Wie Skibbe einen weiten Bogen um das leidige Thema Heimschwäche macht

(sto) – Bis jetzt haben wir alle, Fans wie Journalisten gleichermaßen, Michael Skibbe als sehr höflichen, sehr auskunftsbereiten Menschen und Trainer von Hertha BSC kennengelernt. Täuschte da heute also nur der Eindruck, oder war Skibbe nach seinem ersten Pflichtspiel in blau-weißen Diensten, das sogleich die erste Niederlage (0:2 in Nürnberg) brachte, hier und da zum ersten Mal etwas patzig?

Es war nach dem Vormittagstraining, die Zeit war zugegebenermaßen knapp. Wie seine Spieler, musste auch Skibbe eilig zum Shooting des neuen Mannschaftsfotos. Es konnte also gar keine ausgeruhte Plauderei über dies und das entstehen, kurz und compressed hatten Fragen gestellt und beantwortet zu werden. Doch entweder nervten Skibbe einige der ihm von Reporterseite gestellten Fragen. Oder aber die Zeiten der höflichen, auskunftsbereiten Antworten sind nach nur 90 Minuten tatsächlich schon Geschichte. Vorläufig zumindest.

„Das ist mir zu weit weg“

Barsch unterbrach Skibbe die Frage nach den nun wirklich unübersehbaren Problemen, die Hertha zuletzt regelmäßig mit einer erfolgreichen Gestaltung von Heimspielen hatte – und welche Ursachen er als Babbel-Nachfolger für die vom Vorgänger oftmals thematisierte Schwäche. . . „Das“, sagte Skibbe, „ist mir zu weit weg. So weit kann ich nicht ausholen, irgendeine Heimschwäche der Hinrunde oder der letzten oder der vorvorletzten Saison zu beschreiben.“ Keine Auskunft. Kein Lächeln. Nix.

Doch man wird ja noch mal nachfragen dürfen. Immerhin steht am Samstag gegen den HSV nicht nur mal wieder ein Heimspiel an, nein, insgesamt darf – oder muss – die nächsten drei Spiele samt und sonders im Olympiastadion austragen; nach dem HSV also auch jene Partien in der Liga gegen Hannover (5. Februar) sowie anschließend im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach (8. Februar).

Pokal-Sieg gegen Lautern als Trendwende?

Wollen Sie das Thema also bewusst wegschieben, Herr Skibbe? Die Schwäche negieren, um Stärke zu demonstrieren? Na ja, sagte Skibbe, so ungefähr könne man das schon deuten: „Wir wollen uns zu Hause stark präsentieren – und das letzte Heimspiel haben wir gewonnen im Pokal gegen Kaiserslautern, von daher ist die Heimschwäche zuletzt ja schon mal ad acta gelegt worden.“

Wie aber lassen sich Heimspiele seiner Ansicht nach denn generell erfolgreich bestreiten? Oder anders gefragt, was steht einer erfolgreichen Gestaltung zuvorderst im Wege? „Sehr engagiert, sehr mutig“ müssen man spielen, sagte Skibbe, und „mit möglichst schnellen Passagen, in denen wir gut kombinieren, den Gegner in Verlegenheiten bringen“.

Denn Probleme bereiteten Heimspiele zunehmend dadurch, dass der Gegner recht humorlos auf eine kompakte Defensive setze. Dagegen so anhaltend sicher zu kombinieren, bis Lücken in die fremden Reihen gerissen sind, „fällt Mannschaften manchmal schwer – unserer auch“, gestand Skibbe dann immerhin doch.

Djuricin schießt Team Rot zum Turniersieg

Also veranstalteten die Trainer nach einem „längeren Einlaufen mit Steigerungsläufen“ (Skibbe) keineswegs zufällig ein Kleinfeldturnier der Teams Gelb, Rot und Grau. Zusätzlich zum Spaß, den solche Übungsformen mit Ball den Spielern naturgemäß bereiten, trage das Spiel auf kleinem Feld auch dazu bei, „eine gute Passgeschwindigkeit und –präzision zu entwickeln“, sagte Skibbe.

Team Gelb Kobiashvili, Morales, Brooks, Perdedaj, Ottl, Ben-Hatira, Ramos.

Team Rot Lell, Janker, Niemeyer, Schulz, Torun, Ronny, Djuricin.

Team Grau Neumann, Hubnik, Ebert, Lustenberger, Raffael, Lasogga, Kargbo.

Ergebnisse: Gelb – Rot 1:1 (Tore: Ramos; Djuricin); Rot – Grau 3:0 (Torun, 2x Djuricin; Ronny schießt Strafstoß flach rechts vorbei); Grau – Gelb 1:2 (Raffael; Ottl, Ben-Hatira).

Endstand: 1. Rot, 4 Punkte, 4:1 Tore; 2. Gelb, 4, 3:2; 3. Grau, 0, 1:5.

Von bemerkenswerten drei Djuricin-Treffern einmal abgesehen, ließ das Turnier noch keine verlässlichen Ableitungen auf die Aufstellung für das Wochenende zu.

Mijatovic steigt Mittwoch ins Lauftraining ein

Was das Personal insgesamt angeht, so soll Kapitän Andre Mijatovic morgen/Mittwoch mit Lauftraining beginnen. Doch ob er für das Hamburg-Spiel zur Verfügung stehen wird, „wissen wir erst, wenn er zweimal gelaufen ist und einmal mit der Mannschaft trainiert hat“, sagte Skibbe. „Im Moment hoffen wir, dass dem Sprunggelenk die Pause und die Spritzenkur gut getan haben.“

Zum Thema Winterzugänge lieferte der Trainer abschließend diesen aktuellen Sachstand: Wenn Mijatovics Knöchel wie erhofft positiv reagiert – ist das Thema „Neue“ dann ad acta gelegt? „Ja!“ Und falls nicht? „Wenn absehbar ist, dass Andre vielleicht nicht an diesem, aber am nächsten Wochenende spielen kann – dann wird es keine Neuverpflichtungen mehr geben.“

Hertha BSC startet Bonusprogramm

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