Extraschicht und ein schmaler Kader auf Herthas Weg zum Bremen-Spiel

(mkl) – Rene Tretschok konnte eigentlich schon nach der ersten Einheit nicht mehr so recht, seine Stimme wurde schon brüchig. Ähnlich erging es seinem Mitstreiter Ante Covic, auch er hatte während der ersten Einheit der Trainingswoche am Rand des Trainingsplatzes alles gegeben. Die beiden Co-Trainer des neuen Chefs Otto Rehhagel lobten, sie klopften den Spielern auf die Schultern und klatschen zwischendurch bei jeder noch so kleinen Gelegenheit.

Die Marschroute der beiden war klar an diesem Vormittag, mit dem Hertha BSC in die Vorbereitung auf das Spiel gegen Werder Bremen am Samstag startete: Motivation, Selbstvertrauen stärken und den Spielern Sicherheit vermitteln.

Und das wird am Mittwoch intensiviert: Die Mannschaft wird, anders als angekündigt, nun zweimal trainieren (um 10 und 15 Uhr). Beide Einheiten sind öffentlich. Ihr fragt euch vielleicht, warum Rehhagel erst den Montag freigibt, um dann den Trainingsplan zu verdichten?

Nun, dieses Vorgehen erscheint mir logisch: Nach dem Spiel sollten die Profis erst den Frust verdauen, bevor dann komprimiert gearbeitet wird. Auch Torwart Thomas Kraft, der sich während des Trainings übrigens mehrfach lautstark über die Defensivarbeit beschwerte, meinte: „Es nützt ja nichts, wie die Bekloppten zu trainieren. Es ist unglaublich wichtig, den Kopf für neue Aufgaben erst freizubekommen.“

Tretschok und Covic machen die Arbeit

Otto Rehhagel hielt sich in der ersten Einheit betont im Hintergrund. Erst wandelte er über den Platz, bevor er sich lange mit Teamleiter Nello di Martino unterhielt. Erst ganz zum Schluss mischte er sich ein und hielt eine kurze Ansprache. Den Rest übernahmen eben Tretschok und Covic. Bei der zweiten Einheit blieb der neue Trainer komplett im Haus.

Vom Inhalt her bot die Einheit nichts wirklich überraschendes: Nach einem recht üpppigen Aufwärmprogramm mit Konditionstrainer Henrik Kuchno gab es ein – für alle Beobachter – ziemlich verwirrendes Pass-Durcheinander, was genau das sein sollte, blieb mir zumindest unklar. Danach ließen die Coaches aufs halbe Feld spielen. Dabei kamen diese beiden Teams zum Einsatz:

Rot: Brooks, Bastians, Niemeyer, Ronny, Raffael, Rukavytsya, Kraft

Grau: Perdedaj, Mijatovic, Janker, Schulz, Holland, Ramos, Aerts.

Neutraler Anspieler: Kobiashvili

Sascha Burchert trainierte genau wie Andreas Ottl individuell, Christian Lell lief etwa eine Stunde um den Platz, Roman Hubnik war auf dem Gelände, aber nicht im Training.

Länderspiele schmälern den Kader

Brooks? Holland? – Hatte Rehhagel also die junge Garde, die er erst vor einer Woche zur U23 geschickt hatte, begnadigt? Nein. Vielmehr füllte der Trainer den durch einige Länderspielabstellungen dezimierten Kader (Neumann, Lasogga, Torun, Ben-Hatira und Morales sind unterwegs) auf, damit er überhaupt Spielformen trainieren lassen konnte.

In der zweiten Einheit stand ein leichtes, einstündiges Lauf- und Passprogramm an, an dem Kobiashvili, Perdedaj, Schulz und Bastians nicht teilnahmen.

Jetzt ihr: Ist es einge gute Idee, jetzt eine Extraschicht zu schieben, nachdem der Montag frei war? Unten habt ihr wie immer die Wahl.