Rehhagel startet den Countdown für Augsburg und spricht von zwei Stürmern

(mkl) – So, jetzt habe also auch ich endlich meine erste „Begegnung“ mit Otto Rehhagel hinter mich gebracht. Wobei Begegnung für den Rahmen der stark in den Fokus gerückten Pressekonrenzen mit dem neuen Hertha-Trainer wohl übertrieben ist, aber sei es drum. Mit etwa zehn Minuten Verspätung und etwa acht Kamerateams vor Ort startete er also: Der Countdown für den ersten Ernstfall unter Rehhagel, das wichtige Spiel in Augsburg am Sonnabend. (Fotos: ub).

Vielleicht erst ein Wort zu den gesicherten Fakten, bevor wir uns in Spekulationen ergehen: Bei einigen Spielern gab es heute Entwarnung. Adrian Ramos konnte wieder trainieren, Fabian Lustenberger immerhin wieder laufen. Andreas Ottl absolvierte ein Höhentraining, Christian Lell befand sich in der Regeneration nach zwei harten Trainingstagen. Der Rest, so die Meldung des Klubs, ist uneingeschränkt fit. Diese Nachricht überbrachte noch Klubsprecher Peter Bohmbach (links). Ab dann übernahm Rehhagel.

Sein Fazit der ersten Woche: „Die Jungs haben alles umgesetzt und waren fleißig dabei. Sie haben sich so benommen, wie ich es mir vorgestellt habe“, sagte Rehhagel. Die ersten Tage hätten unter den Vorzeichen des Kennenenlernens gestanden, wobei: Die meisten Spieler hätte er auch vorher gekannt. Auch die Zusammenarbeit mit René Tretschok und Ante Covic sei gut: „“Die beiden haben genau wie ich Fußballblut in den Adern. Solche Leute verstehen sich.“

Noch viel mehr allerdings interessiert uns natürlich: Wie geht Rehhagel das so wichtige Spiel in Augsburg an? Welche Taktik wählt er, was sagt er der Mannschaft? Schmeißt er jetzt alles über den Haufen?

Zwei Spitzen, was wäre dann mit Raffael?

Nun, zumindest auf die letzte Frage antwortete er klar mit „Jein“: „Wir planen keine großartigen Umstellungen, das geht ja auch gar nicht. Den Kader aus 18 Spielern nehmen wir mit, daraus werden wir eine Strategie entwerfen.“ Taktisch wollte er sich nicht in die Karten blicken lassen, obwohl: Da war noch seine Aussage, er wisse noch nicht, ob er mit einem oder zwei Stürmern spielen werde, etwas versteckt in einem anderen Zusammenhang.

Aber immerhin: Sie lässt uns wenigstens etwas nach vorne schauen. Angenommen, Ramos wird fit und würde tatsächlich neben Lasogga auflaufen. Dann müstte ein Spieler dahinter seinen Platz räumen. Raffael, der in einem 4-4-2 als Position wohl wegfallen würde, wird das wohl nicht sein. Wo sollte er dann spielen? Oder meinte Rehhagel gar, Ramos auf die Bank zu setzen – und den Brasilianer als hängende Spitze auflaufen zu lassen, wie es schon Favre präferierte?

Egal wie, Rehhagel gab sich kämpfersich. „Wir haben die Ausgangslage, dass drei Klubs hinter uns stehen. Diese Position müssen wir verteidigen“, sagte er, und haute mit der Faust auf das Pult. Kurz darauf, für uns in dieser Weise ungewohnt, erklärte er die Pressekonferenz für beendet.

Jetzt ihr: Glaubt ihr, dass der neue Coach viel verändern wird? Wenn ja, wo und warum? Und ist das gut? Wie denkt über seine Gedankenspiele, einen zweiten Stürmer zu bringen? Unten könnt ihr abstimmen.