Hertha, der Kabinenkrach und seine Folgen . . .

(ub) – Mit @slaver haben wir uns ja schon gegen Mitternacht des Themas angenommen. Kabinenkrach bei Hertha, Skibbe fetzt sich mit Lell. Die Veröffentlichung sorgte bei Hertha für einigen Wirbel. Wir Monday-Morning-Manager mal unter uns: Was ist Eure Lesart dieses Themas:

A) Fußball-Profis sind Diven, die Kritik als Majestätsbeleidigung empfinden.

B) Der Trainer braucht keine vier Wochen, um seine Autorität gegenüber den Profis aufs Spiel zu setzen

c) Ein Maulwurf, der Interna aus der Kabine weiterreicht, ist ein schlechtes Zeichen.

D) Eine Mischung aus den Punkten A – C.

Wie geht man mit solchen Vorfällen um? Nach meinen Informationen hat das Gespräch in etwa so, wie geschildert, stattgefunden. Allerdings gibt es Aussagen, dass andere Spieler dem Trainer nicht ins Wort gefallen seien, sondern es richtig fanden, dass das Motto Klartext auch für den Ersatz-Kapitän galt. Ich habe heute mit Manager Michael Preetz gesprochen (dazu mehr in der Donnerstags-Ausgabe der Morgenpost/u.a., dazu, was mit dem Franzosen Michaël Ciani (27) gelaufen ist ). In der Causa Kabinenzoff hat sich der Manager deutlich positioniert:

„Das geht gar nicht. Eine interne Sitzung hat intern zu bleiben. Ein Zweck solcher Zusammenkünfte, neben anderen, ist es, Klartext zu reden. Wo kommen wir hin, wenn der Trainer die Spieler nicht kritisieren darf?“

Gegenüber dem TV-Sender Sky Sport News HD sagte Preetz:

„Natürlich muss der Trainer kritische Dinge in der Mannschaftssitzung ansprechen, zumal nach zwei verlorenen Spielen. „Solche Dinge müssen intern bleiben, wie wir das in der Vergangenheit bei uns in der Mannschaft auch getan haben. Wir werden das ansprechen, auch gegenüber den Führungsspielern.“

Preetz erwähnt nicht zufällig die Führungsspieler. Es gibt da einen, der sich dezidiert angesprochen fühlen darf.

Hertha und der Selbstzerstörungsmechanismus

Die Frage, wer von den Spielern die Interna nach draussen lanciert hat, kann sich der Manager sparen. Da wird sich erfahrungsgemäß niemand melden. Trotzdem ist der Vorgang unüblich, weil er bei Hertha länger nicht vorgefallen ist. Die interne Geschlossenheit der Mannschaft war über anderthalb Jahre ein Trumpf gerade in schwieriger Zeit. Die sportliche Lage ist nach acht Bundesliga-Spielen ohne Sieg sensibel. Am Samstag kommt Hannover 96 ins Olympiastadion. Der Trainer ist neu – wie also verfahren, damit Hertha nicht in den automatischen Selbstzerstörungsmechanismus übergeht?

P.S. Der Hertha-Blog befasst sich ebenfalls mit dem Thema