UPDATE: Chaos bei Hertha auch unter Rehhagel - doch diesmal ist nur der Schnee schuld

(sto) – Der @sir war da. Wer sonst aus der immerhertha-Gemeinde es hat möglich machen können zur ersten Audienz von König Otto bei Hertha BSC, kann ich leider nicht sagen. Weil teilweise die Hand vor Augen nicht zu sehen war. Und weil rund 300 anwesende Fans (und Journalisten), es nicht so leicht wie sonst machten, dass man sich problemlos findet – die Rückkehr der Winterjacken tat ein Übriges.

In Zeiten, in denen das Chaos ständiger Begleiter des Klubs zu sein scheint, war das auch am Premierentag des neuen Trainers Otto Rehhagel so – doch schuld daran hatte diesmal ausnahmsweise nur ein unvorhergesehener Wintereinbruch in der Form von dichtem Schneetreiben.

So wird Rehhagels erstes Hertha-Training vielen gewiss gleich in mehrfacher Hinsicht in Erinnerung bleiben. Kalt war’s und ungemütlich, und wenn ich ehrlich bin, wäre ich heute nur ungern in kurzen Hosen über den Platz geschliddert wie – für mich erkenntlich – die Herren Niemeyer, Kobiashvili, Perdedaj und Burchert.

Die Ansprachen hält Otto

Aber wirklich interessant war doch nur, was Rehhagel machte. Und was er nicht machte. Um es vorwegzunehmen: Weder gab es einen kollektiven Anpfiff, noch individuelle. Rehhagel machte das, was man von ihm erwarten darf – und sogar ein bisschen mehr. Die meiste Zeit schaute er dem Treiben der Seinen mit verschränkten Armen – und ohne Mütze auf dem Kopf – zu. Aber dreimal rief er die Spieler auch zum Kreis, die Ansprachen hielt dann er und nicht seine Assistenten Rene Tretschok und Ante Covic.

Nach 20 Minuten Warmlaufen und Stretching hatte Rehhagel zum Trainingsspiel zehn gegen zehn gebeten. Mitunter war für mich nicht zu erkennen, ob der Ball ins Tor auf der entfernten Seite gegangen war oder dran vorbei. Tunay Torun gelang das erste Tor unter Rehhagel, später erzielte er nach herrlicher Direktabnahme ein zweites.

Das dritte Tor für die Gelben erzielte Raffael, für Grau trafen Rukavytsya, Kobiashvili per Kopfball-Bogenlampe sowie der gefühlte Trainingstorschützenkönig Djuricin.

Die Spieler äußern sich ehrfürchtig

Nach der Einheit haben wir mit Peter Niemeyer und Thomas Kraft gesprochen. Einmal nur haben sie nun rund eine Stunde unter Rehhagel trainiert, doch wieder fielen Schlagworte wie „Erfahrung“ und „Aura“. Es ist zu spüren, wie selbst erfahrene Profis beeindruckt sind von ihrem neuen Trainer. Bleibt zu hoffen, dass dieses Beeindrucktsein nicht einseitig bleibt, sondern auch Rehhagel alsbald sehr beeindruckt ist von seinem Team. . .

17.35 Uhr: Auch die zweite Trainingseinheit ist nunmehr zu Ende. Gedauert hat sie mit rund einer Stunde und 20 Minuten etwas länger als jene vom Vormittag – und auf komplett vom Schnee befreiten Platz lief sie auch unter regulären Bedingungen ab.

Los ging es mit einem Mix aus Athletik- und Schnellkraftübungen. Gummibänder kamen zum Einsatz und auch die Lichtschranken waren aufgebaut. Regelmäßige Leser wissen jetzt: Es waren die Minuten des Fitnesstrainers Henrik Kuchno. Und sage noch einer, Otto stünde modernsten Trainingsmitteln nicht offen gegenüber…!

Am Nachmittag: Beobachter Tretschok, Antreiber Covic

Nachdem sie gesprintet waren und auch die Liegestütze hinter sich hatten, wurde gekickt. In vier Teams und auf ganz kleinem Feld. Während Rehhagel und Tretschok eher stille Beobachter waren, gab Covic den nicht zu überhörenden Einpeitscher, er trieb an, lobte, korrigierte, kritisierte.

Gespielt wurde etwas ungewöhnlich in vier Teams zu je vier Spielern, wobei die Teams Rot und Grün sowie Gelb und Grau je dreimal gegeneinander spielten.

Team Rot: Ronny, Perdedaj, Hubnik, Djuricin.

Team Grün: Niemeyer, Ben-Hatira, Raffael, Neumann.

Team Gelb: Kobiashvili, Ebert, Morales, Lasogga.

Team Grau: Janker, Torun, Rukavytsya, Bastians.

Rot gegen Grün: 3:2, 2:2, 0:2.

Gelb gegen Grau: 1:2, 0:1, 0:2.

Dardai rückt in den Trainerstab

Beschließen will ich den Tag mit einer Nachricht, die bei den meisten von euch wohl großen Anklang finden wird: Im Zuge der Neuordnung bei den Trainern im Nachwuchsbereich, die der Aufstieg von Tretschok und Covic nötig machte, rückt Pal Dardai in den Stab. Er wird Co-Trainer der U17.

Die komplette Mitteilung von Hertha BSC zu diesem Thema:

Nachdem René Tretschok und Ante Covic ab sofort als Co-Trainer von Cheftrainer Otto Rehhagel bei der Lizenzspieler-Mannschaft fungieren werden, hat Hertha BSC die Leitung der U 19 und der U 15 wie folgt neu geordnet: Die U 19 von René Tretschok trainiert ab sofort Jörg Schwanke gemeinsam mit dem bisherigen Co-Trainer Hendrik Vieth. Die U 17 wird weiter von Andreas Thom betreut, ihm zur Seite steht ab sofort Pal Dardai. Die U 15 übernimmt der bisherige Co-Trainer Karsten Leyke, der seinerseits vom Trainerteam der U14 und U 13 unterstützt wird. Da krankheitsbedingt die Trainer Oliver Heine und Oliver Reiß weiterhin nicht zur Verfügung stehen, wird sich Tobias Jung (A-Lizenz, Sportwissenschaftler, 1. Lehramt) um die Kooperation mit der Poelchau-Schule kümmern. Admir Hamzagic (Trainer für Laktatdiagnostik und Spiroergometrie) unterstützt Frank Vogel in der U 16. Aus beruflichen Gründen werden Christian Freynick/Daniel Manshardt (U13) ab 1. Februar nicht mehr zur Verfügung stehen. Hier konnte DFB-Fußball-Lehrer Taskin Aksoy verpflichtet werden, ihn unterstützt Tobias Jung. Beide – Jung/Aksoy kümmern sich auch um die Umsetzung der Schulkooperation. In der U 9 ist Sven Butendeich zum Jahresende ausgeschieden – Co-Trainer Andre Kluge trägt nun die Verantwortung, Co-Trainer ist Christian Methke.