LIVE: Mit Blochin über Münster nach Mönchengladbach

(sto) – Lebensqualität ist: Wenn mir im Zug in Richtung Westen im Sportteil der Süddeutschen als Aufmacherfoto eine Spielszene Sowjetunion gegen DDR aus dem Jahr 1972 mit dem Protagonisten Oleg Blochin (und Jürgen Sparwasser) erscheint, darunter ein Interview mit dem Nationaltrainer der Ukraine.

Was das alles mit Hertha BSC zu tun haben könnte? Nun, dieser Klub der Selbstgespräche hat es sogar in dieses Frage-und-Antwort-Protokoll geschafft – natürlich, wie könnte es anders sein, in Person seines Trainers Otto Rehhagel. Unter der Überschrift „Ich bin auch ein demokratischer Diktator“, bekennt Blochin, er sei auch auf sich bezogen „einverstanden, absolut einverstanden“ mit dieser Selbstbeschreibung seines Berliner Kollegen.

„Das heißt, dass du im normalen Leben auch mit ihnen befreundet oder so etwas wie ein älterer Kumpel sein kannst – aber dass Arbeit Arbeit ist. (…) Jede Demokratie muss sich in irgendwelchen Rahmen bewegen, und ich bin der Rahmen.“

Wunderbar!

Rehhagel wird bei Hertha noch bis 5. Mai der Rahmen sein, und wenn etwaige Relegationsspiele es nötig (oder möglich) machen sollten, dann auch noch zehn Tage länger.

Hertha und der Samstagabend-Fluch

Die vor uns liegende englische Woche wird weiteren Aufschluss darüber geben, ob wir im Fall der Fälle von „nötig“ oder „möglich“ sprechen werden. Heute, an Ostersamstag, nimmt sie ihren Anfang mit dem Spiel in Mönchengladbach. Ab 18.30 Uhr wird Hertha dann zum dritten Mal binnen vier Wochen das so genannte Topspiel der jeweiligen Runde austragen.

Bei den beiden vorangegangenen Fällen war diese Konstellation aus Berliner Sicht jeweils gehörig schief gegangen. Gegen Bayern München verlor Hertha im Olympiastadion 0:6, gegen Wolfsburg vergangene Woche 1:4. In beiden Fällen hatte die Konkurrenz im Abstiegsrennen vorher fleißig vorgelegt. „Natürlich, wenn man hört, dass Ergebnisse wieder gegen uns gelaufen sind, ist man erst mal irritiert“, gesteht Rehhagel.

Rehhagel vertraut Ottl

Dabei sei das Drumherum doch „uninteressant, wir müssen unser Spiel gewinnen. Nur fürs Gewinnen gibt es drei Punkte.“ Drei Punkte hätte seine Mannschaft heute in der Tat bitter nötig – ungeachtet vom Ausgang des Kellerduells Freiburg gegen Nürnberg oder wie Köln sich gegen „taumelnde Bremer“ („kicker“) schlägt oder der FC Augsburg beim FC Bayern.

Mir und den Mitreisenden hat mein freundlicher Zugchef gerade mitgeteilt, dass unser ICE „aufgrund eines Personenschadens“ an Bielefeld vorbei-, über Löhne/Westfalen und Münster um- und von dort nach Hamm zurückgeleitet werden wird – 50 Minuten Verspätung inklusive. Hm.

16.00 Uhr: So, in der Regionalbahn nach Mönchengladbach – und das kam so: In Münster konnte der IC nach Düsseldorf es um zwei Minuten nicht möglich machen; also zurück nach Hamm, dort die ortsübliche Zugteilung abgewartet. Dann hinein ins Ruhrgebiet, Dortmund, Bochum, Essen – und ebendort hatte der in Hamm mühsam getrennte Zug nun Endstation. „Wegen der überaus großen Verspätung“, hieß es. Immerhin sind sie nicht nur dreist, sondern auch ehrlich. . .

17.15 Uhr: Na bitte, bis hierhin ist es kein ganz schlechter Spieltag für Hertha: Lautern verliert mal wieder, Augsburg auch. Köln kommt gegen Bremen nicht über ein 1:1 hinaus, auch Freiburg und Nürnberg nehmen sich die Punkte gegenseitig weg. Jetzt ist es an Hertha, diese Vorlagen der Konkurrenz zu veredeln. . .

17.30 Uhr Die Aufstellung von Hertha gegen Gladbach: Kraft – Lell, Hubnik, Bastians, Kobiashvili – Ottl, Niemeyer – Rukavytsya, Raffael, Ben-Hatira – Ramos.

18.30 Uhr Hertha im dunkelblauen Trikot, Gladbach ganz in Weiß. Weiter unten in den Kommentaren. Viel Spass

Stay tuned