Straftraining? Nö, einfach notwendig! Und kalt . . .

(mkl) – Kältepeitsche. Pah. Was habe ich in den vergangenen Tagen über diesen Begriff schmunzeln müssen. Ich kannte ihn schlicht nicht. Aaaaber, nach dem heutigen Nachmittag nehme ich alles zurück. Wenn das keine Peitsche war, weiß ich es auch nicht. Sooo kalt war es am Schenckendorffplatz ;), und ich muss sagen: Respekt vor den etwa zehn harten Fans, die sich diese Veranstaltung freiwillig angetan haben. Innerlich bibbere ich jetzt schon vor Ende der Woche und dem Spiel am Samstag – es soll ja noch kälter werden.

Spannend war die Einheit trotzdem, zumindest im Vorfeld. Die Frage war ja: Wie nutzt Trainer Michael Skibbe die zusätzliche Einheit, die er kurzfristig für heute anberaumt hatte – und die er auf keinen Fall „Straftraining“ nennen wollte. „Es ist einfach notwedig“, sagte er. Es fehlten heute neben den Langzeitverletzten Christian Lell (Probleme am Oberschenkel), Pierre-Michel Lasogga (Pferdekuss), Roman Hubnik (Knieprellung) und Patrick Ebert (Innenband).

Viel Bewegung und interner Test

Das Training war dann aber bestenfalls – nun, sagen wir, normal. Einem den Temperaturen angemessen langen Aufwärmprogramm mit Konditionstrainer Henrik Kuchno folgte zunächst ein Pass-Kreisel. Lange Bälle wurden gespielt, die Spieler liefen dann immer hinterher. So blieben zumindest alle in Bewegung.

Was danach kam, hat mich dann inhaltlich ein wenig enttäuscht. Anstatt eifrig an der Taktik und der Abwehr zu feilen, gab es im Wesentlichen zwei interne Testspiele: Erst zehn gegen zehn ohne Torwarte, dann mit Torhütern und je zwei zusätzlichen kleinen Toren an den Grundlinien. Zum Abschluss gab es ein Flankentraining in den beiden Teams als Wettstreit, das war dann ganz unterhaltsam: Die Hereingaben sollten jeweils als Direktabnahme versenkt werden, das unterlegene Team musste 30 Liegestütze absolvieren. Nach 75 Minuten war alles vorbei – reichte auch bei den Temperaturen.

Tendenzen in der Abwehr

Der für uns interessanteste Hinweis steckte in der Abwehrkette. Dort liefen Alfredo Morales, Andre Mijatovic (als Hubnik-Ersatz), Sebastian Neumann und Levan Kobiashvili auf. Also die wahrscheinlichste Formation für das Hannover-Spiel (meint: Herr Mijatovic hat heute den abwesenden Herrn Hubnik vertreten. Aber am Samstag ist der Kapitän wg. Gelb-Sperre natürlich keine Option ) . Skibbe beteuerte später, dies sei noch keine Vorentscheidung: „Ich werde auf jeden Fall auch noch mit Feli Bastians trainieren lassen“, kündigte er an. Zumindest Morales aber, daraus machte er keinen Hehl, ist gesetzt. Ich gönne es ihm, er hat zuletzt wirklich gut trainiert und sollte in guter Verfassung sein.

Was auch vom Rest des Teams zu hoffen bleibt. Denn: Einen weiteren Transfer schloss jetzt auch Skibbe aus. Einzig wenn sich in den beiden Einheiten morgen noch ein Spieler verletzt, wird Hertha noch einmal aktiv.

Warten auf das Taktiktraining

Was bleibt von diesem Tag? Ich bin irgendwie unschlüssig. Auf der einen Seite ist beruhigend zu sehen, dass die Spieler offenkundig noch immer gut gelaunt sind. Und es ist auch sicher sinnvoll, bei dieser Eiseskälte auf pures Taktik-Laufwege-Training zu verzichten, bei dem naturgemäß viel gestanden wird.

Und doch: Vom Bauch her hatte ich mir zumindest irgendetwas in diese Richtung gewünscht. Irgendein Zeichen, das die Richtung für diese Woche vorgibt, irgendetwas, das mich an eine Veränderung glauben lässt. Hoffen wir, dass dies in den nächsten Tagen eintritt.

Wie geht es euch? Vor zwei Wochen habe ich Skibbe für sein variantenreiches Training gelobt. Heute war mein Eindruck – wie zuvor auch unter Babbel – ein anderer. Was meint ihr? Bringt dieses ständige Fünf-gegen-zwei-Gekicke bzw. die interenen Testspiele wirklich so viel? Oder würdet ihr euch etwas mehr gezielte Arbeit wünschen?

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Das zweite Training am Dienstag ist nicht öffentlich, um 10 Uhr sind wir aber alle wie gewohnt herzlich eingeladen.