UPDATE: Die Hoffnung auf eine magische Nacht im Kühlschrank Olympiastadion

(ub) – Es war ungemütlich. Kalt. 56.500 Zuschauer waren da. Vorab waren die Rollen klar verteilt. Der Gast im Olympiastadion war hoher Favorit. Das Spiel war nicht hochklassig – aber nervenaufreibend. Niemand, der dabei gewesen ist, wird jene Nacht vom 31. März 1993 vergessen. Mit 2:1 behielt die zweite Mannschaft von Hertha BSC im Halbfinale des DFB-Pokals gegen den klassenhöheren Zweitligsten Chemnitzer FC. Deren Trainer Hans Meyer fasste die Partie mit den Toren von Carsten Ramelow (5.) und Sven Meyer (22.) so zusammen: „Nach 22 Minuten war die Krähe tot.“

Faszination DFB-Pokal. Im laufenden Wettbewerb hat Dynamo Dresden für die Gänsehaut-Momente gesorgt. 0:3 lag Dynamo Dresden gegen den Bundesligisten Bayer Leverkusen zurück. Mit großem Kampfgeist und viel Enthusiasmus kämpfte der Zweitligist den hohen Favoriten nieder und gewann in der Verlängerung mit 4:3. Hier das coole Siegtor des eingwechselten Alexander Schnetzler.

Mauer-Taktik trifft Defensivstärke

Mittwoch ab 19 Uhr, so sieht es Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger, sind die Karten ähnlich verteilt. „Wir sind klarer Außenseiter, Mönchengladbach der hohe Favorit.“ Aber das müsse nix bedeuten, „im Pokal ist alles möglich.“ Hertha BSC hat Heimrecht gegen die Überraschungsmannschaft der Liga. Das Wiedersehen mit Ex-Trainer Lucien Favre, so ist mein Eindruck, interessiert diesmal kaum. Die Berliner wollen nach der Bundesliga-Tristesse der vergangenen Woche die Pokal-Bühne nutzen, um sich aus der Abwärtsspirale zu befreien.

Ich erwarte ein noch größeres Geduldsspiel als am vorigen Wochenende gegen Hannover (0:1). Mit Blick auf die Gladbacher Defensivstärke (beste Abwehr der Liga) wird Hertha erneut versuchen, in der Abwehr so wenig wie möglich zuzulassen. Um die Kreise von Gladbachs wieselflinken Star Marco Reus einzuengen, gehe ich davon aus, dass Hertha-Trainer Skibbe im defensiven Mittelfeld den wendigen Fabian Lustenberger aufbieten wird. Im Vorwärtsgang ruhen die Hoffnungen auf Rückkehrer Raffael. Will sagen: Da trifft Mauer-Taktik auf Defensivstärke, gute Nerven werden gefragt sein.

Ursprünglich hatte Hertha nach dem anfänglich sehr guten Verlauf des Vorverkaufs auf 60.000 Zuschauer bei diesem Pokalspiel gehofft. Doch die Kombination aus eisigen Temperaturen sowie zwei Heimniederlagen in Folge wirken als Bremse. Es werden rund 50.000 Anhänger im Olympiastadion erwartet.

Was ist für Euch die Inkarnation einer magischen DFB-Pokalnacht? Und welche Partien verbindet Ihr mit Hertha und der Faszination K.o-Runde? War es das 1:0 beim TSV Aindling im August 2004 ? Oder das 2:0 von Nigbur, Sziedat & Beer gegen Borussia Mönchengladbach (mit den Herren Simonsen, Lienen und Del’Haye) vom Dezember 1978? War es der 4:3-Sieg im Elfmeterschießen bei Hansa Rostock im Oktober 2003. Nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden, nach 120 Minuten 2:2. Oder erleben wir die Pokalfaszination morgen?

Ramos fit, Neumann draußen

Update Wie immer vor Spielen hat Trainer Skibbe das Abschlußtraining mit reduziertem Kader, sprich mit 22 Spielern absolviert. Youngster wie Abu-Bakarr Kargbo oder John Brookss sind dort nicht dabei. Die zuletzt angeschlagenen Profis waren alle dabei: Adrian Ramos hat sich ebenso fit zurückgemeldet wie Pierre-Michel Lasogga. Im 18er-Kader steht trotz seiner Maske nach einer Jochbein-Operation vor zehn Tagen Christopher Janker.

Die Morgenpost-Aufstellung von Hertha für das Pokalspiel: Kraft – Morales, Hubnik, Mijatovic, Kobiashvili – Niemeyer, Ottl, Lustenberger – Ebert, Raffael – Ramos.

Nicht im 18er-Kader: Neumann, Ben-Hatira und Torun