Preetz sagte, dass entweder zwei Spiele binnen 24 Stunden im Olympiastadion ausgetragen werden würden. Oder es “ ist der DFL vorbehalten, das Hinspiel-Datum zu verschieben“. Aber insgesamt vermittelte Preetz den Eindruck, er habe sich noch nicht großartig mit dem Thema beschäftigt.

„Bei fünf ausstehenden Spielen wäre das ein bisschen früher, oder?“

Was meint Ihr: Ist es richtig, sich dann mit einem Relegations-Heimspiel zu beschäftigen, wenn man weiß, ob es im Olympiastadion stattfindet? Oder gilt hier die Regel ‚gute Vorbereitung erleichtert das Leben ungemein‘?