Kraft redet Klartext und ein Plädoyer des Trainers für Ottl

(sto) – Nun ist es also gespielt, das erste Fußball-Wochenende im Jahr 2012, und gnadenlos hat es neben Gewinnern auch seine Verlierer produziert. Den FC Augsburg etwa, der in Freiburg die Mutter aller Kellerduelle mit 0:1 verlor. Etwas überraschend ist auch der FC Bayern darunter, der mit 1:3 unter die Räder des sagenhaften Mönchengladbacher Hochgeschwindigkeitsspiels geriet. Aber in diesen Kreis gehören zweifellos auch Hertha BSC und der Gegner des kommenden Wochenendes, der Hamburger SV.

Dessen 1:5 zu Hause gegen Meister Dortmund war die derbste Packung zum Rückrundenauftakt, und sie war hoch verdient. Aber irgendetwas muss Hertha ja Mut machen für das anstehende Heimspiel. Oder?

Skibbe will nicht alles verdammen

Trainer Michael Skibbe bewertet die Dinge im Nachlauf des eigenen 0:2 zum Start in Nürnberg ein wenig anders als die meisten von euch in den vorangegangenen Blogs. Das Spiel sei insgesamt „nicht so schlecht gewesen, dass ich jetzt alles verdammen muss“. In Summe redete er die Dinge auch heute/Sonntag nach dem Auslaufen derart schön, dass der Eindruck entstehen konnte, Hertha habe das Spiel von einer breiten Öffentlichkeit unbemerkt vielleicht doch gewonnen.

Eine ausführliche Beschreibung der Lage bei Hertha am Tag nach dem verpatzten Rückrundenstart erwartet euch in eurer Montagsausgabe der Berliner Morgenpost

Kaum mehr Sympathiepunkte wird Skibbe bei euch mit seinem Plädoyer für Andreas Ottl sammeln. An keinem anderen Spieler entzünden sich derart leidenschaftlich Diskussionen über den Wert für das Team – aber bei seinem Trainer ist Ottl auch unter dem Babbel-Nachfolger unumstritten.

Ich habe Skibbe heute gefragt, wie er Ottl in Nürnberg gesehen habe, und ob dieser neben reiner Defensivarbeit nicht auch ein wenig mehr zum Kreativspiel hätte beitragen können? Sein Urteil fand dann von den anwesenden Medienvertretern nicht nur ich durchaus überraschend. Skibbe attestierte Ottl in Nürnberg ein „sehr sicheres, gutes Aufbauspiel über 90 Minuten. Ich war mit ihm zufrieden. Er hat das Mittelfeldspiel aus der Defensive heraus gut gelenkt, ich finde schon, dass er mit seinem sicheren Passspiel und seinen Spielverlagerungen sehr häufig dafür sorgt, dass wir in gute Offensivaktionen kommen.“

Der Torwart stellt sich den Medien

So, nachdem ich euch nun die Laune weiter vermiest haben dürfte, überlasse ich kurz und knapp Thomas Kraft das Wort. Auch mit ihm haben wir heute ausführlich gesprochen. Als einziger Spieler übrigens stellte sich der Torwart am Tag nach dem 0:2 – dafür Respekt schon mal. Einen ersten Frageblock übernahm RBB-Mann Dietmar Teige, diese Antworten werdet ihr ziemlich sicher heute Abend im „Sportplatz“ zu sehen bekommen.

Danach war Immerhertha dran – und Kamerakind Lorenz hat uns und euch ein schickes Video draus gebastelt


P.S.: Von der Personalfront ist zu vermelden, dass Pierre-Michel Lasogga am Sonntag nur im Kraftraum Fahrrad gefahren ist. Wegen seiner anhaltenden Knieprobleme sollte er aus Gründen der Schonung nicht wie die übrigen Stammspieler Laufen gehen.

Kapitän Andre Mijatovic (Sprunggelenksprobleme) soll voraussichtlich von Mittwoch an wieder Lauftraining absolvieren. „Er wäre in dem Fall noch eine Hoffnung für das Wochenende“, sagte Skibbe. Auch Nikita Rukavytsya wird bei abklingender Wadenprellung in den kommenden Tagen wieder im Mannschaftstraining erwartet.